BAD HöNNINGEN - Zwischen Rhein und Westerwald sprudeln viele Mineralquellen. Eine Therme wurde aufwendig umgebaut.

Von Heidemarie Pütz

BAD HÖNNINGEN - Die schönste Art, sich Gutes zu tun – das verspricht der Prospekt von Vitaparc, der Dachorganisation von 22 Orten mit einem Wellness-Angebot in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Sich beispielsweise in Bad Hönningen und Bad Breisig im Mittelrheintal oder Bad Marienberg und Rengsdorf im Westerwald einfach wohl zu fühlen, gelingt jedoch nicht immer.

Bad Hönningen trumpft mit seiner „Kristall Rheinpark-Therme“ auf. Bis in die 80er-Jahre kamen Kurgäste und Wochenendurlauber reichlich. Die Schmiedgasse brüstet sich, ähnlich anziehend wie die Drosselgasse in Rüdesheim zu sein.

Seit Wellness groß geschrieben wird, soll die aufwendig umgebaute Therme am Rheinufer dem Schwund der Badegäste entgegenwirken. „Baden wie im alten Venedig“ lautet das Motto. Über Kitsch lässt sich nicht streiten. Und manchem gefällt es, umgeben von Marmor, Kristalllüstern und Illusionsmalerei, im Heilwasser Gymnastik zu treiben oder im osmanischen Hamam und in der Rialto-Sauna zu schwitzen.

Gegenüber liegt Bad Breisig am Fuß der Burg Rheineck und mit Blick auf den rauchenden Schlot eines Chemie- und Pharmaunternehmens. Das Kurhaus ist in die Jahre gekommen. Der alte exotische Baumbestand im Park lässt erahnen, dass einst gutbetuchte Bürger hier kurten. Inzwischen buhlen auf der Rheinpromenade Speisetafeln um Kunden.

Noch immer sprudelt aus vier Mineralquellen heilsames Wasser, dem Geyer-, Ludger- sowie Mariensprudel und der Gertrudiquelle. Die „Römer-Thermen“ bieten von Thermalwasser über Saunalandschaft bis zum Fitness-Studio viel. Doch riecht es bereits am Eingang mehr nach Schweiß und Chlor als nach Entspannung.

Beschaulich wird es im Westerwald: Bad Marienberg ist seit 1954 Kneipp-Kurort mit Wassertretbecken im Kurpark und Apothekergärtchen. Schiefergedeckte Fachwerkbauten lassen den Ort schmuck erscheinen, auch wenn wie vielerorts Einheitsketten ihre Waren feilbieten.

Im „Hotel Wildpark“ über den Wipfeln des Hohen Westerwaldes werden Trennkost-, Molke- und Kneipp-Kuren angeboten, und es kann nach Johann Schroth „geschrothet“ werden. Wem der Sinn nach Aktivität steht, kann in Bad Marienberg die Laufschuhe anziehen und die Stöcke schwingen. Seit Mai 2004 gibt es einen Nordic-Walking-Fitness-Park.

Auch Rengsdorf am Rande des Westerwaldes kämpft mit dem Rückgang der Gäste. Nun sollen ein Rollstuhlwanderweg, Streuobstwiesen und Nordic-Walking-Touren die Attraktivität erhöhen.

Informationen: Rheinland-Pfalz

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