• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Reise

Vietnam: Plastikmüll bringt Umweltaktivisten auf die Palme

01.12.2018

Ho-Chi-Minh-Stadt Plastikmüll macht Yen-Linh wütend. Als vor der Tür ihres Restaurants „Royal Saigon“ wieder einmal rosa Tüten mit Unrat lagen, warf sie Chipstüte, Joghurtbecher und Plastikflasche kurzerhand ins Zierfischaquarium und schuf damit ein Sinnbild für den wachsenden Müllteppich im Südchinesischen Meer. Seitdem schwimmen die Fische zwischen Abfall herum, als Teil eines Lehrstücks. Yen-Linh serviert Einheimischen und Touristen zum Lunch Kokoswurzelsalat, geschmorte Austernpilze und frittierte Drachenbohnen. Die schmecken köstlich zum Tê-Tê-Bier aus der Craft-Brauerei. Alles frisch und appetitlich angerichtet – wäre da nicht die Mini-Müllkippe nebenan.

Geschätzt zehn Millionen Einwohner, gut acht Millionen Motorroller, 11 000 Tonnen Müll pro Tag: Das sind Eckdaten, die Umweltaktivisten in Ho-Chi-Minh-Stadt auf die Palme treiben. Mit einer Kampagne für Bambustrinkhalme, Pfandflaschen und Porzellanbecher kämpfen sie um saubere Gewässer. Ganz nebenbei hat sich daraus ein angesagter Lebensstil entwickelt, den auch viele Urlauber entdecken können: Sie wohnen in begrünten Öko-Hotels, schlürfen Biosäfte in den Rooftopbars und verspeisen an vegetarischen Imbissständen frittiertes Gemüse.

Im Laden „Thèm“ (Verlangen) liegen in Holzkisten buckelige Pomelo, hutzeliger Ingwer, erdige Galgantwurzel und kleine Melonen. Doch die Gesichter von Phuc und Khanh, 27 und 24 Jahre alt, strahlen: Erdig und schrumpelig ist ihnen recht. So sieht jeder, dass ihr Obst organisch angebaut wurde. „Ohne Pestizide“, versichert Khanh.

Mitten im Herzen von Ho-Chi-Minh-Stadt haben die beiden einen Laden gemietet. Nebenan eine vegetarische Suppenküche, um die Ecke Boutique-Hotels, Hostels, angesagte Bars und Büros in Laufweite.

Mit sich und der Welt in Einklang zu sein, ist Buddhisten ein Bedürfnis. Vegetarische Tage, vom Mondkalender bestimmt, dienen der inneren Reinigung. Im Restaurant „Hum“ werden sie zum Lifestyle. Beim Eintreten klappern die Eiswürfel in den Shakern. Auf eleganten Holztischen werden Safransuppe, Bananenblütensalat, gebratene Palmherzen und zart schmeckender Tofu gereicht, alles pflanzlich.

Der Reiseführer Do Truoc spricht beim Essen von seiner Vergangenheit. Wie er als Soldat mit schwerem Rucksack und Maschinengewehr über dem Kopf durch wilde Flüsse schwamm. „Welches Glück, das wir uns heute um Plastikmüll sorgen und nicht mehr ums tägliche Überleben“, sagt er – und wirft sein Bonbonpapier gewissenhaft in den nächsten Mülleimer.

NWZ-Leserreisen
Traumhafte Urlaubsreisen - bestens organisiert und betreut mit deutscher Reisebegleitung ab Oldenburg.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.