DUBAI CITY - Dubai City entwickelt sich rasant. Das Gesicht der Stadt verändert sich fast im Monatsrhythmus.

Von Dirk Averesch

DUBAI CITY - Seine Hoheit sorgt vor. Finanz- und Handelszentrum am Persischen Golf ist Dubai schon. Nun soll das kleine Emirat nach dem Willen seines Herrschers Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum auch zur Touristen-Metropole werden, bevor Dubai in den kommenden anderthalb Jahrzehnten das Öl ausgeht. So entstehen neue Stadtviertel, künstliche Inseln im Meer, Wolkenkratzer, Hotels und Vergnügungsparks.

Es sind die Kräne, die einen ersten Hinweis auf die herrschende Bauwut geben. Fast jeder in Dubai weiß zu berichten, dass gerade ein Viertel aller Kräne weltweit im Emirat am Werk sind. Ein Heer von rund 300 000 Arbeitern sorgt dafür, dass sich das Gesicht der Stadt fast im Monatsrhythmus wandelt. 300 Hotels und knapp 40 000 Zimmer reichen Dubai noch nicht, sagt Abdullah bin Suwaidan vom Tourismusministerium: „Vergangenes Jahr lag die durchschnittliche Zimmerauslastung bei 86 Prozent.“ Mit knapp 3900 Quadratkilometern Fläche ist Dubai etwas größer als Mallorca. Allerdings besteht der größte Teil des Emirats aus Wüste.

In Dubai City, wo 99 Prozent der Bevölkerung leben, wird der Platz knapp. Gebaut wird deshalb in die Höhe oder neuerdings auch ins Meer hinein – etwa in Form von 300 kleinen Inseln, die mit ihren Umrissen die Welt darstellen, oder als gewaltige Halbinseln mit den Konturen einer Palme. The World und The Palm, wie die Projekte heißen, sind auf dem besten Weg, zum Wahrzeichen Dubais zu werden.

„35 Prozent der Käufer kommen aus Europa“, sagt Benedict Fisher vom halbstaatlichen Bauträger Nakheel. Der Stamm und die Sichel mit rund 25 Hotels sollen von 2008 an als Tourismuszone frei zugänglich sein. Ebenfalls 2008 ist geplant, die Inseln von The World ihren Besitzern zu übergeben. 35 Prozent der Eilande sind schon verkauft.

Viele der Inseln müssen aber erst noch aufgeschüttet werden. „Möglich macht das Ganze das flache, maximal 14 Meter tiefe Golfwasser“, erklärt Fisher. The World ist mit Wellenbrechern eingefriedet.

An Land entwickelt sich die Stadt rasant in südlicher Richtung und entfernt sich damit von ihrer Keimzelle, dem 13 Kilometer langen Creek, einem Meeresarm des Golfes, auf dem immer noch altertümlich anmutende Dhow-Boote ihre Fracht für die Souks anliefern. Eine Fahrt entlang der wichtigsten Nord-Süd-Achse, der Sheikh Zayed Road, gleicht einer Reise in die Zukunft Dubais. Am Anfang steht das World Trade Center. Mit knapp 150 Metern war es Ende der 70er-Jahre das höchste Gebäude des Nahen Ostens. Längst ist es von anderen Wolkenkratzern in der Nachbarschaft deklassiert worden.

Parallel zur Sheik Zayed Road verläuft nahe am Wasser die Al Jumeirah Road. Wer ihr folgt, kommt zu den meist öffentlichen Stränden. Da Dubai auf dem Äquatorgürtel liegt, ist gutes Wetter und ein badewannenwarmes Bad im klaren Golfwasser garantiert. Jumeirah hat ein Dutzend erstklassiger Strandhotels, allen voran das bekannte „Burj Al Arab“ und das „Jumeirah Beach“. Daneben liegt die Madinat Jumeirah, eine Touristen-Stadt mit arabischem Thema.

Als Kontrastprogramm zum urbanen Auftritt Dubais bietet sich ein Jeep-Ausflug in die Wüste an. Die meisten Anbieter fahren Touristen am späten Nachmittag dorthin, um der Hitze zu entgehen und einen Bilderbuch-Sonnenuntergang zu präsentieren.

Bevor der Besucher seine Füße in den feinen orange-roten Sand stellt, steht aber meist eine furiose Fahrt durch die Dünen auf dem Programm. Für viele Bewohner Dubais ist es Hobby, mit Jeeps, Buggys oder Quads durch den Sand zu pflügen. Kamele gibt es in der Wüste nur noch zum Probereiten für Touristen.