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Philippinen Kluge Baumeister und harmlose Riesen

Bernd Kubisch

Manila/Sagada - Wer zu den hängenden Särgen nach Sagada in den Bergen will, braucht Geduld und Sitzfleisch. Von der Hauptstadt Manila im Süden der Philippinen dauert die 420 Kilometer lange Fahrt im Bus zwölf Stunden, von Vigan im Westen sind es neun bis zehn für rund 250 Kilometer. Die Gebirgsstraßen sind steil, eng und oft nur Schotterpisten. Aber die abenteuerliche Fahrt über Pässe, durch Wälder, vorbei an Schluchten und Wasserfällen lohnt sich.

Neben den Eingängen der Höhlen beim Städtchen Sagada sind hölzerne Särge gestapelt, auf manchen liegen Totenschädel. Särge hängen auch hoch an der Felswand. Das Bergvolk der Igorots glaubte, dass die Seele der Toten unter der Erde erstickt – und manche glauben das heute noch.

Sattes Grün

Der Höhepunkt Luzons, die Reisterrassen um Banaue, sind nur gut drei Fahrstunden entfernt. Im Bus, auch wenn er noch so alt ist, sitzt es sich bequemer als im Jeepney, einem der begehrtesten Fotomotive des Landes. Los geht es, wenn es voll und richtig eng ist. Der Stolz jeden Fahrers sind die vielen Chromstangen, Scheinwerfer, Leuchten und lackierten Kunstwerke mit Blumen, Popstars, Maria und Jesuskind. Die Philippinen sind das einzige christliche Land Ostasiens. Etwa 80 Prozent der Bewohner sind katholisch. Fast alle sprechen Englisch. Das erleichtert das Reisen.

Viele dürften beim Gedanken an das Land noch den Taifun „Haiyan“ vor Augen haben. Er war im vergangenen November über die Philippinen gezogen und hatte Tausende in den Tod gerissen. Davon war besonders die Region um Tacloban im Osten des Landes betroffen. An der Insel Luzon war „Haiyan“ südlich vorbeigezogen.

Der Blick von der engen Gebirgsstraße zwischen Sagada und Banaue ist spektakulär: unten ein reißender Fluss, darüber eine schaukelnde Hängebrücke. Schulkinder in grün-weißer Uniform winken. Das satteste Grün haben die Reisfelder. Flächen mit blassgrünen Punkten sind Kohlterrassen.

Die Bergvölker in und um Banaue in den Kordilleren sind kunstvolle Baumeister und Architekten – und das seit weit über 2000 Jahren. In harter Handarbeit rangen sie die Felder auch extrem steilen Hängen ab. Über Generationen schufen sie von Felsgestein- und Lehmmäuerchen gestützte Kunstwerke in etwa 1300 Meter Höhe, die sich als kleine, kurvige Terrassen ihren Weg nach oben bahnen.

Weite Sanddünen

Kein Wunder, dass die Reisterrassen in fünf Dörfern der Umgebung auf der Welterbeliste der Unesco stehen.

Ganz im Norden von Luzon bei Laoag locken helle Strände mit weiten Sanddünen. Und ganz im Süden der Insel entdecken Robinson-Crusoe-Fans sicher ihren eigenen Strand und eine eigene Palme.

Walhaie fühlen sich im Wasserschutzgebiet bei Donsol wohl. Die harmlosen Riesen, die sich von Plankton und Kleinstgetier ernähren und bis zu zwölf Tonnen schwer werden, halten sich dort meist von Februar bis Juni auf, am besten sind sie für Schnorchler im März und April zu sehen. Etliche Tauchschulen bieten Unterwasserabenteuer an – auch das Beobachten von riesigen Mantarochen gehört dazu. Die einfachste Anreise ist mit dem Flugzeug von Manila nach Legaspi und von dort mit dem Auto nach Donsol.

Vorher Buchen ist empfohlen, weil einige Boote und Touren limitiert sind. Donsol war vor 15 Jahren ein verschlafenes Fischernest, bis das Video eines lokalen Tauchers in andere Länder gelangte. Heute ist die Region ein Touristenmagnet.

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