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Segelschulschiff „Gorch Fock“ wird fertig gebaut
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Aktualisiert vor 5 Minuten.

Entscheidung Der Verteidigungsministerin
Segelschulschiff „Gorch Fock“ wird fertig gebaut

NWZonline.de Ratgeber Reise

Ausflug in die Zeit des Kalten Krieges

30.03.2019

Furth Im Wald Auf genau 1111 Meter über dem Meer behindert nichts den Blick in den Bayerischen Wald und nach Tschechien. Den Erbauern des Riesenturms über Neukirchen beim Heiligen Blut ging es allerdings nicht um die Aussicht – sie wollten Signale aus dem Osten abhören, den Funkverkehr russischer Kampfflugzeuge und feindlicher Kommandozen­tralen jenseits der Grenze. Deutsche, amerikanische und französische Soldaten hörten 40 Jahre lang mit. Angeblich reichten ihre Ohren fast bis zum Schwarzen Meer.

Auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs, am 1042 Meter hohen Cerchov, nur ein paar Kilometer Luftlinie vom Hohenbogen entfernt, stand praktisch auf Augenhöhe einer der wichtigsten Spionageposten des Warschauer Pakts. Er rühmte sich, Funk- und Richtfunkverbindungen der Nato bis nach Paris abhören zu können. Irrwitzige Mengen an Informationen schöpften die russischen und tschechischen Lauscher ab. Mit dabei war das DDR-Ministerium für Staatssicherheit, das den Telefon-, Fax- und Fernschreibverkehr in der Bundesrepublik anzapfen konnte.

Damals war es lebensgefährlich, sich dem Cerchov-Gipfel zu nähern. Heute lassen sich die Anlagen des Warschauer Pakts bei einer etwa zweistündigen Wanderung vom bayerischen Waldmünchen oder bequem per Bus erreichen. Wo einst Soldaten patrouillierten, werden heute in einer zum Bistro umgewandelten Militär-Baracke Pilsner Bier und Schnitzel mit Pommes verkauft.

Drüben im bayerischen Neukirchen waren die Nato-Türme, wie sie in der Bevölkerung genannt wurden, weithin sichtbar. Nachdem der Lauschposten 2004 aufgegeben worden war, wurde er später zu einem symbolischen Preis an den jungen Michael Schreiner verkauft.

Der heute 36-Jährige baute auf den höchsten der verbliebenen zwei Nato-Türme nicht nur eine große Aussichtsplattform, auf die 262 Stufen einer Außentreppe führen. Schreiner organisiert auch Besichtigungen des „Sektor.f“. Das war die militärische Bezeichnung der Anlage, die 1967 als Teil einer Kette von fünf Abhörstationen zwischen Ostsee und Bayerwald in Betrieb genommen wurde. Und so heißt auch der Verein, der sich um Erhalt und Entwicklung der Anlage kümmert.

Schreiner und seine Helfer kümmern sich mit großem persönlichen und finanziellen Aufwand um den Erhalt der einst geheimsten Teile des Militärkomplexes. Mittelfristig möchten sie daraus ein Symbol des Friedens und der Völkerverständigung, nämlich ein Bildungs- und Begegnungszentrum für junge Leute aus ganz Europa machen. Schon jetzt dient die Anlage friedlichen Zwecken: Amateurfunker aus ganz Deutschland nutzen sie gern für ihr Hobby – und Touristen wie Einheimische freuen sich über die grandiose Aussicht.

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