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Kroatien Durchs Land der Trüffel und Oliven

Liane Ehlers

POREC? - Franco Koslovic (41) strahlt. Gerade hat der Winzer aus Momjan erfahren, dass sein Weißwein „St. Lucia“ des Jahrgangs 2009 die „Vinistra“ gewonnen hat. Der Wettbewerb der Weinmesse in Porec?, an der auch Kollegen aus Italien, Slowenien und Ungarn teilnehmen, legt hohe Maßstäbe an.

Seit Ende der 1990er-Jahre ist in Istrien eine junge, ambitionierte Winzergeneration herangereift, die ihr Wissen über Kellertechnik und Weinbau in aller Welt erweitert und mit Blick auf Kroatiens bevorstehenden EU-Beitritt im eigenen Weingut konsequent umgesetzt hat. Franco und seine Frau Antonella haben das Weingut nach Ende des Jugoslawienkrieges vom Vater übernommen und zum modernen Betrieb ausgebaut.

Wandern und Rad fahren

Die kroatische Adria-Halbinsel Istrien punktet nicht nur mit schönen Stränden und sauberem Wasser. Auch Kultur und Kulinarik haben an Bedeutung gewonnen. Besonders das hügelige, grüne Hinterland mit seinen Wein- und Olivenölstraßen hat sich als Gourmet-Geheimtipp etabliert. Der österreichische Gault Millau 2012 vergab 24 seiner begehrten Hauben an Spitzenrestaurants in Istrien.

Urlauber können einen genussvollen Streifzug durch die Halbinsel von Momjan bis Pula unternehmen, denn auch die bodenständigen Konobas, die einfachen Landgasthäuser, bieten lukullische Vielfalt vom würzigen Prsut (luftgetrockneter Schinken) über aromatischen Käse, Wild, Fisch und frische Krustentiere oder wilden Spargel, der im Frühling geerntet wird.

Ab Mai erschnüffeln dann Hundespürnasen die schwarzen Trüffel, die reichlich über Pasta, Eierspeisen und Steaks gehobelt werden. Der Höhepunkt für Trüffelliebhaber beginnt Mitte September und dauert bis Januar. Dann gehen in den Eichenwäldern des Mirnatals rund 1000 Menschen mit ihren Hunden auf die Suche nach „Tuber magnatum pico“, dem weißen Trüffel.

„Ein guter Trüffelhund kostet 3000 Euro“, erklärt uns Zeljko, der mit Lena (6) und Sriva (10) seit zehn Jahren nach dem schwarzen und weißen Gold sucht. „Aber einen wirklich guten Hund verkauft man nicht“, lacht er und demons­triert, wie geschickt die Hündinnen sind.

Wer nicht nur essen, sondern sich auch bewegen will, kann das beim Wandern oder Radfahren auf der Route der ehemaligen k.u.k-Eisenbahn „Parenzana“ tun, die einst ­Istriens Weine und Olivenöle für den Kaiserhof in Wien nach Triest brachte. Mussolini ließ die Schienen im Zweiten Weltkrieg zu Kanonenkugeln einschmelzen.

Musiker aus aller Welt

Direkt am Radweg liegt das Künstlerdorf Groznjan. Bereits im 14. Jahrhundert wurde es von Venezianern erbaut, versank dann aber in einen Dornröschen-Schlaf, bis es Mitte der 1960er-Jahre von malenden Blumenkindern wiederentdeckt wurde. Seit 13 Jahren findet dort von Mitte Juni bis September ein Festival mit Musikern aus aller Welt statt, und seit kurzem gibt es auch Genussfestspiele.

Der derzeitige Genussgipfel befindet sich jedoch in Rovinjs romantischer Altstadt unterhalb der Basilika. Dort kocht Daniel Dekic im Restaurant „Monte“, während seine holländische Frau Tjitske für den Service sorgt. Rovinj, oft als „italienischste Stadt ­Istriens“ bezeichnet, ist geprägt von nostalgischen Gässchen. Von 1283 bis 1797 stand sie unter venezianischer Herrschaft.

Wie in Rovinj haben auch in Porec? Römer und Venezianer Spuren hinterlassen. Die Euphrasius-Basilika mit ihren weltberühmten byzantinischen Mosaiken – aus Millionen bunter Halbedelsteine, Edelsteine und Perlmutt zusammengesetzt – gehört ebenso zum Weltkulturerbe der Unesco wie ein Teil der Altstadt. Rund herum in Meereslage stehen moderne Hotel- und Ferienanlagen.

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