Durch eine schmale Waldschneise fährt die Schrägseilbahn aus dem Tal himmelwärts. Nur 185 Meter ist der Weg lang. Wer in der Talstation am Parc de 7 Heures genauer hinschaut, kommt ins Staunen: Die meisten Fahrgäste in der Seilbahn tragen weiße, flauschige Bademäntel. „Solch eine Bahn vom Hotel im Tal direkt in die Therme hat kein anderes Kurbad“, sagt Albert Warnimont, der Besucher durch das Heilbad führt.
„Spa lebt aus der Vergangenheit“, sagt Warnimont. Fast hätte die 10 000 Einwohner zählende Kleinstadt die jüngste Wellness-Bewegung verschlafen. Das ehemalige Kurhaus aus dem Jahr 1853 galt schon lange nicht mehr als zeitgemäß. Doch mit der im April 2004 eröffneten Therme geht Spa einen Schritt in die Zukunft.
Großzügig und gläsern präsentieren sich die für 13 Millionen Euro errichteten Bauten auf dem nördlichen Höhenzug über der Stadt. 800 Quadratmeter Wasserfläche weisen die modernen Badewelten auf, 32 Grad warm ist das belebende Nass aus der Clementine-Quelle. An das lichte Bad schließen sich auf zwei Ebenen Dampf-, Moor- und Kohlensäurebäder an. Saunen, Sonnenterrassen, Ruheräume machen die Entspannung komplett.
Dieser belebende Genuss war im 18. und 19. Jahrhundert dem Adel und dem betuchten Bürgertum vorbehalten. Sie alle waren Gäste in Spa: König Leopold II. von Belgien, die Komponisten Jacques Offenbach und Giacomo Meyerbeer, Victor Hugo und Albert Einstein, Zar Peter der Große von Russland und König Gustav III. von Schweden.
Aus den goldenen Zeiten stammt auch das Spielkasino, dessen prunkvolle Säle heutzutage von Roulettespielern im lässigen Freizeit-Look beherrscht werden. „Bereits 1751 wurde durch den Bischof von Lüttich zum ersten Mal das Privileg des Glücksspiels für Spa erteilt“, erklärt Jean-Christophe Choffray vom Kasinomanagement.
„Damit sind wir das älteste Spielkasino der Welt, in dessen ehrwürdigen Mauern einst ausschweifende Bälle und rauschende Partys gefeiert wurden.“ Einmal im Jahr hält die Königsklasse des Motorsports Hof auf der Rennstrecke in Spa-Francorchamps. Zum Rennzirkus gesellen sich dann rund 200 000 Zuschauer, die die knapp sieben Kilometer lange Strecke säumen. Erinnerungen an große Wettkämpfe hält das Rennstreckenmuseum im benachbarten Stavelot bereit. Die Ausstellung zeigt historische Rennwagen und erzählt die Geschichte des Rennkurses von Spa-Francorchamps von 1921 bis heute.
Infos:
Belgien-Tourismus Wallonie-Brüssel, Tel. 0221/27 75 90,www.belgien-tourismus.de www.thermesdespa.com www.spa-info.be, www.abbayedestavelot.be www.spa-francorchamps.be
