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NWZonline.de Ratgeber Reise

LITERATUR: An den Schauplätzen des Verbrechens

13.05.2006

PARIS /LONDON Wer dem Helden des Buches in der Realität folgt, stößt schnell auf Ungereimtheiten. Viele Angaben sind falsch.

Von Thomas Burmeister PARIS/LONDON - Die Reise könnte mit einem Duschbad nach einer friedlichen Nacht im Zimmer 512 des „Ritz“ in Paris beginnen. Robert Langdon, der Held des Dan-Brown-Bestsellers „The Da Vinci Code“ (in Deutschland: „Sakrileg“), ist hier zwar nicht zur Ruhe gekommen. Doch wer mehr Zeit mitbringt, kann sich hier ausschlafen – für eine Reise zu den Schauplätzen des erfolgreichen Thrillers.

Natürlich geht es auch in Paris billiger als im „Ritz“, das für sein „Da Vinci Code“-Paket 720 Euro pro Nacht verlangt. Unbedingt empfiehlt sich aber ein Besuch bei Colin Field in der Hotelbar „Hemingway“. Der britische Barmann hat passend zu Buch und Film einen Cocktail kreiert. Zucker, Wodka, frisch gepresster Grapefruitsaft, Champagner und als Dekoration eine Rose – fertig ist der „Opus Dei“.

Der kräftige Drink sorgt für beschwingte Stimmung, die man gut für das Músee du Louvre brauchen kann. Bei mittlerweile 48 Millionen verkauften Exemplaren sind Frankreichs bedeutendste Kunstsammlungen vielen nun eher als bedeutendster Tatort des „Da Vinci Code“ im Bewusstsein. Da muss die Reiseführerin Patricia Lengyel viel Aufklärungsarbeit leisten.

Der Thriller, so zeigt sich, strotzt vor sachlichen Fehlern. Man muss gar nicht über die Hauptthese streiten, wonach Maria Magdalena Jesus Christus zum Vater einer Tochter machte. „Browns Irrtümer“, sagt Patricia, „beginnen schon an der Tür zur Grande Galerie, hinter der im Buch Jacques Saunière, der Direktor des Louvre, von dem Albinomönch Silas ermordet wird.“ Doch so kann es gar nicht gewesen sein. Die Tür hat kein Gitter, das wie im Roman herunterrasseln und Silas hätte aufhalten können.

Und die Caravaggio-Gemälde, von denen Saunière eines von der Wand reißt, um die Alarmanlage auszulösen, hängen rund 200 Meter von hier entfernt. Auf solche „Ungenauigkeiten“ des Autors stoßen Louvre-Besucher bei dieser Tour immer wieder. Die Kirche Saint-Sulpice, die zweitgrößte von Paris, stand immer im Schatten der Kathedrale Notre Dame. Seit Dan Brown seinen Albinoriesen in Saint-Sulpice den Schlussstein suchen und eine Nonne erschlagen ließ, schwoll der Besucherstrom mächtig an. Pfarrer Paul Roumanet reagierte ähnlich wie seine Kollegen an den britischen Schauplätzen des „Da Vinci Code“: „Wir heißen die Code-Touristen willkommen und hoffen, dass sie das Buch und den Film zum Anlass nehmen, um die Wahrheit über unsere Religion und unsere Kirche zu erfahren.“ Eine Hinweistafel stellt klar, was die Kirche nicht ist, u. a. „nicht aus den Resten eines antiken Isis-Tempels errichtet“, wie im Roman behauptet wird.

Spätestens an dieser Station wird dem „Da Vinci Code“-Touristen aber auch bewusst, dass der Zeitplan des Thrillers – vom Louvre-Mord bis zur Aufklärung des Familiengeheimnisses der Saunière-Enkelin Sophie in Schottland in knapp 30 Stunden – vom Normal-Reisenden nie eingehalten werden kann. Besser ist es, sich eine gute Woche für die Strecke Zeit zu lassen. Dann geht es zum Beispiel in aller Ruhe mit dem „Eurostar-Express“ vom Pariser Gare du Nord nach London.

Weniger als drei Stunden dauert die Bahnfahrt bis zur Londoner Station Waterloo, die gegenüber der Westminster Abbey liegt. Die wohl bekannteste aller britischen Kirchen ist ein Muss für die Thriller-Touristen. Wer das Innere aufmerksam mit den Szenen des Films vergleicht, kommt allerdings rasch darauf, dass die Kameraleute keinen Fuß über die Schwelle setzen durften. Die Szenen wurden in der Kathedrale von Lincoln in Nordwestengland gedreht.

Mehr Infos unter

www.visitdavincicode.com

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