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Deutschland Großsteingräber in vielfältiger Landschaft

Alexandra Lüders

Osnabrücker Land - Durch Flussauen, Moor- und Heidelandschaften, über sanfte Hügel und durch Wälder führt der Hünenweg von Osnabrück nach Groningen. Dabei erwarten zahlreiche Großsteingräber als Namensgeber die Wanderer.

Wer sich im Osnabrücker Land auf Wanderschaft begibt, kann auf dem 324 Kilometer langen Hünenweg zauberhafte Kultur- und Naturlandschaften erobern. Jeweils beim Wechsel der 20 Etappen zwischen Osnabrück und Groningen informieren Tafeln und Karten über den jeweilige Streckenabschnitt des Fernwanderweges.

Individualisten erwarten also beinahe stündlich neue Eindrücke, gute Markierungen und Möblierungen eines Wanderweges. Die Kooperationspartner des Hünenweges haben eine hochkarätig beschilderte Gesamtroute entwickelt, welche beidseitig mit Pfeilwegweisern und Markierungszeichen wie Wegelogos und Farbmarkierungen an Bäumen ausgezeichnet ist. Der Weg kann also in beide Richtungen erwandert werden. Darüber hinaus laden Schutzhütten, Sitzbänke und Rastplätze zum Entspannen ein.

Steigungsarmer Weg

Wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und der Steigungsarmut eignet sich diese Route für Senioren und für Familien ganz besonders. Er führt durch das idyllische Nettetal (Osnabrück), die sanfthügeligen Ankumer Höhen als Ausläufer des Wiehengebirges, durch den Börsteler Wald, Waldgebiete des Gehn und der Maiburg gefolgt von ruhigen Moor- und Heidelandschaften und urtümlichen Hasetaler Flussauen, in denen sich der Biber vor vielen Jahren angesiedelt hat.

Im emsländischen Haselünne streift der Wanderer im Naturschutzgebiet einen großen Wacholderhain und umkreist den Haselünner See. Im neuen Abschnitt des Hünenweges begegnet der Besucher bei Bramsche-Ueffeln einem riesigen Sandsteinbruch, der 150 Millionen Jahre altes Schottermaterial aus dem Jurazeitalter für den Straßenbau liefert.

Steinerne Zeugnisse

Neben der Naturvielfalt können Wanderer zudem viele Kulturhighlights der Region entdecken. Dazu gehören beispielsweise steinerne Zeugen unserer Vorfahren, die 3000 bis 3500 vor Christi Geburt aus riesigen Steinen, den Megalithen der Eiszeit, ihre Grabstätten gebaut haben.

Die großen Findlinge wurden von Gletschern vor 150 000 Jahren aus Skandinavien hierher transportiert. Lange Zeit glaubte man, dass die Großsteingräber von sogenannten Hünen errichtet wurden. Denn in den Grabhöhlen lagerten große Knochen, von denen man annahm, dass sie von Riesen stammen müssten. Sie gehörten jedoch zu großen Tieren, die den Jägern zum Opfer gefallen waren und vielleicht als Grabbeigaben ebenso wie Flint-Flachbeile oder Keramiken der Trichterbecherkultur fungiert haben.

Faszinierende Einblicke

Einen faszinierenden Einblick in diese längst vergangenen Zeiten bietet das Ankumer Giersfeld mit seinen Stein- und Hügelgräbern nahe des Golfplatzes. Neben den großrahmigen Kollektivgräbern der Jungsteinzeit, die 10 bis 20 Meter lang sind, hat es im Übergang zur Bronzezeit auch Einzelgrabbestattungen in sogenannten „Steinkisten“ und unter Grabhügeln gegeben. Dadurch sind erstmals soziale Unterschiede dargestellt worden.

Im Gegensatz zu anderen Regionen verfügt Nordwestdeutschland über weit mehr als 100 Großsteingräber aus der Jungsteinzeit, von denen viele entlang des Hünenweges zu finden sind.

Klöster und Kirchen

Auf der Strecke von Ankum nach Börstel durchqueren Wanderer die Endmoränenlandschaft der Maiburg, in der sich rund um die riesigen Findlinge Sagen und Legenden ranken. Im mittelalterlichen, am Hünenweg gelegenen Stift Börstel nimmt die klösterliche Atmosphäre aus dem 13. Jahrhundert den Besucher gefangen, bevor er in das urwüchsige Hahnenmoor mit seinen Moorfröschen, Kreuzottern und der Wollgrasblüte eintaucht.

Im emsländischen Bokeloh gönnen sich die Wanderer gern eine Verschnaufpause in der 1000 Jahre alten St. Vitus-Kirche. Den Endpunkt des Hünenweges bildet das „Hunebedcentrum“ in Borger (NL). Dort können sich Besucher mit der europaweiten Geschichte der Hünengräber museal auseinandersetzen.

Das Projekt UNESCO Global Geopark Cooperation DE/NL wurde im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland/Niederlande durchgeführt und mit 1,6 Millionen Euro mitfinanziert. Hierzu zählt auch der Ausbau des Hünenweges, welcher die grenzübergreifende, physische Verbindung der beiden UNESCO Global Geoparks TERRA.vita auf deutscher Seite und den Geopark De Hondsrug auf niederländischer Seite darstellt.

Die erfahrene Wander-Autorin Idhuna Barelds erstellte ein Outdoor-Handbuch, das im Conrad Stein Verlag erschienen ist. Es enthält alle wichtigen Informationen für Interessierte, die die Strecke allein erwandern wollen. Der handliche Routenführer macht Lust auf eine abwechslungsreiche Landschaft mit geologischen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Im Internet kann jeder die Route als GPS-Track herunterladen und per Handy navigieren lassen. Der Track sowie weitere Informationen stehen auf der Website und der dazugehörigen App zur Verfügung.

Die Hasetal-Touristik in Löningen bietet in ihrem Programm auch sechs geführte Tagestouren sowie die Pauschale „Wandern auf Rezept“ für den Hünenweg an. Informationen zum Wanderweg und Kartenmaterial unter t   05432/ 599 599 oder im Internet:

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