WOLFSBURG - In der Stadtwerke-Affäre um illegale Wahlkampfhilfe für die CDU stürzt an diesem Freitag wahrscheinlich der erste Prominente in der Volkswagenstadt: Markus Karp (44), Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke, droht die fristlose Kündigung. Bei einer Abstimmung in der Hauptversammlung der Stadtwerke AG hat die Mehrheit Karp das Misstrauen ausgesprochen. Jetzt wird der Aufsichtsrat am Freitag über Karps Schicksal entscheiden.

Gegen den ehemaligen Wahlkampfmanager des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) ermittelt seit Wochen die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Ein Tatvorwurf – Untreue. Karp soll den Pressesprecher der Stadtwerke Wolfsburg, Maik Nahrstedt (41) gedrängt haben, während seiner Arbeitszeit und auf Kosten der Stadtwerke CDU-Wahlkampf zu machen.

So arbeitete Nahrstedt für die Landes-CDU im Wahlkampf 2003 und für die Wolfsburger Union vor der Kommunal- und Oberbügermeisterwahl 2006. Die hatte der heutige Oberbürgermeister Rolf Schnellecke (66) für die Christdemokraten gewonnen.

Nach einem Zerwürfnis zwischen Stadtwerke-Chef Karp und Sprecher Nahrstedt machte dieser die Machenschaften im September 2010 öffentlich. Polizei und Braunschweiger Staatsanwaltschaft durchsuchten daraufhin am 23. September die Wohnungen von Schnellecke und Karp sowie die CDU-Parteizentrale in Hannover. Das Ermittlungsverfahren dauert an.

Die Affäre hat bereits die Karriere von Markus Karp zerstört, die ihn an die Spitze der Stadtverwaltung Wolfsburg führen sollte. Es war in der Stadt ein offenes Geheimniss, dass er Schnelleckes Nachfolger würde, wenn dieser spätestens 2014 das Amt des Oberbürgermeisters abgibt.