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NWZonline.de Ratgeber Reise

Feinschmecker fühlen sich wie im Paradies

13.01.2018

Bangkok Meterhoch schießen Flammen aus dem Wok. Eine normale Küche würde längst brennen. Bei Ann Guay Tiew Kua Gai in Bangkoks China Town aber wird unter freiem Himmel gekocht, in einem schmuddeligen Hinterhof. Der Anblick von Krabbeltierchen und Essensresten auf dem Boden lässt den westlichen Magen krampfen, der Duft von Sojasoße, Knoblauch und Chili das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Grelles Neonlicht

„Wer sehr empfindlich ist, darf nicht so genau hinschauen“, sagt Naiyana schmunzelnd. Die Thailänderin begleitet Touristen auf kulinarische Streifzüge durch Bangkok, dem der angesehene „Guide Michelin“ für 2018 erstmals einen Restaurantführer gewidmet hat.

Mit einem Tuk Tuk düst Naiyana abends durch das Verkehrsgewühl von einem Lokal zum anderen. Sie stoppt auch vor Läden, in die westliche Besucher allein keinen Fuß setzen würden. Dort sitzen Einheimische dicht gedrängt auf Plastikstühlen an blanken Tischen. Grelles Neonlicht beleuchtet kahle Wände.

Gekocht wird wie bei Ann Guay Tiew Kua Gai im Hinterhof oder wie bei Toom Jim Joom auf dem Gehweg in kleinen Lavasteintrögen. Über glühender Holzkohle liegen Grillroste, Suppen- und Reistöpfe dampfen vor sich hin. An Haken hängen Fleischstücke, Innereien, Hühnerfüße.

So einfach die Garküchen auch sind, was dort in Windeseile zubereitet wird, ist köstlich: Bei Restaurant-Besitzer Toom sind es Klassiker wie Grüner-Papaya-Salat und Tom-Yung-Gang-Suppe. Thai-Gerichte sind purer Genuss, sofern man nicht in die Chili-Falle tappt. „Weniger scharf“ ist für Nicht-Thailänder immer noch höllisch scharf.

„In den Hotel-Restaurants kochen wir natürlich entsprechend entschärft“, erzählt Ning. Die Thailänderin ist Köchin im „Peninsula Hotel“ direkt am Chao Phraya. Das Thai-Restaurant „Thiptara“ gehört zu den schönsten der Stadt. Es ist einem thailändischen Dorf nachempfunden und mit Teakholz-Hütten rund um einen Banyan-Baum herum gebaut.

Im „Thiptara“ finden auch Thai-Kochkurse statt. Morgens fährt Ning mit ihren Gästen zunächst auf den Tha Din Daeng Markt ganz in der Nähe des Hotels. „Thailändische Gerichte sind einfach, gute Zutaten deshalb das A und O“, betont die Köchin. Auf dem Markt stapeln sich Gemüse, Pilze, Sprossen und Gewürze.

In ihren Kursen präsentiert Ning immer auch den Klassiker Pad Thai. Zur Herstellung der Reisnudeln werden Fischsoße, Tamarindenpaste, Knoblauch, Chili und Mungbohnensprossen verwendet. Getrocknete Krabben verleihen dem Gericht zusätzlich Würze, Koriander, Frühlingszwiebel und Limette Frische.

Erlauchter Kreis

„Pad Thai gibt es überall, aber nirgendwo so gut wie bei „Thipsamai““, schwört Naiyana auf ihrer Kulinariktour. Das Restaurant in der Nähe des Blumenmarkts gibt es seit 1966. Allabendlich bilden sich Schlangen vor den Woks an der Straße. Das Thipsamai ist in fast jedem Reiseführer erwähnt. Dennoch kostet das Pad Thai dort nur 60 Bhat, etwa 1,50 Euro.

Bei Jay Fai zahlt man für die Spezialität des Hauses 1000 Baht, umgerechnet 26 Euro. Ein stolzer Preis für eine Garküche. Aber das Krabben-Omelett Khai Jeaw Poo ist jeden Cent wert. Denn am Wok steht eine Meisterköchin. Die Frau mit ihren 70 Jahren und den sehnigen Armen trägt eine Art Skibrille, um ihre Augen vor Fettspritzern zu schützen. Seit 40 Jahren kocht Jay Fai in dem nach ihr benannten Lokal. In Bangkok ist sie längst eine Legende, jetzt aber kennt sie die ganze Gourmet-Welt. Denn der altehrwürdige „Guide Michelin“ zeichnete Jay Fai Anfang Dezember sensationell mit einem Stern aus.

Jay Fai ist eins von 14 Restaurants, die der in Frankreich gegründete Führer in seiner ersten Bangkok-Ausgabe mit einem Stern geadelt hat. Zum erlauchten Kreis der Sternerestaurants zählt auch das „Sühring“. Dort servieren die Berliner Mathias und Thomas Sühring in einer ehemaligen Diplomatenvilla moderne Interpretationen deutscher Klassiker wie Frankfurter Grüne Sauce oder Spätzle.

Anreise und Formalitäten: Verschiedene Fluggesellschaften fliegen von Deutschland nonstop nach Bangkok. Für die Einreise nach Thailand reicht EU-Bürgern ein gültiger Reisepass.

Geld: 1 Euro sind 38 Thailändische Baht (Stand: 13. Dezember 2017).

Informationen: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstraße 58, 60311 Frankfurt, Telefon  069/138 13 90


     www.thailandtourismus.de 
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