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NWZonline.de Ratgeber Reise

Grusellabyrinth, Spukhotel und Horror-Fest

30.09.2017

Bottrop In den USA ist Halloween ein riesiges Volksfest. Deutschland kann da nicht mithalten. Doch auch hierzulande gibt es für Horrorfans jede Menge Orte, um sich richtig zu gruseln:

Die Frau im weißen, bodenlangen Kleid ist blutüberströmt. Sie hat riesige Kulleraugen und ein Kinderpüppchen fest an sich gedrückt - unheimlich. „Schmeckt es dir?“, fragt sie herausfordernd. Dem Mann gegenüber bleibt beinahe sein Hotdog im Hals stecken. Im Grusellabyrinth NRW ist schon die Snackbar nichts für schwache Nerven. Wer angestaubten Grusel à la Rummelplatz-Geisterbahn erwartet, wird eines Besseren belehrt.

„Im Bann der Finsternis“

Die Schauspieler gehen in ihren Rollen auf. Täuschend echt und gut gelaunt grässlich. Wer das alte Zechengebäude in Bottrop betritt, schreitet in eine andere Welt. „Europas größte Grusel-Erlebniswelt“ verschluckt und verschreckt jährlich Tausende Besucher. Menschen mit Clownsphobie meiden den Ort lieber. Neben der 100-minütigen Hauptattraktion „Im Bann der Finsternis“ (ab 8 Jahren zugelassen, ab 10 empfohlen) gibt es in „Schacht 13“ für Hartgesottene ab 16 Jahre einen „brutalen Horrortrip“ über zehn Minuten - die reichen auch.

Rund um Halloween servieren die Gruselexperten im Ruhrpott bluttriefende Extraeinlagen ihres zweifelhaften Könnens. Das Zusatzprogramm „Halloween-Spektakel“ läuft vom 29. September bis 19. November. „2017 haben wir spektakuläre Neuheiten“, verspricht Geschäftsführer Holger Schliemann. So findet man zum Beispiel entlang eines grausigen Märchenpfads Pinocchio und die Schneekönigin, wie man sie nie erleben wollte. Und im Imaginarium-Theater gibt es einen Blick in die Horror-Werkstatt. Na dann: „Happy Horror Halloween“.

Das "Halloween-Spektakel" im Grusellabyrinth NRW ist nichts für schwache Nerven. Foto: Inga Lübker/Grusellabyrinth NRW/dpa-tmn

Grusellabyrinth NRW, Knappenstraße 36, 46238 Bottrop (Tel.: 02041/5670668, www.grusellabyrinth.de). Kinder zahlen 23 Euro für die Hauptattraktion, Erwachsene 29 Euro. Das „Haupt-Visum“ für das komplette Erlebnis mit allen Attraktionen liegt bei 34 Euro.

Spuknacht in alter Psychiatrie

Wer statt inszeniertem Grusel mehr auf Ghostbusters-Romantik steht, der nimmt vielleicht an einer Spuknacht im Sanatorium Sommerstein am Rande des Thüringer Waldes teil. Zu DDR-Zeiten war es eine Männer- und Frauenpsychiatrie, heute kursieren unheimliche Geschichten über die verlassene Anlage. „Schritte und Stimmen aus dem Nichts, ein vibrierender Boden, plötzlich auftretende Eiseskälte, seltsame Geräusche aus dem alten Behandlungszimmer, ein unerklärlicher Äthergeruch, ein stillgelegter Aufzug, der sich von alleine zu bewegen scheint“, zählen die Veranstalter der Spuknächte auf.

Die Teilnehmer stärken sich beim gemeinsamen Abendessen, dann weisen „Geisterjägerschulungen“ in die Geschichte des Ortes ein, erklären die Spukphänomene. Nach der Henkersmahlzeit geht es bis Mitternacht auf Geisterjagd. In Kleingruppen, mit allen (Mess-)Geräten und esoterischen Praktiken. „Da es sich um eine echte Untersuchung paranormaler Phänomene handelt, werden keine Tricks angewandt oder Dinge inszeniert. Deshalb kann es keinerlei Garantie dafür geben, dass sich paranormale Phänomene ereignen werden“, erklären die Veranstalter dazu. Für viele Besucher macht das den Reiz aus. Wer um kurz nach Mitternacht sein „Geisterjägerdiplom“ in den Händen hält, der weiß, was Mut bedeutet.

Wohlweißlich ist die Teilnahme an der Spuknacht erst ab 18 Jahren möglich, ab 16 mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten. Die Spuknächte starten meist am Nachmittag. Vergleichbare Angebote gibt es auch in Ruinen, Grotten, Kasematten und Schlössern unter anderem in Bayern, Thüringen oder auch Österreich.

