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NWZonline.de Ratgeber Reise

Deutschland: Vom Abwasserrohr bis zum Gurkenfass

02.12.2017

Garmisch-Partenkirchen /Bottrop Eis-Iglu, Gurkenfass, Hausboot: Zwischen Deutschlands höchstem Berg und der Nord- und Ostseeküste gibt es manche besondere Gästeunterkunft.

 An der Zugspitze

Jeden Winter entsteht es neu, um im Frühling wieder zu schmelzen: das Iglu-Hotel auf dem Zugspitzplatt an Deutschlands höchstem Berg. 50 Gäste pro Nacht finden Platz im Iglu-Dorf. Fast niemand von ihnen lässt sich das Whirlpool-Erlebnis im Freien entgehen, trotz der frostigen Temperaturen. Ganz klein fühlt man sich inmitten der verschneiten Bergwelt. Später helfen Tee und Tanzen unter einer verzierten Eiskuppel im Restaurant- und Barbereich gegen die Kälte.

Die Nacht verbringen die Gäste in Mehrbett- oder Zweier-Iglus. Kameras, Handys und alles andere, was einfrieren kann, wandert mit in den Schlafsack. Mütze über die Ohren – und kein Geräusch dringt durch die dicken Mauern aus Schnee.

 Im Spreewald

Nicht minder ungewöhnlich schläft es sich im Gurkenfass – zu erleben im Spreewald südöstlich von Berlin. In Lübbe­nau bietet Familie Hanschick fünf „Mini-Hotels“ an. Die Gurkenfässer sind 3,30 Meter lang und haben einen Durchmesser von 2,10 Metern – genug Platz für einen kleinen Vorraum und den Schlafbereich. Dusche, Waschbecken und WC finden sich ums Eck. Die Gäste kommen aus allen Generationen und aus der halben Welt. „Das das bisher älteste Pärchen bei uns war 84 Jahre alt“, erzählt Inhaber Michael Hanschick.

 Am Rhein

Wem Wein lieber ist als Gurken, der ist zum Beispiel in einem Fasshotel am Rheinufer richtig. „Machen Sie mal ein Fass auf und genießen Sie eine kleine Auszeit“ – mit diesem Wortspiel locken die Inhaber der fünf Schlaffässer des „Hotels Anker“ im Wallfahrtort Kamp-Bornhofen in Rheinland-Pfalz. Seit 2015 stehen sie von April bis Oktober als Behausung zur Verfügung. „Man sitzt direkt am Rhein und guckt auf die Weinberge von Boppard“, sagt Karen Eriksen von der Inhaberfamilie des Hotels.

 Im Ruhrpott

Das „Parkhotel“ in Bottrop, im Herzen des Ruhrgebietes, lässt mit seinem Namen an britisch angehauchte Nobelunterkünfte denken. Weit gefehlt. Stattdessen schläft man in Betonröhren. Fünf umfunktionierte Kanalrohre – drei Meter lang und mit einem Durchmesser von 2,40 Meter – warten im Bernepark auf der Emscherinsel mit Doppelbetten, Beleuchtung und Netzstrom auf Gäste. Gezahlt wird, was beliebt. Sanitäranlagen finden sich außerhalb der Röhre, das Frühstück mit Lokalkolorit gibt es in der Nähe „bei Gabi“, einer typischen Ruhrpott-Bude. Betonschlummern kann man von Mai bis Ende September.

 Auf der Elbe

Winter wie Sommer lassen sich auch auf dem Wasser genießen – in Norddeutschland zum Beispiel in einem Hausboot auf der Elbe. In Drochtersen kann man sich aussuchen, ob man „Jan“ oder „Ulla“ will. So heißen die Hausboote der Familie Makris, die im Ruthenstrom liegen, einem Seitenarm der Elbe. „Je schlechter das Wetter, desto kuscheliger: Regen, Wind und dann den Kamin auf dem Boot anmachen“, sagt Nicole Makris. Etwa 60 Kilometer sind es nach Hamburg, rund 50 nach Cuxhaven – das Wasser lässt sich gegen eine Landpartie tauschen. „Städtetrips machen unsere Gäste aber eher selten. Wer kommt, sucht Entschleunigung. Die verkrümeln sich gemütlich aufs Boot.“

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