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NWZonline.de Ratgeber Reise

Wenn das Urlaubsland Menschenrechte nicht achtet

15.06.2019

Berlin /Kiel China, Ägypten, Türkei – nicht in jedem Land erfüllt sich unser westliches Demokratieverständnis. Doch sollten Touristen deshalb gleich auf das Reisen dorthin verzichten?

Vertreter der Tourismusbranche sind geteilter Meinung. Von Reisen in Länder mit zweifelhaftem Ruf raten sie aber nicht ab. „Ich glaube schon, dass der Anteil wächst an Leuten, die sich dafür interessieren“, sagt Jara Schreiber vom Roundtable Human Rights in Tourism. Aber es sei noch eine Nische. Der Verband versteht sich als Diskussionsplattform, um Menschenrechte im Tourismus zu fördern.

Anders sieht das Martin Lohmann vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa: „Es spielt keine große Rolle, welche politische Form ein Land hat“, sagt der Experte. Vielmehr komme es auf die mögliche persönliche Betroffenheit vor Ort an: Könnte ich leichter als andernorts das Opfer eines Terroranschlags werden? Dann reise ich vielleicht eher nicht in ein Land. Wenn sich aber zum Beispiel die Minderheit der Uiguren in China unterdrückt sieht, dann sehe man als Tourist deshalb nicht vom Reisen ab.

Aber sollte man vielleicht genau dies tun? Und wie schafft man es, ein Regime nicht zu unterstützen, einfache Menschen im Land aber schon? „Es kommt weniger auf die Entscheidung zum einzelnen Land an, als auf die Frage, wie man tatsächlich vor Ort reist“, sagt Antje Monshausen, Referatsleiterin Wirtschaft und Umwelt bei der Organisation Brot für die Welt.

Bei den Kunden großer Veranstalter spielt das Thema Menschenrechte nicht unbedingt eine Rolle. „Spezifische Rückfragen zu der menschenrechtlichen Situation in einem Land erhalten wir bislang kaum“, räumt Ulrike Braun vom Veranstalter DER Touristik ein.

Wer sich entschieden hat, in ein Land zu reisen, in dem Berichten zufolge Menschenrechte verletzt werden, sollte einige Dinge beachten. Prof. Hartmut Rein von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde rät, möglichst Kontakt mit den Einheimischen zu suchen. Auch für Monshausen ist es wichtig, dass man Menschen vor Ort begegnen kann - und zwar eigenständig. Nordkorea ist hier das extreme Gegenbeispiel. Alles, was man dort zu sehen bekommt, ist arrangiert.

Der Kontakt mit Einheimischen kann aber auch Risiken bergen. Zum einen kann man sich selbst durch kritische Aussagen in Gefahr bringen, zum anderen die Einheimischen, die mit den Touristen reden. „In bestimmte Länder kommen sie dann halt kein zweites Mal mehr rein, und wenn sie Pech haben, nicht mehr raus“, sagt Rein. Durch das Reisen habe man die Möglichkeit, einen Wandlungsprozess in einem Land zu unterstützen. Beispiel Myanmar: Dort komme auch durch den Tourismus der Demokratisierungsprozess in Gang.

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