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NWZonline.de Ratgeber Reise

Das Wetter verlangt Nehmerqualitäten

17.03.2012

OSLO Wann ist die beste Zeit für eine Motorradreise durch Norwegen? Diese Frage habe ich mir schon häufig gestellt. Na klar, ich wünsche mir ein angenehmes Fahren mit Sonne und vielen Erlebnissen. Doch bei meinen Recherchen stelle ich fest, dass dieser Wunsch für Norwegen nicht immer zu erfüllen ist.

Die Frage nach dem Mitfahrer ist schnell beantwortet, ein paar Zeilen in einem Motorrad-Forum für Reisepartner, und schon kristallisiert sich der Michael heraus.

Gestartet wird in Kiel mit der Fähre gen Oslo, das spart Zeit, und ich kann meinen Mitfahrer genauer kennenlernen. Wir bleiben zwei Nächte in Oslo, durch seine Lage im Oslofjord ist die Stadt Anlaufpunkt etlicher Kreuzfahrtschiffe. Auch wir können uns dem Charme der Stadt nicht entziehen.

Rentiere haben Vorfahrt

Nach einem letzten ausgedehnten Stadtbummel verlassen wir Oslo und fahren über Schweden gen Norden. In Hudiksvall treffen wir auf den Bottnischen Meerbusen und folgen der E 4. Das Fahren wird zur Meditation, die Höchstgeschwindigkeit ist auf maximal 100km/h begrenzt, und die eintönige E 4 führt uns in drei Tagen bis nach Tore, dem nördlichsten Punkt des Busens.

Unsere Strecke zum Kap führt durch Lappland und Orte wie Pajala, Kautokeino und Karasjok. Die dünn besiedelte Landschaft zählt zu den letzten Wildnissen in Europa. Wir fahren durch die Tundra vorbei an riesigen Wäldern und ungezählten Seen und Flüssen. Ab und an müssen wir zwangsweise stoppen, wenn die Rentiere in ihrem merkwürdigen Gang die Straße überqueren.

Die Mitternachtssonne gibt uns Kraft, und wir erreichen das Nordkap. Ein unglaubliches Gefühl der Zufriedenheit breitet sich aus, so hoch im Norden – endlich. Vergessen sind auch bald die hohen Gebühren für die Tunneldurchfahrten und das Nordkap-Plateau. Eine angemessene Entschädigung bietet für alles die Natur. Wir übernachten nach dem Jedermanns-Recht auf einem Fjell südlich vom Kap.

Nach einer frischen Nacht bei nur etwa vier Grad wärmt uns das Abbauen des Lagers. Direkt nach dem Aufsatteln machen wir uns auf den Weg, eine Tankstelle zu suchen. Nördlich vom Polarkreis ist es wichtig, keine Tankstelle auszulassen, denn es können bis zu 150 Kilometer bis zu nächsten Möglichkeit vergehen.

Nach dem guten Essen und Kaffee setzen wir unsere Reise an der Westküste Norwegens fort. Vorbei an Hammerfest und etlichen malerischen Fjorden erreichen wir die Insel Senja. Die Insel überrascht mit vielen kleinen Fjorden, Bergen und ihrer Unberührtheit. Am nächsten Morgen erreichen wir per Fähre Andenes auf den Lofoten. Andenes, die alte Walfängerstadt, ist heute der Ausgangspunkt für Walsafaris.

Wir befinden uns immer noch nördlich vom Polarkreis, da überraschen uns die Lofoten mit Temperaturen von unglaublichen 28 Grad.

Unzählige Kurven

Das Festland begrüßt uns dagegen mit Regen, wir passieren zum zweiten Mal den nördlichen Polarkreis und sind von der Größe Norwegens erneut überrascht. Bis zur nächsten großen Stadt Trondheim sind noch 630 Kilometer zu fahren.

Ein Tipp führt uns nach Sunndalsora. Die Stadt beherbergt ein riesiges Aluminiumwerk. Unweit der Stadt beginnt der Aursjovegen, eine kleine Bergstrecke mit Schotteranteil und engen Kehren. Doch den ersten Anlauf müssen wir wegen Regen und dichtem Nebel abbrechen. Am nächsten Tag klappt der Anlauf. Vorbei an kleinen Seen und steil aufragenden Felsen erreichen wir auf einem Hochplateau den Stausee Aursjoen. Die Landschaft ist karg und baumlos.

Nach einer Stärkung bei Kaffee und Waffeln mit Prim, einem typischen Steichkäse, begeben wir uns auf die Abfahrt. Die Blicke ins Tal Richtung Eikesdalen sind beeindruckend. Direkt neben Eikesdalen wollen wir uns ein Naturschauspiel nicht entgehen lassen, den Mardalfossen, einen in Y-Form etwa 300 Meter zu Tal stürzenden Wasserfall.

Die weitere Route führt uns über die unzähligen Kehren des Trollstigen zum Geiranger Fjord. Ab dem Jostedalsbreen, Norwegens größtem Gletscher, verlangt das Wetter Nehmerqualitäten von uns. Wir entschließen uns trotzdem, den 24 Kilometer langen Laerdalstunnel zu meiden und nehmen die alte Bergstraße Snovegen, um in Flam unsere Zelte aufzuschlagen. Leider bleibt uns diesmal der Regen treu, einzig in Norwegens Obst-Anbaugebiet Utne zeigt sich ein wenig die Sonne.

Uns treibt es Richtung Süden, um den Bogen von Nord nach Süd zu spannen. In Lyngdal biegen wir rechts ab zum Kap Lindesness. Wir haben mit dem Leuchtturm am Kap Lindesness schließlich den südlichsten Punkt Norwegens erreicht. Mit uns freut sich auch die Sonne, und bei bestem Wetter verlassen wir per Fähre Kristiansand und Norwegen. Es hat Spaß gemacht.

Ach ja, und die beste Zeit zum Reisen ist immer „jetzt“.

 @ Mehr Infos unter http://www.visitnorway.com/de

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