Besonders von Verona war der Dichter angetan. Die Stadt ist nicht nur wegen ihrer Arena berühmt, sie war auch Schauplatz von „Romeo und Julia“.
Von Thomas GrossVerona
– Goethe war begeistert: „Keine Worte drücken die Anmut dieser so reich bewohnten Gegend aus“, schrieb der Dichter in seiner „Italienischen Reise“, die ihn 1786 vom Brenner bis Sizilien führte. Eine Gegend hatte es ihm dabei besonders angetan: Venetien, die Region zwischen Gardasee und Adria, und dort besonders Verona.Begeistert war er von der antiken Arena – nach dem Kolosseum in Rom die zweitgrößte überhaupt. Das 138 Meter lange und 110 Meter breite Oval ist noch immer beeindruckend. „Das Amphitheater ist also das erste bedeutende Monument der alten Zeit, das ich sehe, und so gut erhalten!“, schrieb Goethe. Zur Römerzeit war die Arena oft voll von Menschen, denn sie wurde für Gladiatorenkämpfe genutzt. Später – unter venezianischer Herrschaft – fanden hier Theateraufführungen statt. Seit 1913 ist die Arena Sommer für Sommer Schauplatz von Opernfestspielen.
Verona ist aber nicht nur für seine Arena berühmt, sondern auch Schauplatz des berühmtesten Liebesdramas der Weltliteratur: „Romeo und Julia“. In der Innenstadt liegt in der Via Capello 23 ein mittelalterliches Haus mit großem Hof. Hierher pilgern Touristen scharenweise. Hier soll Julia auf einem Balkon auf Romeo gewartet haben – so schreiben es zumindest viele Reiseführer. Romantisch ist der Ort allerdings nicht: Der Hof ist meist überfüllt mit Neugierigen, die den Balkon fotografieren, die bronzene Julia-Statue betrachten und die Wände mit Liebesschwüren bekritzeln.
Einer der schönsten Flecken der Po-Ebene ist Mantua, knapp 40 Kilometer südlich von Verona. Das historische Zentrum wird dominiert vom Palazzo Ducale. Der Palast war Wohnsitz der Gonzaga, eines der mächtigsten italienischen Adelsgeschlechter. Die Familie ist 1708 ausgestorben, doch ihr Domizil mit fast 500 Zimmern ist perfekt erhalten und kann besichtigt werden. Dem überbordenden Interesse am weiblichen Geschlecht des Federico II. Gonzaga hat Mantua eine seiner Hauptsehenswürdigkeiten zu verdanken: den Palazzo del Te, den sich der Markgraf 1524 als Lustschloss am Stadtrand bauen ließ.
Von Mantua sind es noch einmal rund zehn Kilometer bis zum Po, Italiens größtem Fluss. Goethe genoss hier vor 220 Jahren eine Bootspartie: „Die Fahrt bei herrlichem Wetter war sehr angenehm, die Aus- und Ansichten einfach, aber anmutig. Der Po, ein freundlicher Fluß, zieht hier durch große Plainen, man sieht nur seine bebuschten und bewaldeten Ufer, keine Fernen.“ Rund 70 Kilometer weiter nordöstlich liegt Vicenza. Ihre Schönheit hat sie maßgeblich Andrea Palladio zu verdanken, dem berühmtesten Baumeister Italiens. Elf Palazzi und öffentliche Gebäude hat er Vicenza im 16. Jahrhundert beschert. Palladios Meisterwerk steht vor den Toren der Stadt: die Villa Rotonda, ein Haus mit geradezu perfekten Proportionen.
Der nächste größere Ort ist Bassano del Grappa, wo sich neben der historischen Holzbrücke über die Brenta eine der ältesten Brennereien Venetiens befindet: „Nardini“. In der hauseigenen Gaststube „Osteria del Ponte“ werden seit 1779 verschiedene sortenreine Grappa-Sorten ausgeschenkt.
