„Was ist schöner als ein Morgenspaziergang am fast menschenleeren Strand?“, lautet die rhetorische Frage von Harald Hentzschel. Er führt in Sylts größtem Ort Westerland das Hotel „Stadt Hamburg“. Zudem gibt er als Hobbyfotograf jedes Jahr den Kalender „Lichtbilder“ mit Motiven von der Insel heraus.
Diese entwickelt tatsächlich in der Nebensaison ihren ganz eigenen Reiz. Erleben lässt er sich etwa bei einer Strandwanderung vom noblen Kampen nach Wenningstedt. Wer – einhüllt in eine dicke Jacke – seinen Blick auf die vom Wind gejagten Wolken und den endlos erscheinenden Horizont über dem grauen Meer schweifen lässt, ist möglicherweise bereits infiziert vom winterlichen „Sylt-Virus“.
Gerade in den rauen Wintermonaten ist ein solcher Spaziergang außerdem gesundheitsfördernd: Die vielen Stürme haben die Luft mit Sauerstoff und Jod angefüllt. Ein ausgedehnter Marsch in diesem Reizklima – den Salzgeschmack immer auf den Lippen – stärkt die Abwehrkräfte und weckt Energien.
Rund ums Jahr ermöglicht „Das Hoch im Norden“, wie sich Sylt gern selbst nennt, Badespaß. Unerschrockene Schwimmer können am zweiten Weihnachtstag beim traditionellen „Westerländer Weihnachtsbaden“ in die eiskalten Nordseefluten springen. Zur Belohnung gibt es eine Urkunde und einen wärmenden Punsch.
Weniger Hartgesottenen empfiehlt sich ein Besuch des Freizeitbades „Sylter Welle“. Dort stehen ihnen beispielsweise ein Meerwasser-Wellenbad, aber auch eine Sauna-Grotte zur Verfügung. Im „Syltness-Center“ dreht sich alles um Wellness, Fitness, Beauty und Gesundheit.
Jedes Jahr am 21. Februar feiern die Sylter ihr sprichwörtlich heißestes Fest, das „Biikebrennen“. Überall lodern dann Holzstöße und leuchten ins Meer hinaus. Auch auf den anderen nordfriesischen Inseln gibt es diese Tradition. Sie geht auf einen uralten Kult zurück. Die noch nicht christianisierten Insulaner huldigten damit den nordischen Gottheiten. Als Opferfeuer sollten die „Biiken“ die höheren Mächte besänftigen und dazu bewegen, den Winter zu vertreiben. Heute wandern Sylter und Touristen am Abend des 21. Februar in Fackelmärschen zu den Holzfeuern.
Informationen:
Tel. 04651/820 20, 04651/99 80.www.sylt.de;
