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NWZonline.de Ratgeber Reise

Großbritannien: Am Wochenende genießen Londoner ländliche Idylle

12.04.2014

London David Attenborough, der wohl bekannteste Tierfilmer Großbritanniens, bereist seit mehr als 60 Jahren die Welt. Doch als er neulich gefragt wurde, welches das schönste Fleckchen Erde sei, nannte er den Namen eines Londoner Stadtteils: „Richmond – mit weitem Abstand.“ Die Äußerung erregte auf der Insel einiges Aufsehen.

Nun spielte bei der Antwort des 87 Jahre alten Attenborough sicherlich eine Rolle, dass er selbst in Richmond wohnt. Dass Richmond der schönste Platz der Welt ist, mag nicht jeder so sehen. Unstrittig ist: Richmond ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlen kann. Nirgendwo in Großbritannien werden die Menschen so alt wie dort.

Obwohl Richmond an die innerstädtische District Line angebunden ist, wähnt man sich bereits auf dem Lande. Richmond upon Thames, so der volle Name, liegt in einer anmutigen Auenlandschaft. Man kann kaum glauben, dass dieser liebliche, sich windende Wasserlauf derselbe sein soll, der 20 Kilometer weiter, in Londons Zentrum, zu einem respektablen Strom anschwillt. Richmond war 1902 das erste Panorama, das vom Parlament gesetzlich unter Schutz gestellt wurde. Seitdem darf dort nichts Wesentliches mehr verändert werden.

Im Sommer mit dem Boot von Westminster nach Richmond zu fahren, ein paar Stunden in der Sonne am Fluss zu verbringen, gehört zu den beliebtesten Freizeitvergnügen der Londoner. Im warmen Licht des Spätnachmittags schippern sie dann wieder nach Hause und lassen die Schwäne wie in Zeitlupe an sich vorbeiziehen. Viele träumen davon, irgendwann einmal aus der stickigen Metropole nach Richmond zu ziehen. Für die allermeisten bleibt es ein Traum, denn der Vorort ist eines der teuersten Fleckchen der Stadt.

Der Bezirk Richmond zählt drei große Besucher-Attraktionen: Richmond Park, die größte Freifläche innerhalb der Metropole, in der es sogar frei herumlaufende Hirsche gibt. Die zweite ist das Schloss Hampton Court. Auf der einen Seite ist es ganz trutzige Festung, auf der anderen elegantes Barockschloss – zwei Schlösser in einem sozusagen. Nicht verpassen sollte man die größte erhaltene Renaissance-Küche, in der zur Zeit des Frauenköpfers Heinrich VIII. gut 600 Stück Apfelkuchen auf einmal gebacken werden konnten.

Richmonds dritte Attraktion sind die Royal Botanic Gardens, kurz Kew Gardens genannt. Es ist, als würde England in dessen Kristallpalästen einen kleinen Rest seiner einstigen Kronkolonie Indien verwahren. Allein die Orchideen-Kollektion – die älteste der Welt – zählt mehr als 5000 Arten. Neu im Außengelände ist ein Höhen-Rundweg durch die Kronen uralter Baumriesen. Beim Spaziergang durch die Wipfel scheint die laute City sehr weit weg.

Für manche Hauptstädter gehört Richmond gerade deshalb gar nicht mehr richtig zu London. Es ist viel zu locker bebaut, zu pittoresk, kurz: zu schön, als dass man es dauerhaft dort aushalten könnte. Die Vertreter dieser Sicht würden einen Umzug nach Richmond nie in Erwägung ziehen. Wenn man sie nach dem Grund fragt, antworten sie alle mit dem gleichen Satz: „I am a Londoner.“ Ich bin Londoner.

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