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NWZonline.de Ratgeber Reise

Wo ein Zimmer mit Aussicht Pflicht ist

24.12.2018

Granada „Es gibt nichts im Leben, als den Kummer blind zu sein in Granada“, lautet ein alter Vers von Francisco de Icaza. Wir sind in einer Stadt, in der einem wahrlich die Augen aufgehen, wie man so schön sagt. Auf der Autobahn von Norden schaut man auf die schneebedeckten Gipfel des Berges Mulhacén mit seinen knapp 3500 Metern und seines etwas kleineren Pendant Pico del Veleta. Inmitten dieser Kulisse liegt die etwa 2500 Jahre alte Stadt wie ein Juwel.

Während am Flussufer des Darro die Sonne scheint und man selbst im Dezember draußen im Straßencafé leicht bekleidet seinen kleinen Cortado trinkt, sind Granadas Skigebiete nur acht Kilometer entfernt. Es mutet merkwürdig an, wenn Autos mit Skiern bepackt werden, während in der Stadt Frühlingstemperatur herrscht. Wer in Granada lebt, wundert sich darüber nicht, es ist ganz normal. Genauso normal wie mal eben zum Schwimmen an die Costa Tropical zu fahren. Nicht einmal 50 Kilometer ist das Mittelmeer entfernt. „Granada ist für mich der perfekte Ort. Ich hab’ länger in Madrid und in Paris gelebt. Es war toll, aber ich hatte großes Heimweh“, sagt Mateo. Der 28 Jährige ist Sprachlehrer und zeigt seinen Schülern seine Stadt.

Fast 200 Jahre herrschten dort arabische Könige, während der Rest Andalusiens schon längst den katholischen Königen gehörte. Erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts ergab sich der letzte Emir, nachdem König Ferdinand von Aragón und Königin Isabella von Kastilien Granada mit ihrem Heer belagerten. Noch heute legt die majestätische Alhambra Zeugnis ab von dieser kulturell reichen Epoche der Araber. Der Name “Alhambra” hat vermutlich seine Wurzeln in der arabischen Bezeichnung „Qasr al-hamrā“, was so viel heißt wie „der rote Palast“. Je nach Sonnenstand erstrahlt die ehemalige Maurenbastion in mannigfaltigen Rottönen. Es ist das Wahrzeichen Granadas und wirkt in der Vorweihnachtszeit magischer als sonst.

Mit dem Bus oder zu Fuß

Die einstige Stadtburg ist mit Abstand das beeindruckendste Bauwerk der Stadt. Sie thront auf dem Sabikah-Hügel über der Altstadt Granadas. Mit dem Bus ist sie bequem zu erreichen, schöner ist es jedoch, wenn man zu Fuß hinaufsteigt, vorbei am Hotel Alhambra Palace. Es wurde 1910 als erstes Luxushotel Granadas eröffnet und von König Alfonso XIII. eingeweiht. „Von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt. Und wenn man dort übernachtet, sind die Zimmer mit Aussicht ein Muss“, erklärt Mateo.

Die 13 Hektar große Festung besteht aus vier Teilen. Der Zitadelle Alcazaba, der Medina, dem Generalife und den Nasriden-Palästen, dem eigentlichen Schmuckstück des Areals. Was außen hart und trutzig wirkt, ist innen filigran, fast flüchtig, wie aus einem Märchenbuch kopiert. Die Nasriden-Paläste sind das Herz der Alhambra, mit prachtvollen Arabesken, Verzierungen, Schnitzereien, Tausenden bunten Keramikfliesen, kunstvollen Wasser- und Gartenanlagen. Eine Decke aus mehr als 8000 Holzteilchen wirkt wie ein Sternenhimmel. Insgesamt fünf Nasriden-Paläste sind auf dem Gelände vereint.

Gegenüber der Alhambra, auf dem Hügel, liegt das idyllische Albaycín. Romantisch verwinkelte Gassen mit schneeweißen Häuschen, Treppen und engen Kopfsteinpflaster-Straßen schlängeln sich den Hügel hinauf in diesen Stadtbezirk. Die meisten Häuser stammen aus der Zeit der Mauren, einige aus römischer und iberischer Zeit. Seit 15 Jahren steht dort sogar wieder eine Moschee – es ist die erste seit 500 Jahren.

Seit dem Jahr 1994 ist das Stadtviertel Unesco-Weltkulturerbe. Vom Mirador de San Nicolás hat man den besten Blick auf die gigantische Festung. „Hier stehen im Sommer Scharen von Touristen mit ihren Kameras. Manchmal komme ich auch hierher. Wenn ich wieder eine neue Freundin hab“, lacht Mateo.

Elf Höhlenwohnungen

Hinter dem Albaycín geht eine schmale Straße ins Zigeunerviertel, dem Sacromonte. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Sacromonte das Zuhause der granadinischen Zigeuner. Die sogenannten Gitanos bauten ihre Wohnungen als Grotten in den Hügel und leben dort teilweise heute noch. Das Freiluftmuseum Museo Cuevas del Sacromonte beherbergt elf Höhlenwohnungen. „Ehrlich gesagt ist man erst dann in Granada gewesen, wenn man auch in diesem Stadtteil war“, meint Mateo.

Ein Spaziergang durch Granada ist ein Streifzug durch Jahrhunderte muslimischer, jüdischer und christlicher Geschichte. Im Stadtteil Realejo, dem früheren jüdischen Viertel zu Füßen der Alhambra, stehen kleine Paläste und die Mehrzahl der Häuser von Noblen. Granada ist auch die Stadt der Musik. Im 8. Jahrhundert hatten Mauren den Vorläufer der Gitarre, die arabische Oud, hierher gebracht. Seitdem die Stadt auch Zen­trum des Gitarrenbaus und der Gitarrenmusik. In den Straßen geht es laut und bunt zu. Granada gilt als tolerant, Kulturen verschmelzen miteinander.

Trubel am Abend

Rund um die Kathedrale liegt die Innenstadt Granadas mit ihren Shoppingtempeln. „Wenn ihr sehen wollt, was los ist, geht abends los. Dann ist hier die Hölle los“, sagt Mateo. Und weil Spanier nur selten vor zehn Uhr abends essen, sitzt man ziemlich allein in der Tapasbar und probiert sich durch die Speisekarte mit Tortilla, Oliven, Manchego und Co..

Die Weihnachtszeit beginnt in ganz Spanien erst am 22. Dezember mit der Ziehung der Weihnachtslotterie, der „Sorteo extraordinario de Navidad“. Der Hauptgewinn „El Gordo“ steht für den Traum eines jeden Spaniers seit dem Jahre 1763, als die Lose erstmalig gezogen wurden. Heiligabend wird in Andalusien weniger aufwendig zelebriert als hierzulande. „Wir essen lecker miteinander. Meine Mutter kocht was mit Meeresfrüchten und Truthahn. Und danach gibt es Turron, das ist weißer Nougat und ganz typisch für Spanien. Und natürlich jede Menge Cava, unser Sekt“, schmunzelt Mateo.

Geschenke gibt es übrigens erst am 6. Januar, am Tag der Heiligen Drei Könige.

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