WALLENHORST - Ein nigerianischer Pfarrer hat sein Amt in einer katholischen Gemeinde in Wallenhorst bei Osnabrück nach Beleidigungen überraschend aufgegeben. Nach ersten Informationen hat es offensichtlich anonyme Briefe und verbale Drohungen gegeben, sagte Hermann Haarmann, Sprecher des Bistums Osnabrück, am Mittwoch und bestätigte entsprechende Medienberichte.
Möglicherweise hätten die Briefe einen fremdenfeindlichen Hintergrund gehabt. Er ist offensichtlich persönlich so verletzt, dass er seine Koffer gepackt hat und nach Belgien gereist ist, sagte Haarmann. Das Bistum will in den kommenden Tagen gemeinsam mit dem betroffenen Priester sowie Seelsorgern und Gemeindegremien vor Ort die Hintergründe klären. Sollte es tatsächlich zu fremdenfeindlichen Äußerungen gekommen sein, will das Bistum Anzeige erstatten. Das ist keine Lappalie, sagte Haarmann.
Die betroffene katholische Gemeinde verurteilte in einer Erklärung jegliche fremdenfeindliche Beschimpfung. Wir sind bestürzt, dass nun der Eindruck erweckt wird, in Hollage sei ein Pastor mit einer anderen Nationalität nicht erwünscht, hieß es in einem Schreiben der Gemeinde. Der nigerianische Pfarrer hatte das Amt im Sommer für ein halbes Jahr übernommen. Anfang 2008 soll ein neuer Priester aus Indien in die Gemeinde kommen.
