GRöDEN - 450 Lifte gibt es. Rund 40 Kilometer lang ist die Strecke durch Wälder und Felslandschaften.
Von Carina Frey
GRÖDEN - Der Weg hinauf führt durch einen schmalen Durchgang. „Avanti, avanti“, ruft der Ordner an der Gondel und gibt Zeichen, schnell in die Kabinen zu steigen, um Platz zu machen für die vielen Skifahrer und Snowboarder, die es kaum erwarten können. Sie alle wollen hoch und hinein in eines der größten Skigebiete der Welt – den Verbund Dolomiti Superski, mit seinen rund 450 Liften und 1220 Abfahrten.Ein leichtes Rucken, und langsam schweben die Gondeln das Felsmassiv empor. Sie bringen die Skifahrer mitten hinein in den Skizirkus – von Wolkenstein in Gröden aus, aber auch von Corvara, Arraba oder Canazei. Von jedem dieser Orte lässt sich in die Sellaronda einsteigen – die Rundfahrt um das gewaltige Sellamassiv. Rund 40 Kilometer lang ist die Strecke durch Wälder und Felslandschaften.
Vor 10 Uhr sollten Skifahrer die Sellaronda beginnen und spätestens um 15.30 Uhr den letzten Pass überqueren, heißt es bei der Südtirol Information in Bozen. Vier Stunden ist die inoffizielle Richtzeit für die Rundtour und angeblich lässt sie sich – dank der neuen Lifte – sogar zweimal am Tag fahren.
Rund eine Million Wintersportler zieht es jedes Jahr in die vier Täler an der Sellaronda – nach Gröden, Alta Badia, Arabba und ins Fassatal. Auch wenn sich an den zentralen Einstiegsliften die Menschen drängen, ist in dem weitläufigen Gebiet davon wenig zu spüren. Und immer wieder finden sich Nebenlifte für einen Extraschlenker. In Alta Badia beispielsweise locken lange, einsame Pisten. Menschenleer ist es hier an vielen Stellen, selbst mitten in der Hauptsaison.
Die Sellaronda kommt einer Skitour oder -wanderung nahe – in einer vereinfachten Form. Während bei Skitouren gute Skikenntnisse, ein ortskundiger Führer und manchmal sogar Schneeschuhe erforderlich sind, ist die Sellaronda eine Tour auch für Gelegenheitsskifahrer. Abschnallen und aufsteigen ist dank der vielen Lifte nicht erforderlich und auch auf Skikarte und Führer kann verzichtet werden. An allen zentralen Liften hängen große Schilder mit dem Schriftzug Sellaronda – grün oder orange, je nachdem ob die Tour mit oder gegen den Uhrzeiger gefahren wird. Karten helfen bei der Orientierung.
Mit der Tour um das Sellamassiv ist es im Skizirkus Dolomiti Superski allerdings nicht getan. Insgesamt 16 Skitouren führen durch die zwölf zusammen geschlossenen Regionen von Dolomiti Superski. Von Cortina geht es beispielsweise zu den Wettkampfabfahrten der Olympischen Winterspiele 1956, in Alta Badia fahren Skifahrer auf der Naturpark-Tour vorbei an ladinischen Viles – den traditionellen Weilern. Und von Arabba führt eine Skitour hoch zur Königin, der 3342 Meter hohen Marmolada, dem höchsten Berg der Dolomiten. Die Hexentour lockt auf die Seiser Alm. Hexenbuckel-Piste, Funpark und Zeitmess-Strecken sprechen vor allem Kinder und Jugendliche an.
