WESTERSTEDE/OLDENBURG - Von Politikverdrossenheit keine Spur. Bereits zwei Stunden vor Beginn der großen NWZ -Diskussion in Westerstede warteten die ersten Besucher vor dem Dannemann-Forum auf den Einlass. Sie kamen nicht nur aus dem Ammerland und Oldenburg, sondern auch aus dem Raum Cloppenburg, dem Landkreis Oldenburg – und sogar aus Berlin. Nicht alle konnten im Veranstaltungsraum selbst untergebracht werden. Mehrere hundert verfolgten die Diskussion auf überdachten Sitzplätzen im Außenbereich auf einer Großbildleinwand.

Eine besonders weite Anreise hatte Andrzej Borkowski aus Pleszew, der polnischen Partnerstadt Westerstedes. Er ist Vorsitzender des Partnerschaftsvereins und verfolgte gespannt und interessiert die Diskussion, die von den NWZ -Redakteuren Heiner Otto und Kerstin Schumann souverän geleitet wurde. Unterstützt wurden sie vom stellvertretenden NWZ -Chefredakteur Gunars Reichenbach, der die bundespolitische Fragerunde gestaltete.

Bilder von der Veranstaltung

NWZ TV: Wahlforum in Westerstede

Hilfe bekamen die Moderatoren auch durch eine Uhr, die den Diskussionsteilnehmern jeweils durch lautes Ticken das nahende Ende der Redezeit ankündigte. Eine Maßnahme, die besonders gut bei den jungen Zuhörern ankam, die einen persönlichen Eindruck von Politikern gewinnen wollten, die sie ansonsten nur im Fernsehen erleben. Eske und Mira aus dem Politik-Leistungskursus des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht hatten einige Aufgaben aus der Schule mitbekommen. Während bei ihnen das Interesse an der Schul- und Bildungspolitik im Vordergrund stand, war ihr Mitschüler Malte mehr an Datenschutzfragen interessiert.


Zuhörer und Diskussionsteilnehmer erlebten, wie Politik auf die Uhr trifft. Eine Maßnahme, über die sich die vielen Besucher deshalb freuten, weil auf diese Weise langweiliges Dauerreden unterbunden wurde. Dementsprechend war die Vielfalt der behandelten Themen.

Die örtlichen Kandidaten – Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) unterstützt von Familienministerin Ursula von der Leyen, Gesine Multhaupt (SPD) mit Andrea Nahles, Peter Meiwald (Grüne) mit Jürgen Trittin, Christiane Ratjen-Damerau (FDP) mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie Iris Gramberg (Linke) mit Herbert Schui – setzten unterschiedliche inhaltliche Akzente in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und Bildung, sprachen sich aber gemeinsam für eine bessere Internetanbindung des ländlichen Raums aus.