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NWZonline.de Ratgeber Reise

Der Glanz von Verdi und Madonna

22.12.2018

Montecatini Es waren schier goldene Zeiten, als Giacomo Puccini und Leon Carvalho Ende des 19. Jahrhunderts auf den edlen Prachtstraßen von Montecatini Terme promenierten. Ein recht bekannter Flecken Erde, gelegen auf halber Strecke zwischen Florenz und Pisa, auf dem jedoch bis ins 19. Jahrhundert hinein keine Siedlung zu finden war.

Und dennoch: „Schon römische Soldaten haben im frühen Mittelalter die Heilkraft unseres Thermalwassers erkannt. Sie brachten ihre müden und verwundeten Armeepferde hierher, wo diese schnell wieder regenerierten“, erklärt Alessandra diPaola, die sich heute um die touristischen Geschicke der Stadt kümmert. Das heilende Wasser aus der Erde der Nordtoskana begründete schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts die Gründung der Stadt – und mehr als 150 Jahre lang auch ihren Erfolg.

Verdi als Frauenheld

Giuseppe Verdi besuchte Montecatini über 20 Jahre – und schätzte besonders die Sitzecke links hinter der Drehtür zum Grand Hotel Plaza & Locanda Maggiore. „Verdi war ein großer Esser, aber auch ein Frauenheld. Und auch Puccini und Carvalho kamen nicht nur nach Montecatini, um hier ihrer Kunst zu frönen“, schmunzelt Alessandra diPaola. Es war nicht nur das Wasser aus der Tetuccio-Terme, das Montecatini Terme in seinen goldenen Jahren zu einem Anziehungspunkt für die genusssüchtige, großstadtgeplagte High Society aus nah und fern machte. Auch die Frauen, die Pferde und das Glücksspiel machten aus der jungen Stadt am Fuße des nördlichen Apenningebirges einen Anlaufpunkt der internationalen Gesellschaft.

Im ersten Haus am Platz, dem Grand Hotel La Pace, kann Hotelmanager Moreno Quagliano hiervon ein Lied singen. Oder besser – er nimmt die dicken Bibeln des Hotels aus ihren Regalen und zeigt interessierten Gästen die Signaturen der Hotelgäste, die sich über ein komplettes Jahrhundert wie das Who-is-Who des internationalen Jet Set lesen. Grace Kelly und Fürst Rainier besuchten das La Pace 1957 und 1959, ihre Tochter Stéphanie in den 1980ern, als Roger Moore samt Gattin Luisa Mattoli schon dort residiert hatten.

Besuch endet tragisch

Dazu Staatschefs, Könige, Generäle, Künstler und Modezaren wie Christian Dior, dessen letzter Besuch im La Pace am 24. Oktober 1957 jedoch tragisch endete. „Christian Dior kam immer wieder zu uns. Er blieb mindestens für zwei Wochen, und er buchte immer dieselbe Suite mit einer großen Terrasse, auf der er während seiner Aufenthalte Rosen züchtete“, erzählt Moreno Quagliano. Doch an jenem Oktobertag 1957 endete Diors Leben in eben jener Hotelsuite. Und es wäre dem Ort nicht gerecht geworden, wäre seinerzeit etwas anderes als ein Herzanfall beim Liebesakt der Grund für das Dahinscheiden des Modezaren gewesen.

Doch die Zeit hat in Montecatini Terme genagt am Glanz von Verdi und Puccini, von Grace Kelly und Christian Dior. Seit Jahrzehnten werden die Kurgäste weniger. Kuranlagen wurden geschlossen. Der Miss-Italia-Wettbewerb, bis 2012 noch regelmäßig in Montecatini Terme ausgetragen, gehört heute zur Vergangenheit. Und auch die großen Namen schlagen verglichen zu den goldenen Tagen nur noch tröpfchenweise in der Nordtoskana auf.

„Die Gäste werden sich verändern“, da ist sich Alessandra diPaola sicher. Und einer der Gründe hängt in Montecatini Terme einmal mehr mit einem großen Namen zusammen – mit keinem Geringeren als dem von Popqueen Madonna. „Madonna hat 2017 in Asien und in den USA eine Hautpflegeserie herausgebracht, für die sie das Wasser aus unserer Tetuccio-Terme nutzt“, erklärt diPaola. Für die toskanische Kurstadt alles in allem kein schlechter Deal, denn schließlich ist seither das Bild der Jugendstil-Terme aus Montecatini in zahlreichen asiatischen Flughäfen großflächig zu finden.

In den Duty-free-Shops von Tokio, Seoul und Peking, dort, wo das Thermalwasser aus der Toskana heutzutage einmal mehr als Jungbrunnen für Kraft, Schönheit und Regeneration steht, schließt sich für Montecatini Terme der Kreis. Die Heilkraft des Wassers aus der Toskana, bei römischen Soldaten erkannt und geschätzt, steht auch für die Zukunft von Montecatini Terme, die ein Stück weit auch in asiatischen Geschäften geschrieben wird.

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