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NWZonline.de Ratgeber Reise

China: In der Wasserstadt steht die Zeit still

05.03.2011

WUZHEN Eben noch schnurrte der Wagen auf einer sechsspurigen Autobahn durch Hochhaus-Schluchten, eine Viertelstunde später fährt man durch weites, plattes Land. Das Ziel ist Wuzhen im Südwesten Chinas.

Kleine Fähre

Wuzhen ist eine kleine Stadt mit rund 12 000 Einwohnern und einem historischen Kern, der die Jahrhunderte nahezu unverändert überdauert hat. Vor zehn Jahren beschlossen die Behörden, Alt-Wuzhen zu konservieren, zu renovieren, als Weltkulturerbe anzumelden und für den Tourismus zu erschließen. Inzwischen ist es einer der bedeutendsten historischen Orte Chinas, ein beliebtes Tagesziel für Ausflügler. Am besten bleibt man aber ein, zwei Nächte, um die Atmosphäre des Städtchens richtig zu genießen.

Bei der Ankunft wirkt der Ort wenig idyllisch: Eintönige Neubauten, ein Riesenparkplatz voller Autos und Busse, eine große Eingangshalle mit vielen Schaltern. Doch die Formalitäten sind schnell erledigt. Zwei Bootsleute paddeln die Neuankömmlinge auf einer kleinen Fähre zum alten Wuzhen-West hinüber. Ein Fünf-Minuten-Zeitsprung in die Epoche der Qing-Dynastie (1644–1911).

Das Wasserdorf, durchzogen von Kanälen, Flüsschen und schmalen Gassen, hat sich sein altes Flair bewahrt. Zwar wurden die Bewohner umgesiedelt, ihre Jahrhunderte alten Häuser aus Zedernholz zu Pensionen und Geschäften umfunktioniert. Doch ihr Aussehen ist ganz das alte: Hier eine duftende Bäckerei, dort ein Teeladen mit dem typischen Chrysanthemen-Tee. Am Ortsrand findet man eine Theaterbühne und ein großes Haus mit Garten, Teich und Steinskulpturen, wie es Wohlhabende einst bewohnten.

Kein Autolärm stört die dörfliche Ruhe. Bewohner und Besucher gehen zu Fuß und überqueren dabei immer wieder Brücken aus Holz und Stein, mit Rund- und Spitzbögen. An die 70 sollen es sein.

Stille Refugien

Oder man nimmt eines der Taxi-Boote, die über die unzähligen Wasserwege gerudert werden. Gondoliere Ma erzählt, dass er an guten Tagen bis zu 20-mal auf Tour geht. Einer der Bootsanleger liegt bei der White Lotus Pagode, einem siebenstöckigen Turm, der 51 Meter aufragt und abends beleuchtet wird.

Auch in Ost-Wuzhen (Dongzha), dem touristisch länger erschlossenen Teil, geht der Puls des Lebens langsam. Und der Besucher passt sich an, nimmt sich Zeit für die traditionelle Blaudruck-Manufaktur, deren frisch gefärbte Stoffbahnen im Wind flattern; für die Winzerei, die jedes Jahr an die 36 000 Tontöpfe mit San-Bai-Wein füllt; für eine Vorstellung in Master Yus Schattenspiel-Pavillon. Oder für das museale Geburtshaus des Schriftstellers Mao Dun und das Bettenmuseum – stille Refugien, weit weg von der Geschäftigkeit.

Die meisten Häuser reihen sich am Wasser aneinander, auf Pontons sind sie mit Pfählen im Flussbett verankert. Die Menschen leben in Holzhäusern mit ausladenden Ziegeldächern und Veranden, auf die man während einer Bootsfahrt einen Blick werfen kann.

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