Brake/Friedeburg - Trockenheit, wachsende Baugebiete, mehr Privatnutzung: Im Nordwesten wird immer mehr Wasser benötigt. Die Wilhelmshavener Gesellschaft für Gas, Elektrizität und Wasser (GEW) und der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) kooperieren deshalb bei der Wasserversorgung. Das bestätigte ein OOWV-Sprecher am Donnerstag.
Die GEW Wilhelmshaven fördert pro Jahr 8,2 Mio. Kubikmeter Wasser in den Wasserwerken Feldhausen und Kleinhorsten.
Der OOWV hat 2020 nach eigenen Angaben 84,9 Mio. Kubikmeter Trinkwasser (15 Wasserwerke) abgegeben.
Das GEW-Wasserwerk in Kleinhorsten soll jährlich bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an den OOWV liefern. Die beiden Versorgungsnetze treffen in Höhe der B 436 zwischen Horsten und Friedeburg (Kreis Wittmund) zusammen. Dafür wurde 2021 eine drei Kilometer lange Wasserleitung vom Wasserwerk zum Netzanschluss bei Friedeburg gebaut. Pro Stunde flössen 100 Kubikmeter durch die neue Leitung, so der Verband. Der OOWV braucht dieses Wasser, um den gestiegenen Bedarf von Industrie, Gewerbe und privaten Haushalten zu decken. „Trockene Sommer sowie wachsende Bau- und Gewerbegebiete treiben den Wasserverbrauch in die Höhe“, erklärt Christoph Kraft, Regionalleiter des OOWV. Das Problem dabei: Wasserwerke dürften nicht beliebig viel Grundwasser fördern. Die genehmigten Mengen seien limitiert. Deshalb arbeiten beide Unternehmen zusammen.
Josef Thomann, Geschäftsführer GEW, plant schon voraus: „Eine Vertiefung der Kooperation und der Austausch von Wissen sind absolut wünschenswert.“
Das bestätigte auch Karsten Specht, Geschäftsführer des OOWV: „Kooperationen werden immer wichtiger werden.“ Das Unternehmen habe ermittelt, dass der Bedarf langfristig um 20 bis 30 Millionen Kubikmeter steigen werde, um die Anforderungen der Kundinnen und Kunden bedienen zu können.“ Gleichzeitig betonte er: „Immer mehr Wasser zu fördern, kann nicht das Ziel sein.“ Die Wiederverwendung von Brauchwasser für industrielle Zwecke sei aktuell wichtiger Teil des Puzzles.
