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Deutschland Mehr als das Zentrum der Finanzwelt

Annika Graf

FRANKFURT - Frankfurt ist für vieles bekannt – als Finanzzentrum und Apfelwein-Hochburg zum Beispiel. Dass die Stadt eine Museen-Landschaft hat, die in Deutschland ihresgleichen sucht, wissen allerdings nur wenige. Und das Beste: Die meisten lassen sich von der Innenstadt aus bequem zu Fuß erreichen.

Stadt der Gegensätze

„Frankfurt bietet eine Vielfalt und Dichte an Museen wie keine andere Stadt – und das nicht nur am berühmten Museumsufer“, sagt Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth. Dort reiht sich am Südufer des Mains zwischen Eisernem Steg und Hohlbeinsteg ein Museum an das nächste. Im Norden ziehen sich die Museen bis in die Innenstadt hin zum Römer zur Schirn-Kunsthalle und dem Museum Judengasse. Im Westen findet sich das naturhistorische Senckenberg-Museum. Das jüngste, das Caricatura, zeigt Werke von Frankfurter Karikaturisten wie Robert Gernhardt und Hans Traxler.

„E-Kunst“ gibt es im Städel, das einst der Kunstsammler Johann Friedrich Städel stiftete. Das Gebäude wird gerade wieder einmal erweitert. Wiedereröffnung in mehreren Schritten ist ab Sommer 2011.

Dass Frankfurt eine Stadt der Gegensätze ist, wird Besuchern spätestens klar, wenn sie auf einer der Mainbrücken stehen. Vor den Glasfassaden der Wolkenkratzer erheben sich bescheiden anmutende klassizistische Gebäude. Einzig der Dom mit seinem mehr als 90 Meter hohen Turm kann es mit den Hochhäusern aufnehmen. Das Gotteshaus diente einst als Wahl- und Krönungsort der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Und noch eine Kirche in Frankfurt steht für deutsche Geschichte: Die Paulskirche nordwestlich des Römerbergs – wo nach der Märzrevolution 1848 die deutschen Nationalversammlung tagte.

Freie Theaterszene

Nur wenige Straßen weiter am Großen Hirschgraben steht das Geburtshaus von Johann Wolfgang von Goethe. Die Geschichte der Stadt spiegelt sich auch im Werk des Dichters wieder: Als junger Mann erlebte Goethe beispielsweise den Prozess der Kindmörderin Susanna Margareta Brandt, die er als Gretchen im „Faust“ verewigte.

Mindestens so groß wie die an Museen ist die Auswahl an Frankfurter Bühnen. Die Frankfurter Oper wurde bereits mehrfach als bestes Opernhaus Deutschlands ausgezeichnet, im gleichen Haus ist das städtische Schauspiel untergebracht. Ballett-Liebhaber zieht es zu den Aufführungen der Forsythe Company Ballett ins Bockenheimer Depot. Die freie Theaterszene umfasst rund 30 Gruppen. Einige von ihnen werden künftig im Titania Theater in Bockenheim auftreten, das gerade umgebaut wurde.

Wer nach soviel Hochgeistigem etwas Bodenständiges braucht, ist in Sachsenhausen goldrichtig. In einer der urigen Apfelweinkneipen kann man den Tag ausklingen lassen.

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