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Neuwahlen in Thüringen   im April 2021 – MP-Wahl im März
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Entscheidung In Erfurt
Neuwahlen in Thüringen im April 2021 – MP-Wahl im März

NWZonline.de Ratgeber Reise

Vom Bunker bis zur Zaubergrotte

24.12.2019

Berchtesgaden /Bad Grund Winterurlaub in Deutschland? Das heißt Skifahren, Museen oder Strandspaziergänge an der See. Doch es geht auch anders. Höhlen, Grotten, Keller, Stollen und Bunker laden zu Entdeckungen unter Tage ein. Geschützt vor Regen, Wind und Schnee. Sieben Anregungen für lohnenswerte Ausflüge in die Unterwelt.

Salzluft in Berchtesgarden

Was ist das für ein Gefühl, in einem Stollen zu übernachten? Eine Antwort auf diese Frage gibt es in Berchtesgaden. Hier können Besucher der Spur des Salzes in ein 500 Jahre altes Salzbergwerk folgen - und in einem 850 Quadratmeter großen Salzheilstollen die Nacht verbringen. Weil die Luft in der Halle zusätzlich mit Salzionen angereichert wird, entsteht ein Klima, das nicht nur zur Erkältungszeit die Gesundheit fördern kann. Die Akustik lässt sich zum Beispiel bei Konzerten und sogenannten Entspannungseinfahrten am Nachmittag für zwei bis drei Stunden erleben. Das Angebot reicht von Klangreisen mit irischen Harfen und tibetischen Klangschalen bis zu einer Alpenschamanischen Rauhnacht. (www.salzbergwerk.de, www.salzheilstollen.com)

Korallenriff im Harz

Ein Korallenriff im Harz? Klingt unwirklich. Doch der Iberg im Oberharz hat eine lange Reise hinter sich. Mit der Kontinentalverschiebung ist das ehemalige Riff aus der Südsee auf die nördliche Halbkugel gelangt.

In der viele Millionen Jahre alten Tropfsteinhöhle bezeugen auch versteinerte Meeresbewohner die bewegte Geschichte. Sinterkaskaden und mächtige Bodentropfsteine stammen aus jüngerer Zeit. Für Februar 2020 sind drei abendliche Schatzsuchen geplant. Im Museum des Höhlenerlebniszentrums sind rund 3000 Jahre alte Knochen aus einem bronzezeitlichen Höhlengrab ausgestellt. (www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de)

Zwangsarbeit unter Tage

In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges wurden weite Teile der deutschen Rüstungsindustrie und damit die KZ-Zwangsarbeit unter Tage verlegt. So mussten auch mehr als 60 000 Menschen vor allem aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich zwischen 1943 und 1945 in den Stollen des KZs bei Nordhausen im Harz in Zwangsarbeit eine unterirdische Raketenfabrik ausbauen. Jeder dritte Häftling starb.

Einen geschichtswissenschaftlich fundierten Einblick in das Ausmaß der Menschrechtsverletzungen der NS-Diktatur erhalten Besucher bei Führungen über das einstige Lagergelände und durch die Stollen in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Besucher können sich ein Bild von der Dimension des Stollensystems und Rüstungsbetriebes machen.

http://www.buchenwald.de/29/

Erlebnismuseum Grottoneum

Sie schimmern blau, grün, rötlich, gelb oder violett: Mit der Pracht von 75 Farben haben es die Saalfelder Feengrotten sogar bis ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ verändern sich ständig. Denn das Weichmineral Diadochit lässt die Tropfsteine ein bis drei Zentimeter pro Jahr wachsen. Das Erlebnismuseum Grottoneum informiert über die Entstehung des ehemaligen Schieferbergwerks.

Das Einatmen der Grubenluft soll bei Atemwegserkrankungen wirksam sein. Besucher können die Therapie mit zweistündigen Inhalationen im Heilstollen testen oder als Kur regelmäßig anwenden.
(www.feengrotten.de)

Der Bunker der Deutschen Bundesbank

In der alten Bundesrepublik war er über zwei Jahrzehnte lang eines der bestgehüteten Geheimnisse: Der Bunker der Deutschen Bundesbank in Cochem an der Mosel. Gut getarnt unter der Erde in einem Atombunker lagerten 15 Milliarden Deutsche Mark für den Ernstfall. Zur Aufbewahrung der geheimen Notstandswährung BBK II wurde eine 1500 Quadratmeter große Tresoranlage benötigt. Nach der Restaurierung haben Besucher seit 2016 die Möglichkeit, die Dokumentationsstätte zu besichtigen.
(www.bundesbank-bunker.de)

Auf den Spuren der Bergleute

In Nuttlar können Besucher den Schieferabbau noch so erleben, wie er vor über 100 Jahren im Sauerland praktiziert wurde. Bei den körperlich anspruchsvollen Führungen durch das Schieferbergwerk wird Wert auf Authentizität gelegt. Auf Annehmlichkeiten wie elektrisches Licht, geschotterte Wege, betonierte Stufen oder Stahlgeländer wird bewusst verzichtet. Wie bei den Bergleuten sorgt lediglich eine Lampe am Bergwerkshelm für Orientierung auf dem Weg in den Berg, dessen Stollenlabyrinth sich auf fünf Sohlen über 20 Kilometer erstreckt.

Der Lichtschein lässt die Kulisse aus haushoch gestapelten Schiefermauern, unterirdischen Seen, Schiefertreppen, schmalen Gängen und riesigen Abbaukammern noch imposanter erscheinen. Die zwei unteren Ebenen der Schiefergrube sind auf einer Länge von zwölf Kilometern geflutet und ein Revier für Höhlen- und Sporttaucher. (www.schieferbau-nuttlar.de)

Bacchus-Gewölbe an der Mosel

Der unterkellerte Stadtkern von Traben-Trarbach erinnert heute noch daran, dass die Stadt an der Mosel um 1900 als zweitgrößter Weinumschlagplatz Europas galt. In dem verzweigten Netzwerk aus historischen Schiefer- und Sandsteinkellern können 32 Kellergewölbe besichtigt werden. Auf geführten Ausflügen in die Unterwelt haben Besucher Gelegenheit, mehr über den historischen Weinbau und die alte Kellertechnik zu erfahren. Außerhalb der Führungen ist es möglich, sich auf einer QR-Code-Tour über die einzelnen Keller zu informieren. Noch bis zum 1. Januar verwandeln sich vier geschichtsträchtige Gewölbekeller an den Wochenenden in den unterirdischen Mosel-Wein-Nachts-Markt. (www.unterwelt-ausflug.de, www.mosel-wein-nachts-markt.de)

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