Berlin - Eine Weltreise ist ein einzigartiges Erlebnis. Gleichzeitig ist sie nicht mehr so außergewöhnlich, wie sie einmal war - dank billiger Flugtickets, Internet und einer zunehmenden Erschließung einstmals exotischer Reiseländer. Und so packen vor allem junge Menschen heute häufiger den Rucksack, um während oder nach dem Studium sechs Monate, ein Jahr oder noch länger die Welt zu erkunden. Wer mehrere Monate weg ist, muss Vorbereitungen treffen:

Gesundheit: Die Auslandskrankenversicherung ist nicht so günstig, wie man sich das vorstellt, stellt Bianca Boss vom Bund der Versicherten klar. Manche Länder sind besonders teuer: So kann die Police für einen sechsmonatigen Aufenthalt in Australien zwischen 200 und 250 Euro im Monat kosten, für das Reisen in die USA und Kanada zwischen 250 und 400 Euro. Wer sich auf die günstigen Reiseländer Südostasiens konzentriert, zahlt teils deutlich weniger. Für die gesamte Reise werden aber schnell mehr als 1000 Euro fällig.

Trotz der hohen Kosten sollten Weltreisende nicht darauf verzichten: „Der Versicherungsschutz ist existenziell“, mahnt Boss. Denn im Notfall kommt der Versicherer für einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland auf. Die Unfallversicherung gilt weltweit, die Haftpflicht meist nur für Europa. Ein weltweiter Schutz funktioniere dann „wie eine kleine Rechtsschutzversicherung“, sagt Boss.

Pflicht vor der Weltreise ist ein Besuch beim Tropenarzt, der die nötigen Impfungen vornimmt - und das nicht auf den letzten Drücker. Manche Impfstoffe müssen mehrfach injiziert werden. Weltreisender Sebastian Kinzlinger, der die Webseite www.packliste-reise.de betreibt, rät zu einem internationalen Notfallausweis mit Angaben zu Blutgruppe, Allergien, Impfungen und Kontaktpersonen zu Hause.

Job, Wohnung und Verträge: Wer nicht als Student eingeschrieben ist, meldet sich am besten bei der Arbeitsagentur ab. Während der Weltreise hat man dann keine Verpflichtungen - aber man kriegt auch kein Geld. „Sie können sich nur arbeitslos melden, wenn sie auch zur Verfügung stehen“, erklärt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. Die Wohnung wird an einen Zwischenmieter übergeben oder aufgelöst. Die Post wird per Nachsendeauftrag umgeleitet.

Routenplanung: Die meisten Airline-Allianzen bieten Around-the-world-tickets. „Wir haben aber nur einen Hinflug nach Bangkok gebucht“, erzählt Reiseblogger Stefan Krieger von www.todaywetravel.de. Dann ging es auf dem Landweg oder mit günstigem Regionalflug weiter in die umliegenden Länder. „Wir haben bewusst nicht zu viel vorab gebucht, um mehr Freiheit zu haben.“ Grundsätzlich sollte man sich zu den Ländern ein paar Infos beschaffen: Klima, Reisezeit, Einreisebestimmungen. Der Blogger rät: Langsam reisen, sich Zeit lassen, lieber ein Land weniger einplanen.

Visa und Dokumente: „Je früher du dich um die Visa kümmerst, desto besser“, rät Kinzlinger. In manchen Ländern dauert die Bearbeitung lange und ist teuer, das Visum wird nur von der Botschaft in Deutschland ausgestellt. Andere Länder erteilen Visa bei der Einreise. Oder man geht zum Beispiel in Thailand zur Botschaft von Vietnam und besorgt sich dort das Visum für das nächste Reiseziel.

Wichtige Dokumente sollten eingescannt und online hinterlegt werden. „So hast du auch bei Verlust von Pass, Führerschein, Kreditkarte oder Versicherungsnachweis eine gute Chance, möglichst stressfrei weiter zu kommen“, schreibt Kinzlinger. Weitere wichtige Infos sind die Nummer zum Sperren der Kreditkarte, die TAN-Liste fürs Online-Banking und die Notfallnummer der Krankenkasse. Ein paar Passfotos sind gut, wenn man unterwegs Visa beantragen muss.

Geld: Die Kreditkarte ist der Freund des Weltreisenden. Doch Vorsicht: Nicht jede Karte wird in jedem Land akzeptiert. Wer sicher gehen will, beschafft sich zum Beispiel eine Visa- und eine Master-Card. Krieger empfiehlt Reisekreditkarten von Direktbanken, mit denen Kunden auf der ganzen Welt kostenlos Bargeld abheben können. „Den Notgroschen in bar haben wir zum Glück nie gebraucht.“

Gepäck: Weil ein Weltreisender sein Gepäck in der Regel selbst trägt, empfiehlt sich möglichst minimalistisches Packen. Die klimatischen Bedingungen können aber stark variieren - in Bolivien kann es tagsüber heiß und nachts bitterkalt werden. Krieger rät zum Zwiebel-Look, also zu viele dünnen Lagen, die man übereinander ziehen kann. „Wir haben in Nepal Trekking-Ausrüstung gekauft und nach unserem Trip dort wieder verkauft.“ Letztlich gibt es nur ein paar essenzielle Dinge, die man nicht vergessen darf. Dazu zählt neben Pass und Kreditkarte die persönliche Reiseapotheke mit Medikamenten. Und ein internetfähiges Gerät kann nicht schaden, um Reiseinfos zu suchen oder Hotels zu buchen.