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Aktualisiert vor 33 Minuten.

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NWZonline.de Ratgeber Reise

Ein Leuchtturm im Alpenraum

13.04.2019

Andermatt Warum nach Andermatt? Ganz tief in der Schweiz? Die Antwort liefert ein Großer in Deutschlands Historie, Johann Wolfgang von Goethe: „Mir ist’s unter allen Gegenden, die ich kenne, die liebste und interessanteste“. So formulierte der Dichterfürst (1749–1832) auf einer seiner Italienreisen im Jahr 1779. Nachzulesen auf einen Hausgiebel mitten im Dorf der kleinen Gemeinde in Graubünden.

Klein? Andermatt auf 1444 Meter Höhe ist auf dem besten Weg zu einem regelrechten Hotspot im Alpenraum zu werden. Ein Ägypter will mehr als 3,5 Milliarden Euro in Andermatt investieren, um aus dem beschaulichen Flecken ein touristisches Highlight zu zaubern – gemeinsam mit den Nachbargemeinden Sedrun und Disentis. Mit der größten Ski-Arena der Zentralalpen im Winter und einem Wanderparadies im Sommer. Ein St. Moritz der Gegenwart zu Füßen des Gotthardmassivs. Andermatt-Sedrun-Disentis soll zum Magneten der Zentralschweiz werden.

Vom Bach zum Strom

Direkt unter den Häusern von Andermatt verläuft der Gotthard-Tunnel, benannt nach einem deutschen Bischof, dem heiligen Godehard, für den vor bald tausend Jahren eine kleine Kirche auf dem Pass erbaut wurde. Das ist lange her.

Die aktuellen Visionen der Investoren aus dem Morgenland stehen keineswegs nur auf dem Papier. Ein paar Hundert Millionen Euro stecken schon in Hotels, Wellness-Oasen, Golfplatz, hochmodernen Bergbahnen, nagelneuen Almen mit Spitzenküche und einem völlig neu gestalteten Bahnhof. Ein Hubschrauberlandeplatz ist natürlich längst vorhanden.

Und die Andermatter ziehen mit. „Vor ein paar Jahren lebten hier in diesem Hochtal nur noch 1000 Menschen“, erzählt der Dorf-Chronist Bänz Simmen, der auch schon im Himalaya-Gebirge herumkletterte. Mit dem Geld kommen nicht nur Baustellen, sondern Arbeitsplätze. Nur ein Beispiel: Aus einer Handvoll Skilehrer sind über hundert geworden, die den Gästen die besten Schwünge auf den Pisten beibringen oder im Sommer als Bergführer arbeiten.

Ein Märchen aus 1000 und einer Nacht? Mit einem veritablen Leuchtturm mitten in den Bergen? Kein Märchen. Kurz vor dem Oberalp-Pass streckt der Rundbau sein Haupt in den Himmel – mit roter Bauchbinde, weißem Hut und einem richtigen Leuchtfeuer im Innern. Unübersehbar markiert der Leuchtturm auf 2345 Höhenmetern – oberhalb von Disentis/Sedrun – die Quelle des Rheins. Der Turm ist die Kopie eines Zwillingsbaus in Rotterdam. Das Rhein-Wasser legt insgesamt 1321 Kilometer zurück, bis der Alpenbach als mächtiger Strom in die Nordsee mündet.

Die Bergmassive rund Andermatt und Disentis sind auch die Geburtskammern weiterer europäischer Ströme. Am Gotthardmassiv entspringen außer dem Rhein auch Reuss, Rhone und Ticino. Diese Flüsse verteilen sieben Prozent des Alpenwassers in alle vier Himmelsrichtungen. Die Quellen sind durch den Vier-Quellen-Weg, einen in fünf abwechslungsreichen Etappen begehbaren Wanderweg, verbunden.

Doch die Rheinquelle will erklettert werden. Mit einem zweistündigen Aufstieg. Gemütlich. Auf festen Pfaden. Unterwegs entschädigen im Sommer farbenprächtige Alpenblumen, Kräuter, Erlenwälder und erstaunlich warme kleine Badeseen für die Mühen. Ein Paradies auch für Mountainbiker und Nordic-Walker.

Einsamkeit im Kloster

Im Winter können sich Skifahrer austoben auf 120 Pistenkilometern bis zu fast 3000 Höhenmeter. Bestens präpariert. Kein Gedrängel an den Liften. Platz satt auf den Abfahrten. Zig Skischulen kümmern sich um die Kleinsten. In eigenen Kinderrestaurants darf ruhig mal getobt werden – wer noch genug Energie hat nach dem Skikurs.

Massentourismus hat dort keine Heimat. Im Gegenteil. Die Hänge laden zum entspannten Freeriden ein. Wer’s kann. Grenzen gibt’s keine. Die Skiregion verbindet sogar zwei Kantone. „Man kann am selben Tag in Graubünden und Uri Ski fahren“, schwärmt Cornelia Keller von Graubünden-Tourismus.

Und wer noch mehr Einsamkeit sucht – auch kein Problem. Das Kloster Disentis, ein prächtiger Barockbau, öffnet seine Tore. Die Gästezimmer in dem 1400 Jahre alten Bau, der größten Klosteranlage der Schweiz, besitzen Vier-Sterne-Niveau. Schlicht und elegant. „Auf einen Fernseher wurde bewusst verzichtet, dafür gibt es ein Lesezimmer und Salon“, sagt der Klosterführer. Aber wer braucht einen Fernseher? Das Alpenpanorama vor dem Fenster schlägt jede TV-Show.

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Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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