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NWZonline.de Ratgeber Reise

Österreich/Slowakei: Kuckuckskind im goldenen Käfig

07.06.2014

Wien /Bratislava „Wien ist anders“ wirbt Österreichs Hauptstadt auf ihrer offiziellen Website. Das mag wohl sein. Schon auf dem Weg vom Flughafen ins historische Zentrum, das wie ein gigantisches Freilichtmuseum mit grünen Oasen und pompösen Palästen anmutet, fallen große Reklametafeln auf. Sie weisen Neuankömmlinge darauf hin, dass die alte Kaiserstadt 1,7 Millionen „Hirne“ hat. Das sind ebenso viele wie auf der Homepage an Einwohnern angegeben werden.

Kreative Köpfe

Die sogenannte Twin-City Bratislava (Pressburg) ist mit 430 000 Einwohnern erheblich kleiner und beschaulicher, aber ebenfalls reich an Geschichte und Barock-Bauten. Bratislava erlebte seine Blütezeit als Hauptstadt des Königreichs Ungarn unter Kaiserin Maria Theresia (1717–1780). Im Martinsdom wurden 19 ungarische Könige und Königinnen gekrönt. Ein Spaziergang auf dem Krönungsweg, der durch Messingtafeln in Pflastersteinen gekennzeichnet ist, führt zu den Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Weithin sichtbar thront 85 Meter über der Donau auf einem Hügel die restaurierte Burg Bratislava.

Wien ist stolz auf seine kreativen Hirne (Köpfe) wie Johann Strauß, Franz Schubert und Gustav Klimt. Bilder von Egon Schiele und die weltgrößte Gemäldesammlung von Klimt sind im oberen Schloss Belvedere zu bewundern. Das Gartenpalais des kunstsinnigen Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen (1668–1775) gehört zu den schönsten Barockanlagen Europas.

Wien huldigt auch seinen berühmten Töchtern Maria-Theresia und Romy Schneider. Aber sie werden überstrahlt von Sisis (1837–1898) Glanz, der wohl schönsten und berühmtesten Kaiserin wider Willen, die ebenso viele Bewunderer wie Feinde hatte.

Die gebürtige Herzogin von Bayern tauchte 1854 als 16-Jährige in die imperiale Welt des österreichischen Kaiserhauses ein, der sie zeitlebens zu entfliehen suchte. Als Frau von Franz Joseph I. (1830–1916) hatte Elisabeth die kaiserlichen Appartements in der Wiener Hofburg an der noblen Ringstraße bezogen. 19 Zimmer sind heute öffentlich zugänglich.

Seit zehn Jahren können Besucher im Sisi-Museum Elisabeths Spuren folgen. Die Ausstellung „Mythos & Wahrheit“ gibt Einblick in das Leben der Frischluftfanatikerin, die Wandern und Reiten liebte. Täglich trainierte sie in der Hofburg hart in ihrem Toiletten- und Turnzimmer an Ringen und Sprossenwand. Eindrucksvoll ist auch der Blick in Sisis Kleiderschrank. Junge Wiener Designer haben ihn für ihre Kollektionen zum Vorbild genommen.

In ihren Gedichten, die kritisch bis sarkastisch sind, und erst 60 Jahre nach ihrem Tod veröffentlicht werden durften, offenbart die unglückliche Kaiserin ihr Seelenleben: „Meine Mutter war die Freiheit, die als Kuckuck einst maskiert, in ein fremdes Nest mich legte, so ist dies Malheur passiert“, schreibt die große Heinrich-Heine-Verehrerin 1887 über ihr Leben im goldenen Käfig.

Veilchen-Eis

Wiens Altstadt mit seinen Museen, Kaffeehäusern und exklusiven Geschäften lässt sich gut zu Fuß erkunden. Bis heute gibt es beim k. & k. Hofzuckerbäcker Demel am Kohlmarkt, der teuersten Einkaufsmeile Wiens, kandierte Veilchenblüten und eine beeindruckende Tortenauswahl. Die „Demelinerinnen“ sprechen die Gäste wie damals nur in der dritten Person an: „Haben schon gewählt?“

Sisi, die trotz ihrer überschlanken Linie und vieler Hungerkuren Süßigkeiten liebte, ließ sich oft vom Hofkonditor lilafarbenes Veilchen­eis bringen. Im Demel-Museum sind neben kunstvollen, lebensgroßen Marzipan-Skulpturen auch die Transportbehälter für Sisis Veilchen-Eis zu bestaunen. Die Gästeliste der prominenten Besucher reicht von Andy Warhol bis Ronald Reagan.

Anreise: Germanwings fliegt ab Hamburg direkt nach Wien, Germania dreimal die Woche ab Bremen. Der Twin City Liner, ein Schnellkatamaran, fährt mehrmals täglich von Wien nach Bratislava. Die einfache Fahrt kostet je nach Tageszeit zwischen 20 und 35 Euro pro Person. Vorab-Buchungen sind möglich.

Historie: Beide Hauptstädte waren über Jahrhunderte Teil des Österreich-Ungarischen Reiches. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Bratislava zum neu gegründeten Staat Tschechoslowakei. Nach dem Wegfall des „Eisernen Vorhangs“ 1989 lebten die Handelsbeziehungen der Twin Citys wieder auf. 1993 wurde die Slowakei unabhängig und Bratislava Hauptstadt.


Mehr Infos unter   www.wien.info www.visit.bratisloava.sk/de www.lindner.de http://www.wienfuehrung.com www.sisi-vienna.at  oder   www.twincityliner.com 

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