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NWZonline.de Ratgeber Reise

Bergsport: Selbstüberschätzung am Klettersteig immer häufiger

11.09.2021

München Klettersteige liegen im Trend. Immer häufiger kommt es dort zu Blockierungen durch Angst oder Schwindel. Ein Experte erklärt, was es damit auf sich hat – und wie man die Tour sicher angeht.

Warum kommt es in Klettersteigen häufiger zu Notfällen??

„Das ist eine Entwicklung des vergangenen Jahres. In den Jahren zuvor hatten wir rückläufige Zahlen“, sagt Lukas Fritz, Sicherheitsexperte des Deutschen Alpenvereins (DAV). „Was wir eindeutig gesehen haben: Die Zahl der Blockierungen – nicht nur an Klettersteigen – hat mittelfristig zugenommen.“

Die Gründe sind vielfältig. „Häufig ist es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. In vielen Fällen gab es vermutlich eine schlechte Tourenplanung. Hinzu kommt geringe Erfahrung: Viele wissen wohl nicht, was sie sich zumuten“, schätzt Fritz. „Eine korrekte Selbsteinschätzung ist sehr wichtig. Mancher sucht sich einen zu schwierigen Klettersteig aus.“ Dafür spricht, dass der Großteil der Bergsteiger, die wegen einer Blockierung in Not gerieten, auf einem Steig der Kategorie D unterwegs gewesen sei.

Lukas Fritz bezieht sich hier auf die sogenannte Schall-Skala zur Klassifizierung von Klettersteigen. Kategorie D bedeutet: sehr schwierig. „Hier hat man schon weitestgehend senkrechte Passagen mit nur sporadisch und weit auseinanderliegenden Eisenklammern und Trittstiften zu bewältigen.“

Was ist eine Blockierung überhaupt??

Der Sicherheitsexperte beschreibt die Situation: „Ich bin nicht schwerwiegend verletzt, aber komme aus eigener Kraft nicht mehr vor und zurück. Das kann aus einer Überforderung heraus passieren.“ Auch Schwindel und Höhenangst könnten eine Rolle spielen sowie lange in exponiertem Gelände unterwegs zu sein.

Selbstüberschätzung sei auch hier das Stichwort – sowohl körperlich als auch psychisch. „Aus einer anekdotischen Erfahrung als Bergführer kann ich sagen: Es ist zum Beispiel der Manager-Typ, der sonst vor nichts Angst hat und sich sehr viel zutraut, der dann in einem Klettersteig überfordert ist“, erzählt Fritz. „Oder Kinder, denen von den Eltern zu viel zugemutet wird.“

Wie kann ich Blockierungen verhindern??

„Vielfach passiert der Fehler nicht während der Tour, sondern schon davor – durch unzureichende Planung“, sagt Fritz. „Mein Können und Fitnesslevel sollte den Anforderungen der Route entsprechen. Ich sollte mich erst einmal auf Steigen der Kategorie A und B sicher fühlen, bevor ich mich an höhere Schwierigkeitsgrade heranwage.“

Ein Plan B ist hilfreich. Es gebe zum Beispiel Klettersteige mit verschiedenen Varianten nebeneinander, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. „Wenn ich mich nicht so sicher fühle, wechsele ich auf den anderen Steig“, sagt Fritz. Außerdem gibt es Klettersteige mit Notausstiegen. Wichtig sei auch, sich konditionell nicht zu verausgaben und mit einer Reserve zu planen.

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