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NWZonline.de Ratgeber Reise

Nach der Flut strömen die Touristen

14.07.2007

GRIMMA Die Häuser rund um den Marktplatz im sächsischen Grimma strahlen im Sonnenschein. Zahlreiche Menschen sitzen in den Straßencafés. Der kleine Fluss Mulde plätschert dahin. Es ist kaum zu glauben, dass erst fünf Jahre vergangen sind, seit das verheerende Augusthochwasser die Altstadt verwüstete. Grimma ist wieder aufgetaucht – so wie die anderen Flutregionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Heute locken sie mehr Besucher als vor der Flut an.

„Die Flut war die größte Katastrophe in der 800-jährigen Geschichte unserer Stadt, sie hat aber auch den größten Investitionsschub und Fortschritt bewirkt“, sagt Bürgermeister Matthias Berger. Und die Touristenzahlen steigen. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 19 800 Gäste die Stadt – bei vielen spielt die Flut immer noch eine wichtige Rolle.

Am 13. August 2002 wurde Grimma zum Symbol für die Hochwasser-Katastrophe. Nach tagelangen Regenfällen im Erzgebirge schwollen kleine Bäche zu Flüssen an, durch das Muldental wälzte sich eine meterhohe Hochwasserwelle. Innerhalb einer Nacht überflutete der Strom die Altstadt. Der Schaden belief sich allein in Grimma auf rund 300 Millionen Euro. Doch nach dem Hochwasser kam die Flut der Helfer und Spender. Fünf Jahre später ist von der Zerstörung nichts mehr zu sehen. Eifrig gewerkelt wird noch an der Pöppelmannbrücke aus dem 18. Jahrhundert. Die Fußgängerbrücke des berühmten Baumeisters soll im kommenden Jahr zum „Tag der Sachsen“ fertig sein.

Auch in den anderen Flutregionen erinnert kaum noch etwas an die Katastrophe. In der Sächsischen Schweiz, wo sich kleine Bäche zu wilden Flüssen entwickelten, die alles mitrissen, was sich ihnen in den Weg stellte, sind zahlreiche Ausflugsorte wie das Amselgrundschlösschen oder das „Parkhotel“ in Bad Schandau wieder hergerichtet. Anfang 2007 wurde der Schlosspark Weesenstein wieder eröffnet und gleich zu einem der zehn schönsten deutschen Parks gewählt. „Die touristische Infrastruktur in Sachsen ist so gut wie vor der Flut, meist sogar noch besser“, sagt Anja Renner vom Landestourismusverband Sachsen in Dresden.

Auch an der Elbe in Sachsen-Anhalt haben sie das Hochwasser als Chance zum Neuanfang begriffen. Zwei Drittel des beliebten Elbe-Radweges mussten erneuert werden. Die schwer vom Hochwasser beschädigte Schifferkirche Priesitz bei Wittenberg wurde restauriert und 2006 zu einer Radfahrerkirche umgebaut. Auch im Dessau-Wörlitzer-Gartenreichsind die Schäden beseitigt.

Der Einbruch der Besucherzahlen von 2002 ist wieder ausgeglichen. Im Jahr 2006 kamen fast sechs Millionen Touristen nach Sachsen – so viele wie noch nie. „Das liegt natürlich auch an dem Dresden-Boom“, sagt die Chefin des Tourismusverbandes Sächsisches Elbtal in Meißen, Kerstin Oefler. Seit Frauenkirche und Grünes Gewölbe wieder in altem Glanz erstrahlen, wird die Stadt von Touristen nahezu überrannt.

In Dresden denken nur noch wenige Touristen an das Hochwasser 2002, als die Semperoper, die Gemäldegalerie Alter Meister und das Albertinum unter Wasser standen. Die neuen Attraktionen haben Vorrang. Das ist in Grimma anders. Die Stadt ist erst durch die Flut deutschlandweit bekannt geworden. Diese ungewollte Aufmerksamkeit versucht die Stadt zu nutzen – nicht zuletzt bei Führungen, die den Wiederaufbau zeigen.

Mehr Infos unter: www.grimma.de,

www.ltvsachsen.de

www.tourismusverband-sachsen-anhalt.de

www.elberadweg.de

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