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NWZonline.de Ratgeber Reise

Darum sind Gruppenreisen für Frauen so angesagt

17.03.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-03-23T08:31:50Z 280 158

Urlaub Ohne Eifersuchtsdrama:
Darum sind Gruppenreisen für Frauen so angesagt

Berlin Mit der Harley durch Südafrika. Eine Reise für Fans schwerer Motorräder. In einer kleinen Gruppe können sie das Land am Kap der guten Hoffnung ganz individuell erkunden. Das Besondere an dieser Tour: Alle Teilnehmer sind weiblich. Organisiert wird die Reise von Vivamundo Reisen Women - der Veranstalter hat sich auf Frauenreisen spezialisiert.

Das Ganze kam so: Reisefachfrau Michaela Schiffer hat sich vor sechs Jahren selbstständig gemacht. „Schon recht bald kamen immer mehr Kundinnen, die nach speziellen Reisen für Frauen fragten“, sagt sie. Also passte sie ihr Angebot an. „Am Anfang haben wir noch einen großen Fokus auf Soziales auf den Reisen gelegt“, erinnert sie sich. So gab es beispielsweise Reisen nach Indien - mit einem Besuch im SOS-Kinderdorf. „Doch es stellte sich heraus: Viele wollen das gar nicht“, sagt Schiffer.

Denn viele Frauen sehnen sich nach genau denselben Reisen wie andere Urlauber auch - Sightseeing-Highlights bewundern und faul am Strand liegen. Mit einem Unterschied: Sie wollen nicht in gemischten Gruppen reisen. „Alleinreisende Frauen fühlen sich oft wie das fünfte Rad am Wagen, wenn um sie herum lauter Paare sind“, sagt Schiffer. Denn mitunter landen sie dann im Restaurant am Einzeltisch neben der Toilette. Oder sie sind plötzlich der Mittelpunkt eines Eifersuchtsdramas - mitunter ohne eigenes Verschulden.

Auch Eva Veith kennt solche Schilderungen. Die Gründerin von „Frauen unterwegs“ organisiert seit mehr als 30 Jahren Frauenreisen. „Als wir anfingen, waren wir Exoten“, sagt Veith. Das Müttergenesungswerk gebe es doch schon, erinnert sie sich an einen markigen Spruch eines Kritikers Anfang der 1980er Jahre. Dabei verreisen längst nicht nur Singles, geschiedene oder verwitwete Frauen allein. Mitunter kämen auch Männer, die eine Reise für ihre Frau buchen - weil sie keine Zeit haben oder kein Interesse an dem Reiseziel, das ihre Frau schon seit Jahren sehen will, erzählt sie.

Die Motive der Frauen, so zu verreisen, sind sehr unterschiedlich. „Manche Frau will nicht ganz allein reisen“, sagt Veith. Andere trauen sich nicht, allein ferne, exotische Länder zu besuchen. „Vielen sagt aber auch einfach unser Ansatz zu, Städte, Regionen und Länder aus Frauenperspektive zu entdecken“, sagt sie.

Die Dynamik in einer Frauengruppe sei oft anders als in mancher gemischten Gruppe. Bei den Sport- oder Aktivreisen ist in der Regel auch die Leitung weiblich. So geht es weniger darum, möglichst schnell, hoch oder weit zu kommen. Die Frauen wollen Aktivitäten ohne Konkurrenzdruck. Sie genießen es, etwas von der Landschaft zu sehen und über das Land zu lernen, wie Veith erklärt. Bei den Reisen geht aber nicht nur soft zu: So steht etwa ein Bootcamp im Hunsrück zur Auswahl. „Da ist man mit all seinen Sachen unterwegs und schläft draußen im Zelt“, erzählt Veith.

Die Teilnehmerzahl der Gruppen ist meist übersichtlich. „So fahren wir nicht mit einem riesigen Reisebus vor und können an Orte kommen, die die anderen gar nicht anfahren können“, sagt Schiffer. Meist seien Frauen auch offener für Angebote, bei denen Männer nur müde lächeln - etwa Yoga, meditatives Wandern oder Zumba. Und mit Gleichgesinnten komme man leichter ins Gespräch, sagt Schiffer.

Die großen Reiseveranstalter sind auf den Zug noch nicht aufgesprungen - manch einer bietet zwar Singlereisen an, aber keine Urlaube nur für Frauen oder Männer. Martin Linne von der Gesellschaft für Tourismusforschung sagt, der Markt für Frauenreisen ist zwar nicht groß, aber er biete Potenzial nach oben. Gender Marketing sei im Tourismus noch recht neu, aber ziehe durchaus eine kaufkräftige Zielgruppe an.

Die Chance der Nischenanbieter ist es, Reisen abseits des Massentourismus zu organisieren. „Die Gäste erwarten immer individuellere Angebote“, erklärt Linne. Da die Zielgruppe bei Frauenreisen klar definiert ist, haben die Veranstalter einen Vorteil: „Die Touren können sehr viel individueller auf Interessen und Bedürfnisse ausgerichtet werden, als wenn sie für breiter angelegte Zielgruppen konzipiert werden.“ Das umfasst laut Linne alle Bereiche - „vom Unterhaltungs- und Kulturangebot und der Gastronomie bis hin zu individueller Unterbringung und Aktivitäten“.

Billig sind solche Reisen meist nicht - aber auch nicht teurer als vergleichbare Angebote anderer Veranstalter. Wenn die Reisen zu exotischen Zielen führen und dadurch länger dauern, gehen sie natürlich mehr ins Geld: 14 Tage zu den Kraftorten Nepals kosten mehr als zwei Wochen Cluburlaub auf Gran Canaria.

Wer den Geldbeutel schonen will, kann bei reinen Frauengruppen bei einigen Anbietern ein halbes Doppelzimmer buchen - statt ein reguläres Einzel- oder Doppelzimmer. Dann teilen sich zwei Reisende den Preis und ein Zimmer. „In der Regel geht das ohne Probleme“, sagt Veith.

Während es bei ihr nur Reiseleiterinnen gibt, ist bei Michaela Schiffer auch der ein oder anderen Mann vor Ort. In Marokko zeigt Beispiel Ali, ein pensionierter Lehrer, den Besucherinnen sein Land. „Mit ihm arbeiten wir schon lange zusammen, kennen ihn persönlich“, erzählt Schiffer. Mitunter treffen die kleinen Gruppen auch ausgewanderte Deutsche, die ihnen eine ganz persönliche Geschichte vom Leben in ihrer neuen Heimat erzählen können.

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