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Aktualisiert vor 13 Minuten.

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NWZonline.de Ratgeber Reise

Reicher Ägypter verliebt sich in Bergdorf

15.12.2018

Andermatt Ein reicher Geschäftsmann aus dem Orient verliebt sich in ein verfallendes Bergdorf, erobert mit einer märchenhaften Idee die Herzen der misstrauischen Bewohner und verwandelt den Ort in eine der modernsten Ski-Arenen Europas. Was nach einer Alpen-Kitsch-Saga mit Hansi Hinterseer klingt, hat sich im schweizerischen Andermatt tatsächlich ereignet. So ähnlich zumindest.

Die Hauptrolle in der Andermatt-Story spielt der ägyptische Investor Samih Sawiris. Ein Sonnyboy, stets lächelnd, bodenständig und gewinnend. Wäre Sawiris der arrogante Scheich aus der Wüste gewesen, den so mancher am Gotthard erwartete, hätten die eigensinnigen Andermatter den hochtrabenden Plänen wohl auch nie zugestimmt.

Dann wäre Andermatt am Fuße des 2961 Meter hohen Gemsstocks nicht wie Phoenix aus der Asche gestiegen und gemeinsam mit Sedrun in diesem Winter zum größten zusammenhängenden Skigebiet der Zentralschweiz aufgestiegen. 25 Liftanlagen erschließen 120 Kilometer Pisten.

Erst durch den Zusammenschluss mit Sedrun hat Andermatt das Skigebiet bekommen, das es für seine neuen Gäste braucht. „Wir wollen qualitativ auf eine Stufe kommen mit Zermatt oder St. Moritz. Und um das zu erreichen, braucht es unter anderem ein erstklassiges Skigebiet“, sagte Investor Samih Sawiris jüngst der Zeitung „Blick“. Ihm ist wohl bewusst, dass der Erfolg seines Megaprojekts mit dem Skigebiet steht und fällt. Zumal Andermatt weder den Glamour von St. Moritz noch ein Matterhorn wie Zermatt zu bieten hat. Die Gipfel rund um den 1444 Meter hoch gelegenen Ort wirken eher unspektakulär und trutzig – daran kann nicht einmal Sawiris etwas ändern.

An allem anderen schon. Als der Ägypter 2005 nach Andermatt kam, befand sich das Bergdorf in einem rasanten Niedergang, ausgelöst durch den Abzug der Armee. Lange Jahre sind die Kasernen im Ort ein Teil der Gotthard-Festung Réduit gewesen, in der sich die Schweizer bei einem Angriff auf das neutrale Land verschanzen wollten.

„Die Kneipen und wir alle haben von der Armee gelebt“, erzählt Ortsführer Bänz Simmen. „Die Soldaten waren anspruchslos. Da musste man nicht freundlich sein und auch nicht gut kochen können.“ So sei man in Andermatt bequem geworden. Das böse Erwachen kam, als die Schweizer Armee nach dem Ende des Kalten Krieges ihre Alpenfestung aus Kostengründen aufgab. Andermatt verfiel – bis Sawiris kam.

Der Ägypter erkannte das Potenzial des Bergdorfs, das recht nah an Großstädten und Flughäfen liegt. Der Geschäftsmann witterte ein großes Geschäft, und brachte das nötige Kleingeld und Know-how mit. Sawiris stammt aus einer reichen Unternehmerfamilie koptischer Christen, die ganze Städte aus dem Boden stampft.

Der Ägypter spricht perfekt Deutsch und präsentierte seine Pläne persönlich. Am Ende stimmten neben Gemeinden und Kantonen auch die Andermatter in Referenden dem Mega-Projekt zu. Sawiris hat angekündigt, 1,8 Milliarden Schweizer Franken in das Andermatt Swiss Alps-Projekt zu investieren, rund eine Milliarde ist bereits verbaut.

Trotzdem: Weil der erhoffte Goldrausch noch auf sich warten lässt, murren einige im Ort. Die gestiegenen Mieten sind ein Ärgernis, auch die Baustellen. Skilehrer Fränggi Gehrig nimmt die Nachteile in Kauf, schließlich profitiert er wie so viele vom Aufschwung. „Und was wäre auch die Alternative gewesen?“, fragt Gehrig. Um dann selbst die Antwort zu geben: „Ohne Sawiris wäre es in Andermatt zappenduster.“

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