Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Dürre Und Schädlinge Im Nordwesten Ist der Umbau der Wälder in der Region alternativlos?

Im Nordwesten - Sie halten es einfach nicht mehr aus: Bäume im Nordwesten brauchen Erholung – am besten sofort. Es gibt immer heißere Sommer, einhergehend mit weniger Niederschlag, der Borkenkäferplage und anderen Schädlingen. In Großenkneten (Kreis Oldenburg) hat der Deutsche Wetterdienst vor einigen Tagen die Gefahrenstufe für die Waldbrandgefahr zwischenzeitlich auf 4 gesetzt. Das ist die zweithöchste Einordnung der Skala. Bedeutet: eine hohe Gefahr für Feuer.

Wie sieht es derzeit im Nordwesten aus?

Landesforsten: So werden Waldbrände verhindert

Trockenheit und Dürre haben oft weitreichende Folgen – die Bäume dursten, sind wenig vital und in der Folge anfällig für viele andere Schaderreger oder Waldbrände. Deshalb machen die Niedersächsischen Landesforsten aufmerksam auf das richtige Verhalten.

Damit ein Feuer entstehen kann, braucht es drei Dinge: Sauerstoff, gut brennbares Material und eine Zündquelle (eine offene Flamme, ein Glutstück oder auch nur einen Funken).

Waldbrände entstehen laut Landesforsten „selten ohne menschlichen Einfluss“. Daher seien folgende Punkte zu beachten: kein offenes Feuer im Wald oder in gefährlicher Nähe; Grillen nur auf freigegebenen Grillplätzen (Anfrage beim örtlichen Forstamt); im Wald gilt vom 1. März bis zum 31.Oktober ein allgemeines Rauchverbot; Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen; keine Zigarettenkippen aus dem Auto werfen; wachsam sein und jeden Waldbrand unverzüglich unter der Notrufnummer 112 melden.

Die Dürre macht nicht Halt im Oldenburger Land. Obwohl es bei Weitem noch nicht so brenzlig ist wie in Teilen Ost-Niedersachsens oder in den nordöstlichen Bundesländern, schrillen die Alarmglocken bei den Experten. In den vergangenen Jahren hat es im Nordwesten bereits größere Brände gegeben wie beispielsweise in Goldenstedt (Kreis Vechta) oder in Meppen (Emsland). Auch in der vergangenen Woche kam es in Bösel (Kreis Cloppenburg) zu einem Feuer auf einer Naturschutzfläche.

Der Landkreis Vechta hat deshalb dieses Jahr eine „Waldbrandschutzverordnung“ veröffentlicht, die seit 2. Juli aktuell ist. Demnach ist es in Wäldern, Mooren und Heiden unter anderem verboten, Feuer zu machen, befahrbare oder markierte Wege zu verlassen oder dort mit Fahrzeugen zu fahren.

Welche Arten sind in der Region besonders betroffen?

„Von Natur aus läge der Anteil der Laubbäume in Niedersachsens Wäldern bei weit über 90 Prozent“, so Matthias Freter, vom Naturschutzbund Niedersachsen (Nabu). Allerdings wurde der Nadelbaumanteil vom Menschen im Land Niedersachsen auf 55 Prozent gesteigert. „Diese Nadelbaumbestände brechen nun im Klimawandel zusammen, sind anfällig für Borkenkäfer und andere Schädlinge, und der Holzpreis fällt dadurch ins Bodenlose. Auch im Nordwesten sterben Fichtenforste ab.“ In den Wäldern in Vechta seien insbesondere Nadelholzbestände wie Kiefer- und Fichtenforste gefährdet, die auf trockenen Standorten stehen, bestätigt Landkreis-Pressechef Jochen Steinkamp. Gleiches gelte für Moorwälder in stärker entwässerten Mooren. Dort sei „leicht brennbares Material und ein besonderes Gefahrenpotential“

Was muss getan werden?

Im Hinblick auf die Schäden in den Wäldern resümiert der Nabu: „Ein Waldumbau auf möglichst natürliche Weise wird kaum umgänglich sein.“ Es würden daher künftig auch Arten in die Region kommen oder in der Forstwirtschaft Verwendung finden müssen, die heute ihr Verbreitungsgebiet weiter südlich in Deutschland und Europa haben. „Niedersachsen sollte bereits jetzt in die Zukunft investieren.“ Der Nabu schlägt vor, Steuergelder nur zur Förderung von standortangepassten, europäischen Baumarten zu verwenden.


Die IG Bauen-Agrar-Umwelt,  Bezirksverband Nordwest-Niedersachsen, fordert zudem, mehr Forstpersonal auch in Oldenburg einzustellen. „Seit Jahren erleben wir einen besorgniserregenden Personalabbau im Forst. Zur Borkenkäferbekämpfung haben die niedersächsischen Landesforsten bislang lediglich einige befristete Förster eingesetzt“, warnt Bezirksvorsitzende Gabriele Knue.

Zumindest regnet es mittlerweile wieder ein wenig – obwohl auch das wohl noch lange nicht genug ist, um die Bodenreserven in den regionalen Wäldern und Mooren wieder aufzufüllen – wenigstens da sind sich fast alle einig.

DÜRRE, STÜRME UND SCHÄDLINGE Waldschäden noch heftiger als gedacht

Elmar Stephan Christoph Tapke-Jost
Hannover
Christoph Tapke-Jost
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund