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NWZonline.de Ratgeber Reise

Skifahrer gehen bei Extremwetterlage leer aus

10.01.2019

Berlin (dpa/tmn) - Muss ein Skigebiet wegen Extremwetter schließen, bleiben Urlauber auf den Kosten für den Skipass sitzen. Skigebiete und Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter in der Regel in ihren Geschäftsbedingungen aus.

Ski amadé in Österreich erklärt: "Witterungsbedingte oder aus anderen technischen Gründen erforderliche Betriebseinstellungen von Anlagen, Pisten oder ganzen Skigebieten, Lawinengefahr, vorzeitige Abreise oder Unterbrechung begründen keinen Anspruch auf Entgelterstattung oder Gültigkeitsverlängerung." Auch im Gebiet Ski Arlberg gibt es nach eigenen Angaben keine Ermäßigungen und Rückerstattung von Kosten bei zu viel Schneefall für den Betrieb der Lifte.

Pauschalurlauber, die ihren Winterurlaub über einen Reiseveranstalter gebucht haben, gehen ebenfalls leer aus. Auch der Veranstalter kann für das Wetter nicht garantieren. Es besteht kein Anspruch auf Minderung des Reisepreises und Schadenersatz.

In Bayern sind zahlreiche Lifte und Pisten wegen der Schneemassen und schlechter Wetterbedingungen aktuell gesperrt. In Bayern und Österreich soll es weiter schneien.

Wintersport-Aussichten in Bayern:

Trotz des erwarteten Endes der großen Neuschneefälle bleiben die Wintersport-Aussichten für das Wochenende ungewiss. In vielen überregional bekannten Skigebieten Bayerns blieb ein beträchtlicher Teil der Pisten am Donnerstag geschlossen, manche der kleineren Gebiete stellten den Betrieb gänzlich ein. Nur noch eingeschränkt möglich sind derzeit auch Winterwandern und Rodeln in bekannten Tourismusgemeinden - so in Bad Tölz, Mittenwald, Oberammergau und am Tegernsee. Viele Waldwege waren gesperrt, weil Bäume unter der Last des Schnees zusammenbrechen können.

"Wir sind zuversichtlich, dass es vielleicht am Samstag geht", sagte Peter Lorenz, Geschäftsführer des bei vielen Münchnern beliebten Skigebiets am Brauneck in Lenggries. Dort ruhte der Betrieb am Donnerstag weitgehend. Einerseits drohte Schneebruch auf mehreren Lifttrassen, andererseits waren auch die Zustiege zu den Liften eingeschneit, wie Lorenz berichtete. "Die Sicherheit hat Vorrang." Am Spitzingsee dagegen waren die Hauptabfahrten am Donnerstag geöffnet und der Schnee nach Lorenz' Worten "super".

Doch nicht weit entfernt am Sudelfeld drohte wegen Lawinengefahr die Sperrung der Zufahrtsstraße. Ob die Lage sich bis zum Wochenende normalisiere, sei ungewiss, hieß es dort. In Garmisch-Partenkirchen war der obere Teil des Classic-Skigebiets gesperrt. Gar nichts ging mehr an der Kampenwand im Chiemgau, dort war zwar die Seilbahn in Betrieb, doch alle Skipisten und Winterwanderwege gesperrt. Am Hörnle in den Ammergauer Alpen fuhr auch die Sesselbahn nicht mehr. Große Einschränkungen gab es auch in den Oberstdorfer Skigebieten: Die Bahnen auf Nebelhorn und Fellhorn fuhren nicht.

In Mittenwald war zwar das kleine Skigebiet am Kranzberg geöffnet, doch viele Wanderwege geschlossen. "In den Wald sollte man derzeit auf keinen Fall gehen", hieß es bei der Alpenwelt Karwendel Tourismus GmbH.

Die Lage in Österreich:

In Österreich ist ein Großteil der Skilifte weiterhin offen, die Anfahrt in einigen Fällen aber schwierig oder unmöglich. "In Hohentauern sind derzeit zwei Pisten offen für die Gäste, die noch dort sind", sagte die Sprecherin von Tourismus Steiermark, Ute Hödl. Die kleine Gemeinde ist bereits seit Samstag nicht erreichbar. Laut Hödl harren dort auch einige Touristen aus Hessen aus, die aber zumindest Skifahren können. Ähnliches gilt für die Planneralm: Auch hier ist keine Zufahrt möglich, einige Lifte sind aber geöffnet.

Die Tourismus-Experten sind zuversichtlich, dass die ergiebigen Schneefälle langfristig von Vorteil sein werden. "Die aktuellen Schneemengen garantieren, dass wir bis zum Saisonende beste Pistenverhältnisse haben werden", sagte Girardoni. Die großen Schneemengen würden nach Möglichkeit als Piste präpariert, die Schneeunterlage der Pisten sei also entsprechend hoch. "Auch bei Tauwetter bleiben sie dann gut", erklärte Girardoni.

Im Salzburger Land sind laut Tourismus-Sprecher bereits vermehrt Buchungen für die kommenden Monate eingegangen. "Viele Gäste buchen jetzt für die Semesterferien im Februar und sogar für Ostern im April", sagt Hörwertner.

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