Foto: Joerg Hellwig/Grusellabyrinth NRW/dpa-tmn

Spuknacht (Tel.: 0851/98 84 066, E-Mail: info@spuknacht.de, www.spuknacht.de). Preise ab 70 Euro ohne Abendessen.

Werwölfe, Zombies und Vampire

Gruselprofis finden sich auch auf Burg Frankenstein im Mühltal bei Darmstadt. Hoch oben auf den Ausläufern des Langenbergs wird seit 1977 Halloween zelebriert. Einst von dort stationierten US-Soldaten ins Leben gerufen, ist das Spektakel längst Kult. „Zu Anfang gab es circa 30 bis 40 Monster, die Kulissen waren noch bescheiden. In manchen Ecken war es stockdunkel“, berichtet Sprecherin Petra Kämmerer. „Ich selbst war mit 16, also vor über 30 Jahren, zum ersten Mal als Gast dort und habe mich fast zu Tode erschreckt.“

Damals besuchten hauptsächlich US-Soldaten und deren Angehörige das Event. „Wir haben damals ohne Pause durchgespielt, bei Wind und Wetter“, erinnert sich Boris Stirm, seit 36 Jahren Monster. Noch immer steht er jeden Spielabend als Sumpfkönig im kalten Wasser, um Besucher das Gruseln zu lehren.

Heute sind es im Schnitt jährlich 30.000 Halloweenpilger, die auf Burg Frankenstein mit rund 100 Monstern unvergessliche Gruselabende erleben. Werwölfe, Zombies, Folterknechte, Vampire, Hexen, Freddy Krüger, Mike Myers oder Jason - kein Albtraum bleibt unerweckt. „Wer sich im Dunkeln nicht traut, besucht uns einfach an unseren Kindersonntagen. Da geht es etwas gemäßigter zu, und die Monster setzen auch mal ihre Masken ab“, sagt Kämmerer.

Die Gruselprofis sind zu Halloween auf Burg Frankenstein bei Darmstadt unterwegs. Foto: Michael Morgenstern/Burg Frankenstein/dpa-tmn

Burg Frankenstein. Kontakt, Infos zur Anfahrt und Termine auf www.frankenstein-halloween.de. Tickets: Kindersonntage 14 Euro, 25 bis 30 Euro für Abendveranstaltungen.

Grusel ohne Grenzen

Gänsehaut-Garant ist auch das Halloween Horror Fest im Movie Park Germany, das in diesem Jahr zum 19. Mal gefeiert wird. „Es ist der Vorreiter in der Halloween-Disziplin in deutschen Freizeitparks“, sagt Sprecherin Jessica Demmer. „Angefangen hat es damals mit einem kleinen Zelt und einer Hexe, die Gruselgeschichten vorgelesen hat. Mittlerweile haben wir das größte Halloween-Event dieser Art in Europa.“ Rund 250 Monster lassen Besucher schaudern.

In sieben verschiedenen Horrorhäusern und auf den Straßen des Parks lauert feinster Horror. „Einige Horrorhäuser besitzen Filmlizenzen, die gleichzeitig auch die DNA unseres Parks ausmachen“, erklärt Demmer. „Wir haben zum Beispiel The Walking Dead oder auch Insidious im Angebot. Ob als Gruselclown, Schlachter, Untoter, durchgedrehter Arzt - der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.“ Dazu bietet der Park ein klassisches Kinderhalloween an. „Hier lesen Hexen Geschichten vor, die Kinder können sich schminken lassen oder Kürbisse schnitzen.“ Bespaßung statt Horror.

Infos und Preise unter www.moviepark.de.

Oder doch wegrennen?

Wer bei all dem Horror einfach nur noch davonlaufen möchte, kann das stilecht in Duisburg - beim Halloween-Run. Im Landschaftspark Duisburg-Nord kann man am 31. Oktober schaurig kostümiert und schön angespannt durch den dunklen, nur mit Fackeln beleuchten Park joggen. Erschrecker, Geister und andere schaurige Überraschungen säumen den Wegesrand. Stirnlampe nicht vergessen!

Für Kinder finden ein Schülerlauf, Kürbisschnitzen sowie Schmink- und Fotoaktionen statt. Wer den Monstern davon und schließlich ins Ziel läuft, bekommt neben einer Medaille ganz klassisch auch etwas Süßes, schließlich ist „Trick or Treat“-Zeit.

Imperial Halloween Run, Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 47137 Duisburg (www.imperial-halloween-run.de). Starttickets ab 8,50 Euro, Startnummernausgabe und Nachmeldungen

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