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Irland Vier Spaziergänge durch Dublin

Mareike Graepel

Dublin - Zu Fuß lässt sich eine Stadt meist am besten erkunden. Für Dublin gilt das in besonderem Maße. Es warten Literatur, Promi-Hotspots, Klippen und Europas größter Stadtpark.

Auf poetischen Spuren zum Meer

Mit der S-Bahn (DART) geht es nach Dalkey. Das dauert etwa 25 Minuten und kostet knapp unter sechs Euro. Die sind gut investiert, denn in Dalkey beginnt ein poetischer Spaziergang, dem man eine geführte Tour vom Castle & Heritage Centre voranstellen kann. So wandelt man auf den Spuren der Schriftstellerinnen und Schriftsteller Maeve Binchy, James Joyce, Emma Donoghue und Flann O’Brien durch den Küstenort.

Oder es geht direkt los zum Spaziergang nach Killiney. Der Weg führt vom Bahnhof den Hügel hinunter, am rechts liegenden legendären Finnegan’s Pub vorbei, rechts auf die Coliemore Road, vorbei an hübschen Cottages und großen Villen, bis zum kleinen Hafen.

Wir gelangen in den kleinen Dillon’s Park und direkt dahinter rechts in den Sorrento Park – der eher ein Aussichtspunkt ist. Hier wird der mediterrane Charme dieses Küstenstreifens deutlich. Südliche Pflanzen und Büsche, riesige Blüten und kristallklares, türkisfarbenes Wasser sind es, die vor einer riesigen Villenreihe Assoziationen mit dem Golf von Neapel wecken. Es ist kein Wunder, dass einige Promis zwischen Dalkey und Killiney wohnen – der Blick ist atemberaubend.

Unten am südlichen Fuße des Sorrento-Hügels angekommen, folgen wir der Vico Road bis zur Strathmore Road in Richtung Wasser, zum Steinstrand von Killiney. Zurück nach Dublin geht es mit dem Zug.

Startpunkt: Dalkey DART-Station (von Dublin aus z. B. ab Tara Street Station); Endpunkt: Killiney DART-Station; Länge: 6 Kilometer; Laufzeit: ca. 1,5 bis 2 Stunden

An den Klippen der Halbinsel Howth Head

Diesmal geht es mit der DART-S-Bahn aus der Innenstadt Richtung Norden, was einen Blick auf die rauere Seite der Stadt ermöglicht, bis in die Stadt Howth.

Zwischen Eisdielen, Souvenir-Shops, Fischrestaurants, einem Segelhafen und einer Kirmes geht es hinaus in die Natur. Die Entscheidung für einen der vier am Bahnhof startenden Rundwege fällt je nach Kondition und Zeit.

Der kürzeste Weg führt um die halbe Halbinsel Howth Head und windet sich nach einigen Hundert Metern an der Seite von Menschen, die bis zu einem kleinen Café gehen möchten, durch die Farn-Meere der Insel und schmiegt sich an die Klippen. An heißen Tagen verschwindet die Aussicht hinunter aufs Meer in einem dichten Nebel, in dem die Seevögel nur zu hören sind.

Start- und Endpunkt: Howth DART-Station (von Dublin aus z. B. ab Tara Street Station oder Connolly Station); Länge: zwischen 6 und 12 Kilometer; Laufzeit: zwischen 1,5 und 3 Stunden

Ein Phoenix in der Stadt

Mit 707 Hektar gilt der Phoenix Park am nordwestlichen Rand Dublins als größter Stadtpark Europas und übertrifft den Hyde Park in London (142 ha) oder den Central Park in New York (345 ha) bei Weitem. Der Park ist zu Fuß etwa von der Guinness-Brauerei oder dem Heuston-Bahnhof gut zu erreichen.

Er wird von einer Achse (der Chesterfield Avenue) durchteilt, und je nach Lust, Wetter und Zeit können kurze oder längere Rundwege von dort aus eingeschlagen werden.

Im Park geht es vorbei am Wellington Monument, einem riesigen Obelisken zur Erinnerung an vergangene Militärsiege, und kleinen Schildern, die erklären, wo 1941 deutsche Bomben niedergingen, oder auf denen steht, wie viele Cricket Clubs es gab (20) und wie viele es noch gibt (2).

Der Dublin Zoo liegt rechterseits am Anfang des Parks und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert – insbesondere aber während der „Wild Lights“ von Ende Oktober bis Anfang Januar, wenn der Tierpark zu einem Traum aus Lichtern, Laternen und Tiergeräuschen wird.

Vorbei geht es an den riesigen Polo Grounds und auch an der Residenz des irischen Präsidenten, der Áras an Uachtaráin, wo in einem Fenster im Obergeschoss eines der berühmtesten Lichter Irlands leuchtet: ein symbolisches Leuchtfeuer, das den irischen Auswanderern und ihren Nachkommen den Weg weist und sie in der Heimat willkommen heißt.

Startpunkt: Ecke Criminal Court of Justice/Chesterfield Avenue; Länge: zwischen 8 und 14 Kilometer; Laufzeit: 2 bis 4 Stunden, bei Zoo-Besuch entsprechend länger

Am Grand Canal entlang

Los geht es zu diesem Spaziergang hinter den Gebäuden der europäischen Google-Zentrale. Neben den Hauptstraßen am Clanwilliam und Warrington Place verläuft unterhalb des Bürgersteigs hinter einer kleinen Mauer ein Weg entlang des in vielen Liedern besungenen und in ebenso vielen Büchern erwähnten Grand Canals. Er wurde im 19. Jahrhundert gebaut und verbindet die Stadt mit dem Inland.

Heute spaziert es sich entspannt und romantisch unter den Schatten oder – je nach Wetter – Schutz vor Regentropfen spendenden Bäumen entlang Richtung Westen. Vorbei an unzähligen kleinen und großen Pubs und Restaurants – mexikanisch, indisch, amerikanisch, irisch – geht es bis ins Viertel Portobello. An lauen Nachmittagen und Abenden ist das eine Gegend, die in der Atmosphäre dem Leben in Amsterdam ähnelt.

Wer an der am Kanal gelegenen Atlas Language School etwa rechts Richtung Innenstadt abbiegt, findet leicht zum St. Stephen’s Green Park und der Grafton Street, einer populären Einkaufsstraße. Oder man spaziert weiter zurück Richtung Osten zum Merrion Square Park, um dort der Statue von Oscar Wilde einen Besuch abzustatten.

Startpunkt: Ecke Grand Canal Street Upper/Clanwilliam Place; Länge: 6,5 Kilometer; Zeit: 1,5 bis 2 Stunden

Anreise: Aus mehreren deutschen Städten gibt es Direktflüge von Lufthansa, Aer oder Ryanair.

Einreise: Ein Personalausweis genügt.

Spaziergänge: Das Tourismusbüro Visit Dublin listet online mehr als 20 Vorschläge für Spaziergänge und Radtouren in und um die Stadt auf:

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