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NWZonline.de Ratgeber Reise

Edvard Munch bekommt Gesellschaft

01.11.2014

Oslo Eine Reisegruppe steht an einer Brücke oberhalb von Oslo. Die Aussicht auf Fjord und Hauptstadt ist famos. Das also ist sie, die Landschaft, die die Kulisse bildet für eines der bekanntesten Werke des Expressionismus: „Der Schrei“ von Edvard Munch. Selbst der Laie erkennt beim Betrachten des farbenfrohen Bildes die Finger des Fjords, trotz aller Abstraktion. Ein Schild an einem Brückenpfeiler liefert den endgültigen Beweis.

Einweihung 2019

Munch fertigte von seinem Hauptwerk mehrere Versionen. Eine hängt heute in der Nationalgalerie, eine weitere im Munch-Museum. „Der Schrei“ verdankt seine Popularität nicht zuletzt der kriminellen Energie der Osloer Unterwelt: Im August 2004 entwendeten Maskierte das Werk. Eigentlich wollten die Täter die Polizei nur auf eine falsche Fährte locken, erzählt Stein Olav Henrichsen, der Direktor des Munch-Museums. Denn die Bande war auch verantwortlich für den Überfall auf einen Geldtransport.

Ganz Norwegen war erleichtert, als „Der Schrei“ vier Jahre später ins Museum zurückkehrte. Ein Wasserschaden hatte dem Bild zugesetzt. Schlimmer noch hatte es die „Madonna“ getroffen, die von den Tätern ebenfalls entwendet worden war: Sie hatte Risse und kleine Löcher. Dank der guten Arbeit der Restauratoren ist davon heute kaum noch etwas zu sehen.

Doch das ist Geschichte. Die Gedanken von Museumsdirektor Henrichsen sind in die Zukunft gerichtet. Ab Mai 2015 bekommen die Werke von Munch Gesellschaft von denen eines nicht minder bekannten Künstlers: Vincent van Gogh. Vier Monate lang wird die Ausstellung der beiden artverwandten Künstler vermutlich für lange Besucherschlangen vor dem Museum sorgen. Und ein bisschen wird Museumsdirektor Henrichsen dann vermutlich bedauern, dass das neue Munch-Museum noch nicht fertig ist. Können derzeit 550 Besucher gleichzeitig eingelassen werden, so werden es in dem neuen Museum rund 2000 sein. Der Bau beginnt im Juni 2015, die Eröffnung ist für 2019 geplant.

Entstehen wird das neue Munch-Museum direkt am Fjord. Von drei Seiten soll der Bau mit seinen markanten Schrägen und gläsernen Fronten vom Wasser umgeben sein. In unmittelbarer Nachbarschaft: die neue Oper, die sich binnen kurzer Zeit zu einer touristischen Attraktion entwickelte – und nebenbei bemerkt, fristgerecht und ohne Kostenexplosion fertiggestellt wurde. Der Bau aus weißem Marmor ist einem Eisberg nachempfunden.

Mehr noch als die Akustik sorgt das Dach für Gesprächsstoff: Es ist begehbar und lockt Jahr für Jahr rund eine Million Besucher (das wiederum war nicht geplant und hat selbst die Architekten überrascht). Man muss also kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass im historischen Kern von Oslo, ein neues Mekka für Kunst- und Architekturfreunde entsteht.

Wer es etwas weniger turbulent wünscht, dem sei der Skulpturenpark Ekeberg empfohlen. Er liegt im Südosten von Oslo, nur ein kleines Stück oberhalb der Brücke, die Munch gemalt hat. Der Ekeberg-Park ist seit 1889 ein Naherholungsgebiet für ruhebedürftige Städter. Auf einem rund 25 Hektar großen Teil des weitläufigen Geländes ist im September 2013 der Skulpturenpark eröffnet worden. Treibende Kraft war Christian Ringnes, der Chef der gleichnamigen Brauerei. Er stellte 31 Werke aus seiner Sammlung zur Verfügung, unter anderem von Salvador Dali, Auguste Rodin und Aristide Maillol, kurzum: ein Who ist Who der Bildenden Kunst.

Beleuchtete Wege

Die prominente Herrenriege hat zahlreiche Frauenfiguren geschaffen, die rund um die Uhr, bei freiem Eintritt und auf nachts beleuchteten Wegen besucht werden können. Vertreten sind aber auch moderne Künstler, zum Beispiel der Amerikaner James Turell mit einer Lichtinstallation. In den nächsten Jahren soll die Zahl der Skulpturen und Installationen auf 80 anwachsen.

Übrigens: Von der Innenstadt erreicht man den Ekeberg-Park mit den Straßenbahnlinien 18 oder 19 in nur zehn Minuten. Und wenn es nach Christian Ringnes geht, dann wird in nicht allzu ferner Zukunft eine Seilbahn den Park mit der Oper und dem neuen Munch-Museum verbinden.

Anreise: Zum Beispiel im Rahmen einer „Mini-Kreuzfahrt“ ab Kiel: zwei Nächte an Bord von Color Magic oder Color Fantasy, vier Stunden Aufenthalt in Oslo, ab 79 Euro ohne Verpflegung, ab 149 Euro Halbpension (gültig bis Jahresende). Mit einer zusätzlichen Hotel-Nacht in Oslo ab 159 Euro.

Munch-Museum:Tøyengata 53. Eintritt 95 NOK (etwa 11 Euro), Kinder unter 16 Jahre frei. Im Sommer täglich geöffnet, von Oktober bis Mitte Juni dienstags geschlossen.


     www.munchmuseet.no www.colorline.no 
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