NWZonline.de Ratgeber Reise

ITALIEN: Noch immer der schönste Festsaal Europas

28.02.2009

VENEDIG Der Markusplatz ist der bekannteste Platz Venedigs, doch die wenigsten Besucher halten länger inne. Wer kann, sollte sich zumindest einen Tag Zeit nehmen, um den „schönsten Festsaal Europas“ zu genießen, wie Napoleon ihn nannte.

Die Erkundungstour beginnt am besten früh morgens. Wenn die Sonne ihre ersten Strahlen in die Stadt schickt, taucht sie den Markusplatz in ein mystisches Licht. Vor allem aber hat man ihn dann noch fast für sich allein. Doch es dauert nicht lange, schon öffnen Händler ihre Stände, räumen die Cafes und Restaurants ihre Tische und Stühle auf die Piazza. Dann lohnt sich ein Besuch im Dogenpalast, bevor die Warteschlangen dort zu lang werden. Neben riesigen Gemälden von Tintoretto kann man in dem Prunkbau den Sala del Maggior Consiglio besichtigen, den größten ungestützten Saal Europas.

Vom ehemaligen Sitz der venezianischen Regierungen geht es über die Seufzerbrücke in das Gefängnis, in dem schon Casanova einsaß. Der fast fensterlose Kerker erstreckt sich über mehrere Etagen im Keller. Freundlicher geht es in der Basilica di San Marco zu. Sie war einst die Kapelle des Dogen.

Während der alte Marmorboden im Lauf der Jahre uneben geworden ist, verschlagen einem die Wände, die großen und kleinen Kuppeln beim Eintritt in den Markusdom den Atem: Auf einer Gesamtfläche von mehr als 4200 Quadratmetern schmücken filigrane Verzierungen – meist in Gold – den Bau. Diese Mosaiken brachten dem Dom auch den Namen „Goldene Basilika“ ein.

Ein Muss ist der Besuch im Campanile, dem roten Turm mitten auf dem Markusplatz. Der Ziegelbau diente einst Seefahrern als eine Art Leuchtturm, heute hat man von der Aussichtsplattform einen schönen Blick über die Lagunenstadt.

Entspannung bieten auch die Cafehäuser auf dem Markusplatz. Dutzende Kellner eilen zwischen den Tischen hin und her und bringen auf silbernen Tabletts Kaffee, Kuchen und andere Erfrischungen. Ein einfacher Kaffee kostet allerdings mindestens fünf Euro. Am Abend schließlich lohnt sich ein Gang zur angestrahlten Seufzerbrücke – oder ein Bummel über den wieder etwas leereren Platz.

Informationen: Italienisches Fremdenverkehrsamt, Neue Mainzer Straße 26, 60311 Frankfurt

( 069/23 74 34)

www.enit.de

www.turismovenezia.it

Die Unesco hat die Region zum Biosphärenreservat ernannt. Wer überall deutsche Standards ansetzt, wird allerdings enttäuscht.

Von Hilke Segbers

Konstanza/Belgrad Die Dame in Orange lässt die Kamera sinken. „Wir sind zu spät gekommen“, sagt sie. Es ist 8.30 Uhr, ein strahlender Morgen im Donaudelta. Aber die Sonne wärmt schon mächtig, und da wird auch den Vögeln heiß: Pelikane, Silberreiher und Löffler hocken im Schatten – schwer zu fotografieren. Sie flattern nur auf, wenn die Schiffswellen den Ruheplatz zu überschwemmen drohen.

Kurz bevor sich die Donau an ihrem sogenannten Nullpunkt ins Schwarze Meer ergießt, wird sie zu einer Wasserwelt aus Seen, Flüsschen und Kanälen mit einer fast verwunschen wirkenden Landschaft. Schilfgürtel, Seerosenteiche und Sanddünen wechseln sich ab mit Wäldern. Die Unesco hat die Region zum Biosphärenreservat ernannt – und sie ist heute Start oder Ziel vieler Flusskreuzfahrten.

Von den insgesamt gut 100 Donau-Schiffen fahren bis zum Delta zum Beispiel die „River Cloud II“, „A-Rosa Donna“, „MS Bellevue“, „Viking Primadonna“, „Rossini“ und „Swiss Gloria“. Diese Reisen sind anders als die klassische Donaustrecke Passau-Wien. Auf Rumänien, Bulgarien, Serbien und Ungarn sollte man sich vorbereiten. Wer überall deutschen Standard ansetzt, könnte enttäuscht werden, vor allem in Rumänien.

Ein Ausflug nach Konstanza und zum Badeort Mamaia an der Schwarzmeerküste zeigt, wie arm das EU-Mitglied Rumänien immer noch ist: Die Straßen sind von Schlaglöchern übersät, die Dörfer grau und viele Häuser in schlechtem Zustand. Auf den Feldern sind statt Traktoren noch Ackergäule mit Leiterwagen zu sehen.

Mamaia ist kein Seebad im klassischen Sinne. Rund 80 große Hotels stehen an der Küste. Anfang September endet die Saison abrupt, eine Nachsaison gibt es nicht. Am Strand sieht es aus wie an der Adria: Liege reiht sich an Liege, Sonnenschirm an Sonnenschirm. Im Wasser rostet ein Ponton vor sich hin. Irgendwie macht das alles keine Lust aufs Baden, auch wenn das Wasser klar und rund 25 Grad warm ist.

Am Tag darauf erreicht das Schiff die bulgarische Hafenstadt Russe. Bus, Landschaft und Orte wirken deutlich gepflegter. In Veliko Tarnovo gibt es eine schöne Innenstadt und die alte Festung auf dem Zarewetzhügel zu besichtigen, und es locken auch Geschäfte. Der Nachbarort Arbanassi wirkt mit seinem Kopfsteinpflaster und den tongedeckten Häusern wie ein Dorf aus der Toskana.

Einen Tag später bleiben ein paar Ausflugsmüde an Bord. Sie setzen sich auf einen Deckstuhl und lassen das grüne Donau-Ufer an sich vorbeiziehen. Die anderen Passagiere besuchen Plewen, wo während des Kampfes um die Befreiung Bulgariens von den Osmanen die erbittertsten Schlachten stattfanden. Bei der Fahrt durch die Karpaten ist das Ufer auf einer Seite rumänisch, auf der anderen serbisch.

Die wildromantischsten Abschnitte der Tour folgen nun bald: der Kazan – Kessel – zwischen Orsova und Donji Milanovac und das „Eiserne Tor“. Letzteres benennt einen Abschnitt mit Stromschnellen und Untiefen, der einst die Schiffer in Angst und Schrecken versetzte. 1972 wurde er durch einen Kraftwerkbau „entschärft“: Das Niveau der Donau wurde bis zu 30 Meter angehoben.

Dann ist bald Ungarn erreicht – Zeit für einen Ausflug zu einem Pferdegestüt in der Puszta, wo die Hirten ihre Reitkünste demonstrieren.

Budapest ist als Start und Ziel einer Flusskreuzfahrt unschlagbar. Im Stadtgebiet sprudeln 80 Heilquellen. Schon die Türken bauten im 16. Jahrhundert hier viele Bäder. Am Ort des berühmten „Kurhotels Gellert“ am Donau-Ufer soll sogar schon im 13. Jahrhundert ein Krankenhaus gestanden haben, dass die Heilwirkung der Quellen nutzte.

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