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Kreuzfahrt In schwimmenden Städten reisen

Michael Zehender

Berlin - Es ist ein Schiff der Superlative: 362 Meter misst die „Harmony of the Seas“, 2747 Kabinen finden Platz. Um alle Attraktionen an Deck auszuprobieren, reicht eine Woche kaum aus. Seit dem Sommer ist der Riesenpott von Royal Caribbean das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Andere Reedereien rüsten ihre Flotten ebenfalls kräftig auf. Der Trend: Die Schiffe werden immer größer.

Vor allem wirtschaftliche Gründe stecken dahinter: „Durch die Größe des Schiffes kann man die Reise für den einzelnen Kunden billiger anbieten“, sagt Helge Grammerstorf vom Kreuzfahrtverband Clia Deutschland.

Vielfältige Angebote

Ein weiterer wichtiger Grund: Auf großen Schiffen kann man durch die Vielzahl an Angeboten mehrere Zielgruppen gleichzeitig ansprechen. Da gibt es den Spa-Bereich für Erwachsene, den Wasserpark für Kinder, das Theater, den Teens-Bereich, den Vortragsraum für Kulturinteressierte - und so weiter.

Das Ende der Fahnenstange ist mit der „Harmony of the Seas“ aber noch nicht erreicht. Royal Caribbean selbst hat weitere Schwesterschiffe bestellt. Und andere Reedereien ziehen nach: Im vergangenen Jahr hat Costa Crociere angekündigt, 2019 und 2020 zwei Schiffe in Dienst zu stellen, die bei der Passagierzahl der „Harmony of the Seas“ Konkurrenz machen werden – 2605 Kabinen sind hier geplant. Auch MSC stößt mit den Schiffen der World-Class-Generation in eine neue Dimension vor. Mehr als 2700 Kabinen soll es hier geben.

Aus technischer Sicht existiert keine Maximalgröße von Kreuzfahrtschiffen. „Da gibt es eigentlich keine richtige Grenze“, sagt Peter Hackmann, Sprecher der Meyer Werft in Papenburg.

Keine Obergrenze

Natürlich sind die physikalischen Gesetze zu beachten. Wenn man ein deutlich längeres Schiff baut, muss man es auch breiter machen. Dem liegt das sogenannte archimedische Prinzip zugrunde. Aber auch der Tiefgang wird größer, um die Stabilität zu gewährleisten. Bei der Passagierzahl gibt es laut Hackmann auch von baulicher Seite keine Grenze. „Wenn statt 1000 etwa 3000 Passagiere auf ein Schiff sollen, muss dementsprechend auch sicherheitstechnisch aufgerüstet werden, zum Beispiel mehr Fluchtwege und mehr Rettungsmittel“, erklärt der Experte. „Große Schiffe sind nicht schwieriger zu evakuieren als kleine.“

Für die Meyer Werft gibt es dagegen eine natürliche Begrenzung: die Ems. Über die müssen alle neuen Schiffe zur Nordsee überführt werden.

Auch kleinere Schiffe

Vor allem die Häfen stellen die Riesenpötte vor Herausforderungen. Immer größer müssen die Kais und Terminals werden, immer besser die Infrastruktur, um die Passagiere vom Bahnhof zum Schiff oder vom Schiff zu den Ausflügen zu bringen, und ausreichend Parkraum für Pkws zur Verfügung zu stellen. Beispiel Hamburg: In diesem Jahr machen dort 76 Schiffe zum Gästewechsel fest, die mehr als 5000 Passagiere fassen.

Während es immer größere Schiffe gibt, existiert auch die Gegenbewegung zu kleinen Schiffen – die aber oft auch teurer sind. Sie haben weiterhin ihre Fans: Urlauber, die vor allem an den Destinationen interessiert sind und eher das klassische Seefahrt-Gefühl erleben wollen.

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