FRANKFURT/MAIN - Von der Mainarena bis zum Römer sind es nur wenige Schritte. Modernes steht neben Geschichtsträchtigem.
Von Carina Frey
FRANKFURT/MAIN - Frankfurt zeichnet sich durch dreierlei aus: die Hochhäuser, seine zentrale Lage und die multikulturelle Bevölkerung. Genau damit will die Stadt während der Fußball-WM punkten. So lockt sie die Fans mit dem Versprechen, jede andere deutsche Stadt in weniger als sechs Stunden zu erreichen. Und die Bürger sollen sich selbst zu Fremdenführern machen.Auf einer riesigen schwimmenden Leinwand mitten auf dem Main werden die Spiele übertragen. Skyarena und Mainarena heißen die Großprojekte. Die Commerzbank-Arena, alias Fifa WM-Stadion Frankfurt, ist natürlich der Mittelpunkt des Geschehens. „Man tritt aus dem Wald heraus, und plötzlich sieht man das Stadion. Das ist Fußball-Gänsehaut-Feeling pur“, erzählt Annabelle Hornung, die schon als Kind mit Mutter und Oma Fußball guckte. „Daher wird das Stadion für uns Frankfurter immer das Waldstadion bleiben.“
„Wir sagen zwar noch Waldstadion, aber das neue Stadion ist viel schöner. Man sitzt näher dran und bekommt mehr mit“, sagt Andi Erb, einer der Glücklichen, die Tickets für ein WM-Spiel in Frankfurt ergattern konnten. Vor vier Jahren wurde das Frankfurter Waldstadion dem Erdboden gleichgemacht und die neue Arena errichtet. Heute passen rund 46 000 Fans hinein.
Sonst konzentriert sich alles auf den Main. „Die Idee ist: Wenn du dich an den Main begibst, ist immer was los“, sagt Günter Hampel, Geschäftsführer von Frankfurt Tourismus + Congress. Essstände, Bars, Infotische und Bühnen reihen sich hier aneinander. Zwischen Ignatz-Bubis-Brücke und Alter Brücke werden Stehplätze und eine Tribüne aufgebaut, von dort aus können die Fans die Spiele auf dem rund 145 Quadratmeter großen LED-Bildschirm verfolgen.
Von der Mainarena sind es nur wenige Schritte bis zum Römer – dem Ort an dem die Fans stundenlang „Es gibt nur einen Rudi Völler“ sangen und dem Vizeweltmeister Deutschland zujubelten. Ein Jahr später standen die Weltmeisterinnen auf dem Balkon.
Doch auch abseits der zentralen Plätze können Fans auf Sieg und Niederlage tippen und über die Taktik diskutieren. In der „Volkswirtschaft“ im Studentenviertel Bockenheim etwa gibt es schon für zwei Euro einen Tipp. Die Fernseher und die Riesenleinwand lassen erahnen, dass hier weniger über Goethe oder Jura gefachsimpelt, als vielmehr Fußball zelebriert wird. „Wir
versprechen, dass man hier während der Fußball-WMTag und Nacht Fußball gucken kann“, sagt Vowi-Besitzer Karsten Maaß.
„Wenn du Fußball sehen willst, dann geh ins Backstage“, lautet jedoch der immer gleiche Tipp von Eintracht-Fans. Denn im Backstage werden gewöhnlich die Siege des Klubs bejubelt und Niederlagen ertränkt. Freunde urdeutscher Gemütlichkeit sind in der Kneipe an der Rothschildallee richtig. Hier gibt es Pommes, Bier und Apfelwein, die Luft ist dick vom Zigarettenqualm.
Flughafen, Hauptbahnhof oder Römer lassen sich während der WM kaum verfehlen – rote Fahnen flankieren die so genannte Protokollstrecke.
Doch damit auch ausländische Fans die einschlägigen Kneipen finden und zwischen Hochhausschluchten und Altstadtgässchen nicht verloren gehen, setzt die Stadt auf ihre Bürger. An zentralen Punkten werden während der WM Anstecker ausliegen, auf denen jeweils eine Sprache zu lesen ist. Die Bürger sollen sich die Buttons anstecken – je nach ihren Sprachkenntnissen. „Damit erkennen die ausländischen Gäste sofort, an wen sie sich wenden können“, sagt Hampel.
Infos: Tel. 069/21 23 88 00 www.frankfurt-tourismus.de
