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Spanien Beim roten Drachenkopf im Seegras

Wolfgang Stelljes

IBIZA-STADT - Der Mann hat einfach die Ruhe weg. Schwebt ganz entspannt durchs Wasser, die Hände auf der Brust gefaltet. Nichts, so scheint es, kann Rüdiger Blau erschüttern.

Geduldig beobachtet der 59-Jährige, wie sich ein Tauchschüler nach dem anderen rückwärts von einem Schlauchboot ins Wasser fallen lässt. Und sich dann langsam hinabwagt in noch unbekannte Welten, die eine Hand am Ankerseil, die andere an einem Gerät, mit dem man Luft aus seiner Weste lassen und auf diese Weise die Tauchhöhe bestimmen kann. Bei dem einen dauert es ein paar Sekunden, bei dem anderen mehrere Minuten, dann ist das Ziel erreicht: der Meeresgrund zwischen Ibiza und Formentera. Das ist der Moment, auf den die Tauchschüler, unter ihnen mehrere Kinder und Jugendliche, drei Tage lang am Strand von Cala Pada hingearbeitet haben. Ihr gemeinsames Ziel: der Grundtauchschein.

Schönste Bucht

Die Cala Pada ist eine der schönsten Buchten an der Ostküste von Ibiza. Links eine schmale Landzunge, baumlos, die in der Abendsonne rötlich schimmert, rechts Pinien und Oleanderbüsche auf felsigem Grund. Und dazwischen ein kleiner Strand, gerade mal 200 Meter breit. Mit drei Restaurants und zwei Schulen, einer fürs Surfen und Segeln und einer fürs Tauchen. Tina und Jogi Theuerjahr aus Süddeutschland leiten die Tauchschule und haben langjährige Erfahrung in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Auch Rüdiger ist schon seit zwei Jahrzehnten dabei, ein echtes Taucher-Urgestein. Im Schatten eines Palmendaches hat er eine Tafel aufgebaut – auch eine Tauchschule ist eine Schule. Hier lernen Anfänger das kleine Einmaleins des Tauchsports: Wie man am besten in den Neoprenanzug kommt (nass machen), wie man verhindert, dass die Maske beschlägt (reinspucken, verteilen, ausspülen) und wie man sich unter Wasser verständigt (per Handzeichen). Und natürlich auch, was man macht, wenn es beim Abtauchen in den Ohren „quietscht und knackt“, weil ja der Wasserdruck ständig zunimmt – da hilft nur Nase zuhalten und Gegendruck erzeugen. Auch die Risiken verschweigt Rüdiger nicht.

(K)eine lockere Aufgabe

Von der Schulbank geht es geradewegs in den Pool einer benachbarten Ferienanlage oder ins flache Wasser der Bucht. Hier drehen die Tauchschüler ihre ersten Unterwasserrunden. Keiner soll glauben, so ein Grundkurs wäre eine lockere Angelegenheit.

Vor dem ersten Tauchgang im offenen Meer steht eine schriftliche Prüfung. 40 Fragen in 60 Minuten – da kommt so mancher erneut ins Schwitzen. Wer es geschafft hat, darf zu Jogi Theuerjahr ins Schlauchboot. Der Chef des Tauchcenters startet den Motor und steuert die Isla Redona an. Im Windschatten der kleinen Insel wirft Rüdiger den Anker, die neuen Tauchschüler machen die Rolle rückwärts aus dem Boot.

Das Wasser ist warm und klar und nicht sehr tief, fünf oder sechs Meter vielleicht. Am Meeresboden ein Teppich aus Seegras – die ausgedehnten Wiesen zwischen Ibiza und Formentera gehören seit 1999 zum Weltnaturerbe. Ein Sardinenschwarm steht fast regungslos im Wasser. Und auch ein Großer Roter Drachenkopf, ein etwas grimmig dreinschauender Meeresbewohner aus der Familie der Skorpionfische, lässt die Neuankömmlinge nicht aus den Augen. Nach rund 30 Minuten sind alle wieder im Boot.

Fische zum Greifen nah

Wer nur mal ein paar Fische sehen will, kann auf Ibiza auch schnorcheln, zum Beispiel an der Cala Bassa, einer Bucht im Südwesten. Die Meerbrassen sind dort zum Greifen nah. Profis wie Rüdiger dagegen schwärmen vom Fischreichtum in Tiefen von acht bis 15 Metern. Und von Tauchgängen zu den Höhlen an der Ostküste oder von „Don Pedro“, dem größten Schiffswrack im westlichen Mittelmeer, vor der Hafeneinfahrt von Ibiza-Stadt.

Bis dahin ist es für die Tauchanfänger aber noch ein weiter Weg. Sie sind bereits froh über den ersten Eintrag in ihrem Logbuch.

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