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NWZonline.de Ratgeber Reise

Kreuzfahrt: Inselhüpfen im Indischen Ozean

18.01.2020

Port Louis Das Kreuzfahrtschiff „Costa Mediterranea“ ist international und bunt – und das in vielerlei Hinsicht. Das große Atrium über zehn Decks glitzert in warmen Rot- und Silbertönen. An den Wänden hängen Figuren mit Masken, die an einen venezianischen Adelspalast im Karneval erinnern. Ebenso „métissée“ (bunt gemischt) sind die Menschen auf den Inseln, die wir besuchen, und die Passagiere, die mit uns in Port Louis (Mauritius) an Bord gehen.

Seychellen

Nach zwei sonnigen Seetagen legen wir frühmorgens in Victoria auf Mahé an. „Mit 10 000 Einwohnern die kleinste Hauptstadt der Welt“, behauptet unser Reiseführer Christopher Pool (45). Weil die kreolisch geprägten Seychellen mit ihren weißen Traumstränden ‐ den Tourismus als Einnahmequelle früh entdeckt haben, zählen sie neben Mauritius zu den wohlhabendsten Staaten Afrikas. Die Strände von La Digue gehören zu den meistfotografierten der Welt. Auch die Fischerei und der Gewürzhandel spielen wirtschaftlich eine Rolle. Auf den Inseln herrscht Vollbeschäftigung.

Am Ankunftsmorgen hängt der Nebel tief über den Bergkuppen, im November/Dezember ist Regenzeit. Gelegentlich lugt ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke. Beim ersten großen Platzregen während des Stadtrundgangs bietet uns der wunderschöne bunte Hindutempel Unterschlupf. Ein freundlicher Mönch lädt uns ein, alles in Ruhe anzuschauen.

„Für 28 Seychellen-Rupien pro Person (1,85 Euro) kann man mit dem Linienbus die ganze Insel umrunden“, verrät uns Chris. Für sieben Rupien fahren wir am nächsten Tag von der Zentralstation in Victoria zum schönsten Strand der Insel, dem Beau Valon Beach, der für seine Sonnenuntergänge berühmt ist.

Ein unbedingtes Muss in Victoria ist der Botanische Garten. Wer keinen Ausflug nach Praslin unternimmt, hat dort die Möglichkeit, die berühmte Coco de Mer, die Doppelkokosnuss, zu sehen. Auch die vom Aussterben bedrohten Riesen-Schildkröten, die bis zu 120 Jahre alt werden können, gibt es in großer Zahl. 100 Rupien (6,62 Euro) hat der Eintritt gekostet, 50 Rupien extra zahlen wir für Futter. Plötzlich können die sanften Riesen rennen und fressen uns die Blätter aus der Hand. Nach zwei Tagen verlassen wir die Seychellen Richtung Madagaskar.

Madagaskar

Vor der Touristeninsel Nosy Be gehen wir vor Anker. Madagaskar ist berühmt für seine Gewürze und der größte Vanilleproduzent der Welt. Madagaskars Natur ist einzigartig: 80 Prozent der Pflanzen und Tiere sind endemisch, das heißt, es gibt sie nur dort, darunter 93 verschiedene Lemuren-Arten.

Am Hafen von Andoany (Helle Ville) herrscht reges Treiben, alte Holzsegelschiffe transportieren Fracht. Uns erwartet eine Musikgruppe junger Frauen mit wunderschön bemalten Gesichtern, wie es auf Madagaskar Tradition ist. Für heute haben wir eine Tuk Tuk-Fahrt gebucht, die uns durch die Altstadt mit ihren Kolonialbauten zu einem Strand auf der anderen Seite der Bucht führt.

Langsam setzt sich der Konvoi mit den 70 knallgelben Tuk Tuks in Bewegung. Schnell wird klar, Madagaskar ist trotz all seiner Bodenschätze ein sehr armes Land, aber unglaublich bunt. Holz- und Wellblechhütten am Wegesrand. Winzige Obststände, Wäsche, die im Fluss gewaschen und auf der Wiese getrocknet wird. Zwischen den Autos zuckeln die traditionellen Zebu-Karren, wie man sie aus Indien kennt. Größer könnte das Kontrastprogramm zu den wohlhabenden Seychellen kaum sein.

La Reunion

Das französische Übersee-Departement La Réunion im Indischen Ozean ist der südlichste Stützpunkt Europas. Wir kommen in Le Port an, wo schon Fabrice Saint-Lambert (35) am Hafen auf uns wartet. Mit ihm werden wir die steil aufragenden, zerfurchten und sattgrünen Berglandschaften, die vor Millionen Jahren durch Vulkaneruptionen geformt wurden, entdecken. Ein weißer Häuserteppich der Hauptstadt Saint-Denis überzieht die Hänge. Die Altstadt ist von französischer Kolonialarchitektur geprägt. Zollbeamte, Supermärkte, Apotheken – alles ist wie im europäischen Mutterland.

Zu den Höhepunkten der Reise gehört zweifellos eine Entdeckungstour auf der Route du Volcan zum Piton de La Fournaise (Glutofen), der alle paar Monate „furzt“, wie die Einheimischen sagen. Immer wieder stößt der Vulkan neue blutrote Lavaströme aus. Auf dieser Straße fährt man durch die ältesten bis hin zu den jüngsten aktiven Vulkanformationen des Dreitausenders. Nur wer in aller Frühe auf den Beinen ist, kann die Gipfel wolken- und nebelfrei erleben.

Sobald man die Küste verlassen hat, verändert die Insel ihr Gesicht. Beschauliche Dörfer und Hochplateaus mit grasgrünen Almwiesen und braunen Kühen liegen am Weg zum Dreitausender. Auch auf Wanderer und Radfahrer treffen wir immer wieder. Das Radwegenetz auf der französischen Insel ist erstaunlich gut und groß.

Je höher wir fahren, desto spärlicher wird die Vegetation. Verdorrtes Gras und rostrote Erde dominieren die Landschaft. Auf 2350 Metern ist die Plaines de Sables erreicht. Wanderer und Radfahrer können erst einmal verschnaufen, bevor die Wanderung zum Gipfel beginnt. Wer in den „Glutofen“ von oben ohne Anstrengung schauen möchte, kann ab 240 Euro/Person einen Hubschrauberrundflug buchen. Wir müssen allerdings um 17.30 Uhr am Schiff zurück sein, um am nächsten Tag unser Endziel Mauritius, die „Perle des Indischen Ozeans“, zu erreichen.

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