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NWZonline.de Ratgeber Reise

Dénia Bei Alicante: Deutsches Leben unter Palmen

22.02.2020

Dénia Wenn Dennis Janßen an seine ersten Monate im spanischen Touristenort Dénia, zwischen Valencia und Alicante denkt, dann verliert der 39-Jährige für einen Moment seine Leichtigkeit.

Vor eineinhalb Jahren hat der Schornsteinfeger aus dem niederrheinischen Viersen seinen Kaminbesen eingepackt und ist mit seiner Frau an die Costa Blanca ausgewandert. Zehn Jahre lang hatten die beiden immer wieder ihren Urlaub in der 40 000 Einwohner zählenden Stadt verlebt, hatten schließlich erlebt, wie Freunde von Deutschland ins benachbarte Javea ausgewandert sind. Der Wunsch, es ihnen gleichzutun wurde mit jedem Jahr größer. „Wir sind dann hier in ein paar Wochen Urlaub zweitausend Kilometer rund um die Costa Blanca unterwegs gewesen und haben uns umgeschaut, wo man denn wohl leben und auch arbeiten kann“, sagt Janßen.

Erste Zeit ist hart

Es sollte auch für seine Frau passen, die gelernte Zahnarzthelferin ist. „Wir wollten das nicht blauäugig angehen, sondern realistisch. Schließlich ist das ja ein großer Schritt und viele scheitern“. Die erste Zeit war hart. In Arbeitskluft, mit Flyern unterm Arm, ist Janßen von Bodega zu Bodega gezogen. „Die Leute haben mich verwundert angeschaut und gegrinst. Die haben geglaubt, dass ich mitten im Sommer im Faschingskostüm rumlaufe“, erinnert sich der Schornsteinfeger.

Kein Wunder, in Spanien ist sein Berufsstand so gut wie unbekannt, auch weil die Reinigung von Kaminen dort keine Pflicht ist wie in Deutschland. Mittlerweile ist Janßen gut im Geschäft, auch deshalb, weil die die Kleinstadt Dénia Hochburg für deutschsprachige Auswanderer und Rentner ist.

Lebensqualität heißt die Antwort auf das Warum. Heilklima und Golfplätze locken die deutsche Community. Die Lebenshaltungskosten sind geringer als in Deutschland und die Sonne scheint fast jeden Tag. Dénia wird deshalb auch „Florida“ Spaniens genannt.

Mit der Gemeinschaft kamen Ärzte, Rechtsanwälte, Friseure, Fußpfleger, Physiotherapeuten, Bäcker und viele andere Dienstleister. Die Infrastruktur ist deutsch. Die Costa Blanca News versorgt mit deutschsprachigem Angebot aus der Region.

Vor zehn Jahren hat der Münsterländer Aloys Kolbeck in Dénia einen Zweitwohnsitz gekauft und lebt dort mehrere Monate im Jahr mit seiner Frau Karin. „Wir haben die Entscheidung für diesen Ort bewusst getroffen. Wir kannten ja schon das Leben in Spanien. Ich habe vier Jahre als Ingenieur von Opel im spanischen Zaragoza gearbeitet. Da ist sogar das älteste meiner vier Kinder geboren“, sagt der 73-Jährige.

Kolbeck spricht perfekt spanisch. Das Rentnerpaar empfindet das Leben in ihrer zweiten Heimat als ausgesprochen entspannt. Ohne Hektik und Zeitdruck schlendern die beiden zusammen über den Wochenmarkt zu ihrem Gemüsehändler, ihr Fleisch holen sie beim Schlachter, den Wein aus der Bodega. Nicht im großen Discounter, sondern beim kleinen lokalen Händler. „Nahezu alles ist preiswerter als in Deutschland, sogar der Restaurantbesuch“, sagt Kolbeck.

Langeweile kommt bei den beiden Deutschen auch nicht auf. Kolbeck ist Vizepräsident des „Euro Club Dénia“. Der 34 Jahre alte Verein mit dem Motto „Gemeinsam Schönes erleben“ kümmert sich um das soziale Miteinander der etwa 600 deutschen Mitglieder. Neben wöchentlichen Clubabenden bringen regelmäßige Aktivitäten die deutsche Community zusammen. Man kann jeden Tag etwas unternehmen, wenn man will. Wandern mit Ingrid und Hubert, Fahrradfahren mit Armin, Theaterspielen für den Jahresauftritt, oder Fachsimpeln im Computerclub. Die Mitglieder sind fast ausnahmslos an oder in den Siebzigern.

Ruhiges Fahrwasser

„Viele sind froh, dass wir ihnen ein deutschsprachiges Miteinander bieten, da sie nur wenig Spanisch sprechen“, sagt Klaus Tornsäufer. Der Rentner war fünf Jahre Pressesprecher des Euro Clubs, seit vier Jahren ist er dessen Präsident. Ursprünglich kommt der 71-Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Essen. Er mag „das angenehme Leben in ruhigem Fahrwasser“.

Der Club hilft denjenigen, die sich beruflich in Denia niederlassen wollen. So wie Schornsteinfeger Dennis Janßen. Mit Video und Fotos hat er Werbung für sich gemacht, hat dieses Sprungbrett in seine neue Existenz genutzt. Und auch seine Frau hat inzwischen eine Stelle als Zahnarzthelferin gefunden. Bei einem deutschen Zahnarzt.

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