WOLFSBURG - Die Affäre um den Sprecher der Stadtwerke Wolfsburg zieht Kreise. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ermittlungen aufgenommen. Die Landes-SPD forderte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auf, die „dubiosen Vorgänge“ um den Chef der Stadtwerke, Markus Karp, aufzuklären. Der Versorgungsbetrieb soll CDU-Wahlkämpfe in Niedersachsen und Brandenburg unterstützt haben.
Pikant wird die Affäre, weil es auch um dem Landtagswahlkampf 2002/2003 geht. Der heutige Bundespräsident Christian Wulff war damals CDU-Landeschef, der heutige Ministerpräsident David McAllister CDU-Generalsekretär. Karp hat den Wahlkampf gemanagt. Grüne und Linke im Landtag fordern deshalb auch von Wulff und McAllister Aufklärung. CDU-Generalsekretär Ulf Thiele (Uplengen) hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen.
Im Mittelpunkt der Affäre steht der frühere Stadtwerkesprecher Maik Nahrstedt, der jetzt enthüllt hat, dass unter anderem der Wahlkampf von Wulff 2003 sowie die von Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke (CDU) 2001 und 2006 teils auf Kosten der Stadtwerke geführt worden seien. Nahrstedt erklärte, er sei während seiner Arbeitszeit in Sachen Wahlkampf unterwegs gewesen. Auch Handy und Laptop der Stadtwerke sollen zum Einsatz gekommen, Fahrtkosten abgerechnet worden sein.
Karp nannte die Vorwürfe von Nahrstedt, mit dem er sich überworfen hat, „haltlos, infam und grotesk“. Karp ließ sich am Mittwoch auf eigenen Wunsch beurlauben.
