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NWZonline.de Ratgeber Reise

Berich Im Edersee: Ein versunkenes Dorf taucht langsam wieder auf

08.11.2015

Waldeck Als vor mehr als 100 Jahren die Überreste des Dorfes Berich in den Fluten des nordhessischen Edersees verschwanden, blieb nicht viel mehr als einige Steinhaufen. Die alten Häuser wurden zerstört - ihre Kirche hatten die rund 50 Familien aus Berich nach Neu-Berich mitgenommen. Das liegt etwa 30 Kilometer entfernt. Nun soll das alte Berich zumindest in Ansätzen wieder neu entstehen - mitten in dem Stausee.

„Mir liegt daran, dass solche Dinge erhalten bleiben“, sagt Uwe Neuschäfer. Der 58-Jährige gründete 2012 einen Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich. Mit Vereinsbeiträgen und Spendengeldern soll der teilweise Wiederaufbau gelingen. „Wir wollen mit den Grundmauern andeuten, dass hier mal ein Dorf stand“, betont der Ortsvorsteher der Stadt Waldeck.

Bereits im Oktober 2013 begann der Förderverein damit, alte Grundmauern freizulegen. Eine Woche lang mauerten Lehrlinge der Kreishandwerkerschaft - mittlerweile stehen einige der 50 Zentimeter hohe Mauern. In diesem Jahr sollen die Grundmauern des größten Hofes der alten Dorfstelle komplett fertiggestellt werden, dazu gehören das Wohnhaus der Familie Heinrich Knüppel, ein Schweinestall, ein weiterer Stall und eine Scheune.

In 20 bis 30 Jahren sollen rund 20 Häuser fertig sein, wie Neuschäfer sagt. Dass es so lange dauert, hat unter anderem finanzielle Gründe.

Der Aufbau eines Hauses kostet etwa 8000 bis 10 000 Euro. Und es hat mit dem Pegel des Edersees zu tun. Gemauert werden kann nämlich nur, wenn das 200 Millionen Kubikmeter fassende Gewässer zum Ende eines trockenen Sommers viel Wasser abgegeben hat.

2014 etwa konnte überhaupt nicht daran gearbeitet werden. Der Wasserstand des Edersees war nicht tief genug gefallen, um die Dorfstelle trockenzulegen. Und mit dem Bau allein ist es auch nicht getan. „Alle zehn Jahre muss neu gefugt werden“, sagt Neuschäfer.

Und warum das Ganze? Es sollen noch mehr Besucher angezogen werden. Ein Standbein von Waldeck sei nunmal der Tourismus am Edersee, sagt Neuschäfer. „Nach dem Sommer mit den Badegästen verlängert das im Herbst die Saison.“ Das Edersee-Atlantis entwickele sich zum Touristenmagneten, sagt auch der Geschäftsführer der Edersee Touristic, Claus Günther. „Die Leute fragen schon, wo man was sehen kann.“

„Wir wollen das Dorf erlebbar gestalten“, sagt Neuschäfer. Wenn die Mauern stehen und vielleicht sogar Wege gepflastert sind, könnten Touristen wie vor mehr als 100 Jahren die Bewohner durch das Dorf laufen. Auch die Neu-Bericher freut das Projekt. „Es wohnt noch eine Nachfahrin der Familie Knüppel in Neu-Berich. Für sie ist es besonders schön, dass die Umrisse des Knüppel-Hauses wieder aufgebaut werden“, sagt der Neu-Bericher Ortsvorsteher Hans Konn. Der örtliche Förderverein Bericher Geschichte wolle nun Mitglied im Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle werden, um das Projekt zu unterstützen.

Es sei ein erheblicher Aufwand gewesen, eine Genehmigung für den Bau zu bekommen, erinnert sich Neuschäfer. Hintergrund ist, dass der Edersee eine Bundeswasserstraße ist. Da die Dorfstelle aber in einer eigens für Taucher gesperrten Zone liege, sei die Genehmigung schließlich erteilt worden - der Seeverkehr wird nicht behindert.

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