WOLFSBURG - Um eine Vertiefung der deutsch-russischen Beziehungen geht es seit Sonntag beim „Petersburger Dialog“ in Wolfsburg und Hannover. Bis Dienstag wollen Vertreter aus Kirchen, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik über die Zusammenarbeit der beiden Länder beraten. Zu Beginn der Gespräche beteuerten beide Seiten, dass sich die Absage der Verleihung des Quadriga-Preises an Ex-Kremlchef Wladimir Putin nicht belastend auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland auswirke.

„Die Entscheidung des Kuratoriums wird keinen Einfluss auf den deutsch-russischen Dialog und die zwischenstaatlichen Beziehungen haben“, sagte der russische Vizeregierungschef Viktor Subkow bei der Eröffnung des Dialogs in Wolfsburg.

Putin sollte mit dem Quadriga-Preis für seine Verdienste um die deutsch-russischen Beziehungen geehrt werden. Doch wegen massiver Kritik hatte der Verein Werkstatt Deutschland davon Abstand genommen. Kritiker werfen Putin mangelnde Beachtung der Menschenrechte vor.

Als Überraschungsgast kam Michail Gorbatschow, ehemaliger sowjetischer Präsident, zum Auftakt nach Wolfsburg. Das Treffen steht unter dem Motto „Bürger, Gesellschaft und Staat – Partner im Modernisierungsprozess“. An drei Tagen sollen Vertreter aus Kirchen, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik über die Zusammenarbeit beider Länder beraten.

Zum ersten Mal tagt der Petersburger Dialog in Niedersachsen. Ministerpräsident David McAllister (CDU) betonte aus diesem Anlass die „zahlreichen Brücken zwischen Niedersachsen und Russland“. Unter anderem habe Niedersachsen Partnerschaften zu zwei russischen Provinzen und rund 300 niedersächsische Unternehmen seien in Russland tätig.


Am Abschlussplenum am Dienstag wollen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Dmitri Medwedew teilnehmen.