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NWZonline.de Ratgeber Reise

BELGIEN: Bummel zwischen Burg und Belfried

23.06.2007

GENT Mitten in Gent erhebt sich die graue Festung der Grafen von Flandern aus dem 12. Jahrhundert. Wenige hundert Meter weiter steht der typische flandrische Glockenturm: der Belfried, ein mittelalterliches Symbol bürgerlicher Macht. Und nur ein paar Schritte davon entfernt stoßen Besucher auf die Kathedrale Sankt Bavo mit dem Genter Altar aus dem 15. Jahrhundert. Auf 22 Tafeln stellt er die Heilsgeschichte dar. Spätestens hier wird jedem Touristen klar: Ein Bummel durch Gent ist wie ein Eintauchen ins Mittelalter.

Die Tafeln gelten als ein Höhepunkt der flämischen Malerei, erklärt der Kunsthistoriker Willy Debunderie, während er in dem dreischiffigen Gotteshaus auf den Ausstellungsraum zusteuert. In der Hochsaison stehen vor dieser einstigen Kapelle meist lange Schlangen.

„Gent ist eine harte, schroffe Stadt, widerspenstig und eigensinnig“, schrieb einst der hier geborene Schriftsteller Achilles Mussche (1896–1974). In seinem Roman „Am Fuße des Belfrieds“ ging er sozialkritisch auf die Arbeitsbedingungen und das Schicksal der Leinenweber ein, die schon im 11. Jahrhundert die Grundlage für den Aufstieg Gents legten und dann gegen ihre Ausbeutung rebellierten.

Unruhen gehören zur Geschichte der Stadt, betont Debunderie. Der 118 Meter hohe Belfried erinnert an die zuweilen blutigen Machtkämpfe der Kaufmannsfamilien und Zünfte, vor allem gegen die Vorherrschaft des Adels. Von der obersten Plattform haben Besucher heute einen schönen Blick über die Stadt am Zusammenfluss von Schelde und Leie.

Direkt am Belfried liegt die Tuchhalle aus dem 15. Jahrhundert, in der die berühmten flandrischen Stoffe gelagert und gehandelt wurden. Im Stadhuis, dem Rathaus, vermischen sich Spätgotik und Renaissance.

1576 wurde hier die Religionsfreiheit in allen niederländischen Provinzen verkündet. Am Kornlei und Graslei erheben sich die Lager- und Gildehäuser. Besonders sehenswert ist das etwa 800 Jahre alte Kornstapelhaus. Seine Fassade neigt sich leicht nach vorn. „Diese Bauweise erleichterte das Hochziehen der Getreidesäcke mit dem Kran“, sagt Stadtführer Debunderie. Für historisch Interessierte sind die Fremdenführer durchaus erschwinglich: Ihr Verein „Gidsenbond“ greift auf etwa 100 Männer und Frauen zurück, die gegen Honorar für einen von mehr als 50 Themenrundgängen angefordert werden können. Die Unesco hat einige der Bauten Gents zum Weltkulturerbe erklärt.

Außer dem Belfried zählen dazu zwei so genannte Beginenhöfe. In diesen auf das 12. Jahrhundert zurückgehenden Wohnstiften lebten fromme Frauen, die nicht die klösterliche Abgeschiedenheit suchten.

Ein bedeutendes Ziel für Kunstinteressierte ist auch das Museum der Schönen Künste mit Werken der flämischen Meister wie Peter Paul Rubens oder Frans Hals, das etwas außerhalb des Stadtkerns liegt.

Hauptattraktion für die Besucher Gents ist jedoch die komplett restaurierte Grafenburg, in deren Gemäuern es sich trefflich gruseln lässt – etwa im Foltermuseum, das eine Guillotine und authentische Marterwerkzeuge zeigt. Die Festung war einst auch Gerichtsstätte und Kerker. Als neueste Attraktion gibt es einen „Movieguide“ – auf dem tragbaren Computer stellen Schauspieler den Alltag von vier Menschen vor, die Ende des 12. Jahrhunderts tatsächlich in der Burg lebten.

Informationen: Tourismus Flandern-Brüssel, Cäcilienstraße 46, 50667 Köln, 0221/27 75 90, E-Mail: info@belgien-tourismus.de

Infos: www.flandern.com

www.gent.be

www.gidsenbond-gent.be

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