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Ägypten Schätze liegen unter Wasser

Liane Ehlers

PORT GHALIB - Milliardenschwere Hotelprojekte und luxuriöse Shopping-Malls haben Dubai bekannt gemacht. Das ägyptische Port Ghalib ist von diesen Dimensionen zwar noch weit entfernt, aber auch dort gibt es einen ehrgeizigen Masterplan, in den die kuwaitische MA. Kharafi Group bislang fast zwei Milliarden Dollar investiert hat. Der regierende Prinz von Kuwait besitzt in der Ferienanlage bereits ein Haus, weitere Promi-Villen sind geplant.

18 Kilometer Sandstrand

Vor sechs Jahren wurde der nur fünf Autominuten entfernte Flughafen Marsa Alam in der Wüste eröffnet und vor vier Jahren die Marina mit Appartements, Shopping-Malls, Diskotheken, Restaurants und einem internationalen Hafen, der Platz für 1000 Schiffe und Boote bietet. Damit ist Port Ghalib offizieller Eingang zu Ägyptens Süden.

Vier Luxushotels haben 2008 ihren Betrieb aufgenommen, 28 sollen es zum Ende der ersten Bauphase sein. „18 Kilometer Sandstrand hat das gesamte Areal“, sagt General Manager Tom Bauer. Der Österreicher ist quasi Herr über eine kleine Stadt, denn zur neu geschaffenen Infrastruktur gehören auch ein Dorf mit Wohnungen für 1000 Angestellte aus allen Landesteilen Ägyptens, Geschäfte und ein Krankenhaus. Elektrocars                                                                                                                                                                                                    sausen durch kilometerlange Tunnel, verbinden Hotels und unterirdische Versorgungseinrichtungen.

Auf Umweltschutz legt man an der südlichen Korallenküste des Roten Meeres großen Wert, das zeigt sich auch an der Wasserqualität. Das ökologisch intakte Hausriff beginnt direkt am Strand. Wer schnorcheln oder tauchen will, muss nur auf einem etwa 120 Meter langen Steg die Korallenbänke passieren. Das Wasser ist so klar, dass man vom Steg aus auf den Grund schauen und frühmorgens den Fischen beim Fressen zuschauen kann.

Gut etablierte Tauchbasen und -boote sowie gesunde Riffe machen das Rote Meer dort zu einem der besten Tauchplätze der Welt. Auch andere Wassersportler kommen in Port Ghalib auf ihre Kosten.

Wer Wüstenmystik pur erleben möchte, dem sei ein Ausflug in den Nationalpark                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Wadi El Gemal (Tal der Kamele) empfohlen, etwa 80 Kilometer südlich von Port Ghalib. Der Gebirgszug ist geprägt von zerklüfteten Basalt- und Granitformationen. „Vereinzelte, aber dafür um so heftigere Regenfälle lassen Flora und Fauna zu immer neuem Leben erwachen“, erklärt Anna-Maria. Die promovierte Juristin ist vor zwölf Jahren als Touristin nach Ägypten gekommen und als Fremdenführerin im Land geblieben.

Ohne Führer darf der Nationalpark nicht betreten werden. Quadbikes und Geländemotorräder sind nicht erlaubt. Und so bleibt nur der Ritt auf einem Kamel oder die Fahrt auf einem altertümlichen Leiterwagen, um tiefer in den Wadi El Gamal vorzudringen. Ein auf Holzkohle gekochter Mokka und ein im heißen Sand gegartes Fladenbrot mit Kräuterquark aus Kamelmilch, zubereitet von Beduinen, belohnen uns am Ziel für den langen Ritt.

Luxushotels in Luxor

Etwas bequemer kann man Wüstenfeeling auch auf dem Weg zu den Pharaonen-Stätten erfahren. Ein Tagesausflug mit dem Bus von Port Ghalib nach Luxor, Karnak und ins Tal der Könige führt direkt ins wohl größte Freilichtmuseum der Welt. Etwa drei Stunden ist man auf der scheinbar ins Nichts führenden schwarzen Betonpiste durch die Östliche (Arabische) Wüste unterwegs.

Spannender ist eine Tour, bei der es in Geländewagen durch ausgetrocknete Flussbetten und vielfältige Landschaften geht, bevor das grüne Niltal erreicht wird. Erinnerungen an Agatha Christies „Tod auf dem Nil“ drängen sich auf, wenn man in einem der vielen Sterne-Hotels in Luxor übernachtet und den Sonnenuntergang auf der Hotelterrasse genießt. Dagegen verliert jedes milliardenschwere Luxusprojekt seinen künstlichen Glanz.

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