BIELEFELD - Sage niemand, es würden keine Paläste mehr gebaut. Der Bielefelder Backpulverspezialist Oetker wird ihn Lügen strafen. Das westfälische Unternehmen hat das brandneue Palais Namaskar in Marrakesch in seinen Masterpeacehotel-Bauchladen aufgenommen. Gäste, die dort frühstücken, aber im Oetker-Chateau Saint-Martin in Vence in der französischen Provence lunchen oder zum Tee im Eden Roc am Cap d’Antibes sein wollen, können den hoteleigenen Shuttle nehmen: Der Privatjet fliegt sie schnell hin.

Nach Angaben von Clarissa Benecke von der „Oetker Collection“ in München kann man sich von dem Flieger vom Typ Falcon 900 LX, der ganz im Stil des Namaskar eingerichtet ist, „aber genauso gut vom Pool in Marrakesch aus zu einem Date nach Casablanca“ (halbe Stunde) düsen lassen. Nach Südfrankreich sei es ebenfalls nur ein Katzensprung. Aber auch Ziele wie New York, Moskau oder Abu Dhabi seien „kein Problem“.

Abu Dhabi liegt insofern nahe, als der Konzern dort nächstes Jahr an der prestigeträchtigen Corniche im Zentrum das nächste Hotel („Le Bristol“) eröffnen wird. Maximal passen 14 Personen an Bord der schnellen Sänfte.

Übrigens ist das Namaskar das erste Oetker-Hotel auf afrikanischem Boden. Das Haus, das ganz nach Feng-Shui-Prinzipien konstruiert worden ist, verfügt über 41 Suiten, Villen und Einzel-Paläste (mit bis zu vier Schlafzimmern).

Das von Wasserläufen und Seen durchsetzte „Gärtchen“ mit seinen bescheidenen 40  000 Quadratmetern erquickt auch solche Pärchen, die nur das billige Superior-Zimmer für schlappe 780 Euro pro Nacht (inklusive Frühstück) belegt haben.

Fünf Jahre hat der französisch-algerische Architekt Imaad Rahmouni am Namaskar gebaut und sich dabei in moderner wie orientalischer „Designsprache“ ausgedrückt. Vielleicht unnötig zu sagen, dass neben einem Pool-Palast Hotelrestaurants sowie Spa-Bereiche für höchste Ansprüche entstanden sind. Verabreicht werden dort schwerpunktmäßig Produkte nach indischem Ayurveda. Natürlich gibt es auf Wunsch persönliche Trainer und Yogalehrer.